Gladbach: Nico Elvedi wechselt zu Leeds United - Ablöse zehn Millionen Euro
Am 1. August kehrte Nico Elvedi zurück nach Mönchengladbach. Der WM-Urlaub war vorbei, der Schweizer Verteidiger rückte im Borussia-Park an zu den üblichen Leistungstests und reiste dann zu den Kollegen ins Trainingslager nach Rottach-Egern. Es war sein letzter Trip in Diensten des Bundesligisten gewesen sein. Denn die Zeit Elvedis in Gladbach endet nach elf Jahren in diesem Sommer. Dass er offen ist für eine neue Herausforderung, das hat er die Fußballwelt wissen lassen. Und dass er nach der WM entscheiden würde, wie es weitergeht. Öffentlich geäußert hat sich Elvedi im Trainingslager nicht zu seiner Situation. Er hätte zum zentralen Thema in seiner Causa ohnehin nur gesagt: „Es ist offen.“ Bald könnte sich der Status ändern in: „Done Deal.“ So heißt es bei den Journalisten, die sich ganz den Transfer-News verschrieben haben, wenn ein Wechsel perfekt ist. Auf beiden Seiten wurde in den vergangenen Tagen, so die Informationen unserer Redaktion, fieberhaft daran gearbeitet, den Deal zu realisieren. Mit Erfolg offenbar: „Done Deal“, meldete Sky am Samstagnachmittag. Einen Hinweis darauf gab es schon vor dem Anpfiff des Saisoneröffnungsspiels gegen Europa-League-Sieger Aston Villa. Da war der Schweizer nicht im Kader. Sky meldete kurz darauf: Die Vereine haben sich geeinigt. Die Ablöse soll zehn Millionen Euro betragen, Gladbach bekomme eine Weiterverkaufsbeteiligung von 15 Prozent und Elvedi einen Vertrag bis 2029. Die offizielle Bestätigung steht indes noch aus. Elvedi würde in Leeds dann wieder mit Daniel Farke zusammenarbeiten, der in der Saison 2022/23 Trainer der Borussen war. Farke wusste wie seine Vorgänger seit 2015, als Elvedi aus Zürich geholt wurde, und seine Nachfolger den zuverlässigen Abwehrmann zu schätzen. Elvedi machte unter Farke 32 Liga- und zwei Pokalspiele und erzielte drei Tore. Er wird in Leeds auf seinen Landsmann Noah Okafor treffen, der wie er zum WM-Kader der Eidgenossen gehörte. Elvedi ist ein enorm verdienter Spieler, Borussia wollte ihm daher keine Steine in den Weg legen, wenn eine gute Nachfolge-Regelung gefunden ist für Gladbach und der Preis stimmt. So war es auch im Januar 2023 bei Yann Sommer, als der FC Bayern anfragte. Nach Informationen unserer Redaktion mussten einige Konstellationen zusammenkommen, das machte den Deal kompliziert. Erst mal musste Leeds eine Summe bieten, für die Gladbach bereit war, einen Top-Mann abzugeben. Borussia musste sich jedoch auch sicher sein, einen adäquaten Ersatz zu bekommen. Elvedi ist als absoluter Topspieler eingestuft, entsprechend gibt es klare Faktoren für die Nachfolge-Regelung: Zuverlässigkeit, Erfahrung, Führungsqualität. