Giftstoffe im Meer: Forschungsschiff untersucht Weltkriegsmunition
Stand: 22.10.2026 19:00 Uhr
Mehr als 100 Jahre liegen die Kriegsschiffe auf dem Meeresgrund vor Helgoland, nun steigt die Gefahr: Aus Wracks können giftige Stoffe austreten. Die Altlasten werden nun von Wissenschaftlern analysiert.
Das Forschungsschiff "Heincke" untersucht in der Deutschen Bucht versenkte Weltkriegsmunition und historische Schiffswracks. Die Expedition des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) soll Erkenntnisse für eine spätere Bergung liefern. Die Forschenden untersuchen außerdem, wie sich freigesetzte Explosivstoffe auf Meereslebewesen auswirken.
Kriegsschiffe liegen seit mehr als 100 Jahren im Meer
Im Mittelpunkt stehen unter anderem die "SMS Mainz", die im August 1914 westlich von Helgoland sank, und der Panzerkreuzer "Blücher", der im Januar 1915 versenkt wurde. Nach mehr als einem Jahrhundert am Meeresgrund steige das Risiko, dass die Wracks zusammenbrechen, warnte Expeditionsleiter und Biologe Matthias Brenner. Durch Korrosion könnten giftige und krebserregende Explosivstoffe austreten. Die Schadstoffe gefährdeten Meereslebewesen, die Lebensmittelsicherheit und die menschliche Gesundheit.
Unterwasserroboter untersuchen Wracks und Munition
Mit Unterwasserrobotern analysieren die Forschenden den Zustand der Wracks. Wasser- und Sedimentproben sollen Aufschluss über die Schadstoffbelastung geben. Zudem untersuchen sie Fische auf mögliche Tumore und Krankheiten.
Magnettechnik spürt Munition unter Sand auf
Im weiteren Verlauf der Expedition steuert die "Heincke" sieben Verklappungsgebiete in der Deutschen Bucht an. Dort wurde nach den Weltkriegen Munition im Meer versenkt. Weil die Altlasten teilweise unter Sand verborgen liegen, kartieren die Forschenden die Gebiete mit spezieller Magnettechnik. Die Ergebnisse sollen helfen, die gefährliche Bergung der Munition vorzubereiten.