DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,08 % 64.364,85 USD 09:15:18 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Gießverbot in München: Heftige Vorwürfe gegen Grünen

Nation

Startseite Lokales München „Wasser-Wahnsinn“ und „Zahlen-Tricks“? Stadtwerke wehren sich gegen heftige Vorwürfe an OB Krause Von: Stephanie Munk Uns auf Google folgen München kämpft gegen Wasserknappheit, mit Verboten und Bußgeldern. Grünen-Oberbürgermeister Krause ist deshalb jetzt heftigen Vorwürfen ausgesetzt. Die Stadtwerke reagieren. München – München steckt laut der Münchner Stadtverwaltung in einer Wasserkrise. Seit dem 14. Juli gelten daher strenge Verbote rund um den Wasserverbrauch – mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro. Doch jetzt sieht sich Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) heftigen Vorwürfen ausgesetzt. Das rechtspopulistische Portal Nius des ehemaligen Bild-Chefredakteurs Julian Reichelt wirft Krause vor, mit unvollständigen Zahlen zu operieren und einen historischen Tiefstand zu behaupten, den er nicht belege. Die Stadtwerke München wehren sich in einer Stellungnahme gegenüber dem Münchner Merkur von Ippen.Media gegen die Vorwürfe: „An der seit Monaten und aktuell noch andauernden angespannten Wassersituation gibt es keinen Zweifel.“ München im Wassernotstand: Allgemeinverfügung verbietet das Gießen und Einlassen von Pools Doch von vorn: Der Münchner Grünen-OB Krause hat das Referat für Klima- und Umweltschutz sowie die Stadtwerke München angewiesen, wegen Wasserknappheit eine weitreichende Allgemeinverfügung zu erlassen. Seitdem ist in München vieles nicht mehr erlaubt: Private Pools dürfen nicht befüllt werden, Rasenflächen nicht mehr bewässert, Autos nur noch in offiziellen Waschanlagen gewaschen werden. Das Gießen von Haus- und Kleingärten ist zwischen 9 und 19 Uhr untersagt – mit Ausnahme von Tröpfchenbewässerung sowie land- und forstwirtschaftlichen Flächen. Auch das Abpumpen von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben sowie das Abspritzen von Terrassen und Wegen ist verboten. Die Verfügung gilt bis zum 1. August 2026, mit der Möglichkeit einer Verlängerung. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Grünen-Oberbürgermeister in München begründet Gießverbot mit strapazierter Wasserversorgung Begründet hatte Grünen-OB Krause die drastischen Maßnahmen mit einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühjahr. Die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens seien „derzeit äußerst strapaziert“. Zuletzt lag der Verbrauch bei über 360 Millionen Litern pro Tag – der Normalwert liegt bei rund 300 Millionen Litern, wie die Stadtwerke mitteilten. Auf Instagram verwies der Grünen-OB auf die aktuelle Wasserförderung im Vergleich zum langjährigen Mittelwert und erklärte: „Unsere Quellen liefern deutlich weniger Wasser.“ Nius fragte offenbar genauer nach, woraufhin die Stadtwerke München mitteilten, dass die Quellen im Mangfalltal im Juni 2026 nur rund 2.200 Liter pro Sekunde lieferten – gegenüber einem langjährigen Juni-Mittelwert (2001 bis 2025) von rund 3.380 Litern pro Sekunde. Das entspreche etwa 65 Prozent des Durchschnitts. Heftige Vorwürfe an Grünen-OB Krause: „Faule Zahlen-Tricks“ und „Wasserwahnsinn“? Das rechtspopulistische Portal Nius warf Krause jetzt aber am Dienstag in einem Artikel mit der Überschrift „Wasser-Wahnsinn in München: Die faulen Zahlen-Tricks des grünen Bürgermeisters“ vor, einen historischen Tiefstand zu behaupten, der sich anhand der veröffentlichten Daten nicht belegen lasse. Die Argumentation: Ein Mittelwert allein sage nicht aus, ob einzelne Juni-Werte in der Vergangenheit ähnlich niedrig oder sogar noch niedriger ausgefallen seien. Besonders ergiebige Jahre könnten den Durchschnitt nach oben ziehen, heißt es. Dadurch könnten sie auch einen eigentlich nicht ungewöhnlichen Wert außergewöhnlich niedrig erscheinen lassen. Obwohl man die Stadtwerke um die konkreten Vergleichswerte der vergangenen Jahre gebeten hätte, hätten diese bisher lediglich den errechneten Durchschnitt übermittelt. Das Reichelt-Portal treibt ihren Vorwurf auf die Spitze, indem es schreibt: „In München zeigen die Grünen gerade, welchen Gefahren sich eine Bevölkerung aussetzt, die sie an die Macht wählt.