Gladbach: Aktuelle Transfer-Gerüchte - Ngoumou-Wechsel bahnt sich an - Elvedi zu Leeds?
Wir liefern die Übersicht über die Gerüchteküche rund um Borussia Mönchengladbach. Für Rouven Schröder läuft bis Anfang September die zweite Transferperiode als Sportchef. Blicken wir zunächst auf die Transfers, die durch sind. Rocco Reitz (verkauft) 20 Millionen Euro überwies RB Leipzig: Der Vize-Kapitän war Borussias erster feststehender Sommer-Abgang. Reitz lief seit der U9 für seinen Herzensverein auf. Einen offiziellen Abschied im Borussia-Park gab es am letzten Spieltag nicht, weil Reitz aufgrund eines schweren Infekts im Krankenhaus lag. Hugo Bolin (per Kaufpflicht fest verpflichtet) Die Kaufpflicht der Leihe griff im März, damit ist er offiziell Borussias erster fixer Zugang 2026/27 gewesen. Der Rechtsfuß läuft meistens im linken Mittelfeld auf, ist aber flexibel einsetzbar. Bolin ist nicht superschnell, aber sehr wendig und ein guter Dribbler, der in 69 Erstligaspielen in Schweden 16 Tore erzielte und neun vorbereitete. Gladbach zahlte rund zwei Millionen an Malmö FF. Daniel Batz (ablösefrei verpflichtet) Am 18. Mai wurde der Wechsel offiziell: Der Torhüter ist zur neuen Saison ablösefrei vom 1. FSV Mainz 05 gekommen. „Seine Begeisterung für die neue Aufgabe, gepaart mit Durchsetzungsvermögen und seinem tollen Charakter machen ihn neben seiner sportlichen Klasse zu einem wertvollen Neuzugang für Borussia“, sagte Rouven Schröder. David Herold (gekauft) Angedeutet hatte es sich über Wochen, seit dem 20. Mai ist der Transfer durch. Der Linksverteidiger vom Karlsruher SC fiel positiv auf mit seinem „hohen Laufvolumen und Offensivdrang“, was Schröder in der offiziellen Mitteilung hervorhob. Herold unterschrieb bis 2030, kostete 3,5 Millionen Euro, erhält die Rückennummer 20 und soll sich – wie der vorherige Träger Luca Netz – ein Duell mit Lukas Ullrich liefern. Winsley Boteli (verkauft) In der Schweiz hat der 19-Jährige ein erfolgreiches erstes Profijahr mit acht Toren in der Liga hinter sich. Sion zog die Kaufoption in Höhe von 3,5 Millionen Euro, am Pfingstmontag gab es die offizielle Bestätigung. In Sion winkt Boteli eine Saison als Stammspieler, was seinen Marktwert weiter anwachsen lassen dürfte. Gladbach hat sich eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von zehn Prozent gesichert. Enzo Leopold (ablösefrei verpflichtet) Der Kapitän von Hannover 96 hätte sich einen Verbleib wohl nur im Aufstiegsfall vorstellen können, der Zweitligist wurde Vierter. Leopold steuerte das Spiel unter Trainer Christian Titz von der Sechserposition aus, ein laufstarker Mittelfeldmann mit Führungsqualitäten. Am 27. Mai verpflichtete Borussia Leopold ablösefrei. Yukhym Konoplia (ablösefrei verpflichtet) Der Ukrainer bringt internationale Erfahrung mit. Als Rechtsverteidiger soll der 26-Jährige nicht nur Joe Scally herausfordern, sondern womöglich ersetzen. Infolge des Krieges in der Ukraine wurde Konoplia fußballerisch heimatlos, weil Schachtar Donezk immer wieder umziehen musste. Nun will er sein sportliches Glück in Gladbach finden, mit einem Vertrag bis 2029. Bitter für ihn: Im zweiten Testspiel zog er sich einen Innenbandanriss im Knie zu. Jonas Omlin (ablösefrei abgegeben) Der Torwart wagte einen Neustart bei seinem früheren Verein FC Basel und bekam dort einen Vertrag bis 2029. Borussia hatte als neue Nummer zwei Daniel Batz aus Mainz verpflichtet. Die Gladbacher sparen rund zwei Millionen Euro Gehalt ein. Isac Lidberg (gekauft) Borussia konnte und wollte sich nicht darauf verlassen, dass Tim Kleindienst nach einem Jahr Ausfallzeit sofort durchstartet. 17-Tore-Mann Lidberg vom Zweitligisten SV Darmstadt könnte in passenden Momenten auch gemeinsam mit Kleindienst funktionieren. Er kostete 3,5 Millionen Euro, hat bis 2030 unterschrieben. Borussia hofft, dass der 27-Jährige auch mit seiner Mentalität positiven Einfluss nimmt aufs Team. Marvin Friedrich (ablösefrei gegangen) Sein ablösefreier Abgang im Sommer war klar. Zwischenzeitlich stand Friedrich in der Rückrunde nicht einmal mehr im Kader. Am 10. Juni wurde seine Rückkehr zu Union Berlin offiziell. „Die Rückkehr zu Union fühlt sich für mich wie ein Nachhausekommen an“, sagte Friedrich, der sich als dritter Sommer-Abgang in Gladbachs Chronologie einordnete. Shio Fukuda (verkauft) Im Verlauf der Rückrunde häuften sich für den Japaner nicht nur die Einsatzminuten, sondern auch die Erfolgserlebnisse in der 2. Bundesliga. Sechs Saisontore erzielte der 22-Jährige. Karlsruhe zog zwar nicht die Kaufoption über 1,5 Millionen, verpflichtete Fukuda aber fest für rund 700.000 Euro. Hinzu kommen eine Weiterverkaufsbeteiligung und ein Matching-Right Borussias für den Fall, dass ein Dritter für Fukuda bietet. Jan Urbich (verliehen) Sein Top-Start in der Regionalliga spülte den Stürmer im Herbst bis in die Bundesliga. Trainer Polanski setzte Urbich dreimal oben ein, unter anderem eine Erkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) stoppte den Höhenflug des 21-Jährigen. Mit 14 Treffern schloss er die Saison dennoch als Top-Torjäger der U23 ab. Nun wurde er an Eintracht Braunschweig verliehen, nach Informationen unserer Redaktion gibt es eine Kaufoption. Im gleichen Zug verlängerte Urbich bis 2029 bei Borussia. Bei seinem Zweitliga-Debüt erzielte er beim 6:1-Sieg gegen Magdeburg gleich einen Doppelpack. Zento Uno (gekauft) Ein Sechser mit diesem Profil fehlte Borussia im Kader: Der 22-jährige Uno war bei Shimizu bereits Kapitän. Von seiner intensiven Spielweise und seiner Zweikampfstärke erhofft sich Gladbach einiges. Nun muss sich der Japaner akklimatisieren. Er kostete rund 500.000 Euro. Niklas Swider (verliehen) Zu einem Bundesliga-Debüt in Gladbach hat es beim 19-Jährigen bislang noch nicht gereicht. Das Rüstzeug für die Bundesliga soll er sich in der kommenden Saison bei Drittligist Viktoria Köln aneignen. „Wir hoffen auf eine erfolgreiche Leihe, damit er sich anschließend dem starken Konkurrenzkampf bei Borussia stellen kann“, sagte Schröder. Tiago Pereira Cardoso (verliehen) Borussias Nummer drei in der Torhüter-Hierarchie hätte in der kommenden Spielzeit wohl nur mit der U23 in Regionalliga West Spielpraxis bekommen. Daher wurde das Torwart-Talent für eine Saison an den belgischen Erstligisten RAAL La Louvière verliehen. Jan Leszczyński (gekauft) Der 19-jährige Innenverteidiger ist Borussias siebter Zugang in diesem Sommer. Nach Informationen unserer Redaktion zahlt Gladbach eine fixe Ablösesumme von drei Millionen Euro an Legia Warschau. Die Summe kann später durch Boni steigen. Leszczyński kommt bislang auf vier Profieinsätze und soll sich in Gladbach in Ruhe weiterentwickeln. Seine Stärken liegen im klugen Positionsspiel, seiner Zweikampfhärte und einem guten Aufbauspiel, bei dem er von seiner Beidfüßigkeit profitiert. Mit einer Größe von 1,91 Metern erfüllt er zudem das Profil