“ Stadtwerke München reagieren auf Vorwürfe gegen Grünen-OB Krause Auf Anfrage des Münchner Merkur von Ippen.Media wehren sich die Stadtwerke gegen den Vorwurf des Portals von Julian Reichelt. „An der seit Monaten und aktuell noch andauernden angespannten Wassersituation gibt es keinen Zweifel“, heißt es. Die angespannte Lage resultiere aus einem überdurchschnittlich hohen Verbrauch einerseits und außerordentlich niedrigen Grundwasserständen andererseits. Die Stadtwerke gaben außerdem, zumindest an unsere Redaktion, durchaus auch die Einzelwerte der Wasserförderung im Mangfalltal aus den Jahren 2001 bis 2025 heraus. Allerdings versahen sie die Statistik mit dem „dringenden“ Hinweis, dass diese zwar als Hintergrundinformation dienten, aber „aus Sicherheitsgründen“ zum Schutz von kritischer Infrastruktur als vertraulich eingestuft seien. Vertrauliche Statistik liegt „Münchner Merkur“ vor - auffallend niedrige Werte seit Monaten Sagen kann man aber: Die Daten, die dem Münchner Merkur vorliegen, zeigen, dass es zwar im Januar/Februar 2016, 2018 und 2023 schon einmal ähnlich niedrige Werte bei der Wasserversorgung wie im Juni 2026 gab. Allerdings traten diese Tiefstwerte im Winter auf, wenn der Wasserverbrauch erfahrungsgemäß niedriger ist und auch ein Gießverbot, wie aktuell, wohl nicht zur Debatte stand. Ansonsten bestätigt die Statistik die Aussagen der Stadt und Stadtwerke, dass derzeit eine besondere Wasserknappheit herrscht – auch dass die Werte der Wassergewinnung schon seit Oktober 2025 bis heute auffallend niedrig sind. Die vertrauliche Statistik sei mittlerweile auch Nius zur Verfügung gestellt worden, heißt es aus den Stadtwerken. Wasserknappheit in München: Bayerisches Landesamt untermauert Verbote des Münchner OB Als Beleg für den Wassernotstand in München verweisen die Stadtwerke außerdem auf den Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamtes für Umwelt vom 17. Juli 2026. Demnach weist das laufende Abflussjahr Anfang Juli 2026 ein Niederschlagsdefizit von rund 32 Prozent auf – nachdem bereits das Jahr 2025 zu trocken war. Zugleich wird der Juni 2026 als Monat mit der bislang längsten Hitzewelle seit Beginn der Wetterbeobachtungen beschrieben. Alle Daten belegen eindeutig: An der zuletzt angespannten Wassersituation kann es keinen Zweifel geben. Laut dem Lagebericht zeigen 80 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen sowie Quellen niedrige Verhältnisse. „Die Niederschläge seit dem 10. Juli 2026 haben in Bayern nicht zu einer merklichen Entspannung beim Trinkwasserdargebot geführt“, teilen die Stadtwerke weiter mit. Diese Entwicklung zeige sich „auch in den relevanten Gebieten für die Münchner Wassergewinnung – insbesondere im Gewinnungsgebiet Mangfalltal, das für die Deckung der Grundlast ausschlaggebend ist.“ Münchner verbrauchten Rekordmengen an Wasser - Stadt München schob Riegel vor Die Menge des Wasserverbrauchs der Münchner spreche laut Stadtwerken ebenfalls eine deutliche Sprache: Im langjährigen Jahresmittel liege er bei rund 300 bis 310 Millionen Litern pro Tag. Im ersten Halbjahr 2026 sei er nun schon auf über 322 Millionen Liter pro Tag angestiegen. Ende Juni hätten die Verbrauchsspitzen an einzelnen Tagen sogar über 400 Millionen Liter pro Tag betragen. „Alle Daten belegen eindeutig: An der zuletzt angespannten Wassersituation kann es keinen Zweifel geben“, so die Stadtwerke gegenüber dem Münchner Merkur. Stadtwerke-Pressesprecher Hannes Lindhuber sagte zudem unserer Redaktion, dass bei den Quellen im Mangfalltal das vorhandene Wasserdargebot voll ausgeschöpft würde. Da diese seit längerem deutlich weniger Wasser führen, habe man neben den Quellen im Mangfall- und Loisachtal seit eineinhalb Jahren nahezu durchgehend auch die Brunnen in der Schotterebene zugeschaltet, die eigentlich nur als Förderwerke zum Ausgleich bei Bedarfsspitzen gedacht sind. Dies belaste den durch die Trockenheit strapazierten Grundwasserkörper der Münchner Schotterebene zusätzlich. „Bei der Wasserentnahme stoßen wir somit an Grenzen. Deshalb kommt es jetzt darauf an, den Wasserverbrauch zu senken, um die Lage wieder zu entspannen.“ Die Behauptung im Nius-Bericht, „das Lebenselixier fließt der Stadt aus den Alpen auf schier unbegrenzte Weise aus seinen Gewinnungsgebieten entgegen“, scheint somit nicht ganz zutreffend zu sein. Dies habe man dem Portal auch „umfangreich erklärt“, heißt es von den Stadtwerken. Gießverbot in München zeigt offenbar Wirkung: Wasserverbrauch sinkt Die Verbote scheinen zumindest kurzfristig Wirkung zu zeigen. Bereits einen Tag nach Erlass der Allgemeinverfügung sank der Wasserverbrauch in München auf unter 330 Millionen Liter. Damit lag er wieder in einem durchschnittlichen Bereich, wie ein Sprecher der Stadtwerke der dpa mitteilte. Der Sprecher schränkte jedoch ein: „Inwieweit dies durch die Regelungen der Allgemeinverfügung oder auch durch einen Rückgang des Bedarfs aufgrund der vereinzelten Niederschläge bedingt ist, lässt sich für uns nicht im Detail nachvollziehen.“ Bußgelder von 50.000 Euro bei Verstoß gegen Münchner Gießverbot? Stadtverwaltung beschwichtigt Bußgelder seien übrigens bisher noch nicht verhängt worden, heißt es aus dem Referat für Klima- und Umweltschutz auf Anfrage des Münchner Merkur. Der kommunale Außendienst, die kommunale Verkehrsüberwachung und der Baustellenkontrolldienst seien sensibilisiert „und klären auf, wenn ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit Verstöße auffallen“, teilte eine Pressesprecherin mit. „Auch die Polizei informiert und klärt in erster Linie auf. Bußgelder wurden bislang nicht verhängt.“

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