eines physischen Innenverteidigers. Noah Pesch (verkauft) Der Spieler des Jahres 2024/25 in der Regionalliga West erlebte eine durchwachsene Leihe in die 2. Bundesliga nach Magdeburg – 19 Einsätze, sechsmal Startelf, 492 Minuten, zwei Tore und ein Assist. Eine Zukunft in Gladbach winkte ihm bei den Profis nicht, am 3. Juli verabschiedete er sich endgültig. Sein neuer Klub: Rot-Weiss Essen in der 3. Liga. Grant-Leon Ranos (verkauft) In Gladbach hatte der Offensivspieler keine Perspektive mehr. Zum Trainingsauftakt war Ranos freigestellt, um einen Transfer zu forcieren. Am 17. Juli wurde es dann offiziell: Ranos wechselte in die zweite spanische Liga und schloss sich CD Teneriffa an. Daiki Hashioka (ausgeliehen von Slavia Prag) Der Japaner unterschrieb am 30. Juli einen Ein-Jahres-Vertrag. Das Leihgeschäft mit Slavia Prag beinhaltet eine Kaufoption. Der 27-Jährige ist Rechtsverteidiger, kann aber auch Innenverteidiger spielen. Manager Schröder reagierte mit der Verpflichtung Hashiokas auf die Innenbandverletzung von Yukhym Konoplia, zudem soll Joe Scally verkauft werden. Giovanni Reyna (verkauft) Der Offensivspieler hat Borussia nur ein Jahr nach seiner Ankunft verlassen und wird künftig für RC Straßburg in der Ligue 1 auflaufen. Gladbach kassiert für Reyna eine Ablösesumme im Bereich von drei bis vier Millionen Euro (inklusive Boni). Zudem hat sich Borussia eine Weiterverkaufsbeteiligung gesichert. „Wir haben klar gesagt, dass wir den Kader verändern und verkleinern wollen und müssen. Daher sind wir gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass eine Trennung der richtige Schritt für beide Seiten ist“, sagte Schröder. Nathan Ngoumou Borussia wird dem Franzosen nach 15 Monaten Ausfallzeit keine Steine in den Weg legen, sollte sich die Gelegenheit auf einen Transfer bieten. Für das Trainingslager am Tegernsee wurde er nicht berücksichtigt. Dafür erhielt er die Gelegenheit, sich Klubs in seiner Heimat zu zeigen. Nun scheint sich ein Transfer anzubahnen. „L’Equipe“ berichtete vom Interesse des OGC Nizza, bei einem erfolgreichen Medizincheck könne Ngoumou am Montag einen Vertrag unterschreiben. Moritz Nicolas Bis 2029 steht er noch in Gladbach unter Vertrag, aber einige Vereine sollen ein Auge auf den Torwart, geworfen haben. „Bild“ berichtete am 8. Juli, Newcastle United habe zwölf Millionen Euro für Nicolas geboten. Beim Trainingsauftakt am 12. Juli sagte Schröder: „Wir haben kein Angebot vorliegen und planen zu 100 Prozent mit Moritz Nicolas als Nummer 1.“ Im Trainingslager am Tegernsee formulierte Schröder erneut, dass es keine Anfragen gäbe. Nico Elvedi „Nico Elvedi hat eine herausragende WM gespielt. Wenn Angebote eingehen, beschäftigen wir uns mit Angeboten und wägen ab“, sagte Schröder am 12. Juli. Bereits am 20. Juni hatte „Bild“ berichtet, Leeds United mit Gladbachs Ex-Trainer Daniel Farke sei bereit, rund 8,5 Millionen Euro für Elvedi zu zahlen. Mitte Juli schwappte das Gerücht von der Insel rüber, dass die Engländer ein verbessertes Angebot abgeben wollen. Am 13. August meldete „Sky“, Elvedi habe sich zu Wechsel zu Leeds entschieden, er solle dort Sebastiaan Bornauw ersetzen und einen Vertrag bis 2029 bekommen. Nach Informationen unserer Redaktion ist mit einer Ad-hoc-Entscheidung aber nicht zu rechnen, da Gladbach Elvedi nur gehen lässt, wenn ein adäquater Ersatz fix ist. Tomas Cvancara Bei Celtic Glasgow sollte der Tscheche Selbstvertrauen tanken. Aufgegangen ist dieses Vorhaben nur mäßig. Die Kaufoption im Sommer betrug acht Millionen Euro, nach nur zwei Toren kam eine Verpflichtung für die Schotten nicht infrage. Bitter für Cvancara: Wegen eines Adduktorenrisses und einer OP fiel er seit Anfang Mai verletzungsbedingt aus. Seit Ende Juli ist er wieder im Training. Borussias Ziel ist es, den Angreifer zumindest auf Leihbasis bei einem anderen Klub unterzubringen. Auch hier zeigte sich Schröder zuletzt optimistisch. Jan Olschowsky Die Batz-Verpflichtung ist ein klares Signal an Olschowsky, dem Borussia die Bundesliga nicht zutraut. Nach Informationen unserer Redaktion ist eine Vertragsverlängerung plus eine Leihe keine Option. Es winkt der endgültige Abschied, sofern Olschowsky nicht für ein Jahr noch die Herausforderer-Rolle als dritter Torwart sucht. Bis zum Ende der Transferperiode ist alles möglich, vor allem dann, wenn ein Klub auf die Verletzung seines Torwarts reagieren muss. Joe Scally Der US-Amerikaner träumt von der Premier League, das ist kein Geheimnis. 2027 läuft sein Vertrag aus, seine Leistungen schwanken – und damit auch die Aussichten auf einen englischen Klub, der ihm zusagt. Die Hashioka-Verpflichtung setzt ihn unter Druck, es kann nun Bewegung in die Personalie kommen. Borussia will laut „Bild“ zehn Millionen Euro für Scally, es gibt Gerüchte um Bournemouth und Fulham. Am 13. August berichtete Sky zudem vom Interesse des französischen Traditionsklubs Olympique Marseille. Es soll bereits Gespräche gegeben haben, aber noch keine Entscheidung gefallen sein. Franck Honorat Die Tür zur Gerüchteküche hat der Franzose mit seinen Aussagen gegenüber „Foot Mercato“ im März selbst aufgemacht. „Wenn ich meine Leistung bringe und ein Team aus der Champions League oder der Europa League klopft an – warum nicht? Es wäre ein Traum, in einem europäischen Wettbewerb zu spielen.“ Honorat dürfte dabei vor allem an Klubs in seiner Heimat Frankreich denken, deshalb gilt: Alles ist möglich. Sein Vertrag läuft noch drei Jahre, was Gladbachs Verhandlungsposition stärken würde. Von Interessenten ist aber nach wie vor nichts zu hören. Ko Itakura (Ajax Amsterdam) Gladbachs Sportchef Rouven Schröder war schon im Winter an einer Rückholaktion des Ex-Borussen interessiert gewesen. Laut „Bild“ gilt der Japaner erneut als heißer Kandidat in Gladbach – sollte in Nico Elvedi der Abwehrchef den Klub in diesem Sommer verlassen. Für den Schweizer erhofft sich Borussia einen zweistelligen Millionen-Betrag. In dem Fall wäre auch Itakura, der eine durchwachsene Premierensaison in Amsterdam hinter sich hat, realisierbar. Itakura bestritt zwischen 2022 und 2025 80 Pflichtspiele für die Gladbacher. Tjark Ernst (Hertha BSC) Gerüchte, dass der 23-Jährige ein Thema werden könnte, gab es bereits im Winter. Geht Nicolas im Sommer, würde Borussia sicher noch einen Keeper verpflichten. Für diesen Fall ist Ernst seit Mitte Juli vom Markt: Inzwischen steht sein Wechsel zu Feyenoord Rotterdam fest. Ein möglicher Transfer zu Borussia ist damit endgültig vom Tisch. Jonas Kersken (Arminia Bielefeld) Sky nannte in Kersken einen Ex-Gladbacher, unsere Redaktion kann bestätigen, dass es bereits eine lose Anfrage gab beim Bielefelder Torwart, der auch in der 2. Bundesliga überzeugt. In seinem Vertrag soll es eine Ausstiegsklausel geben, die für Borussia gut zu stemmen wäre. Zuletzt wurde er mit einem Wechsel nach England in Verbindung gebracht.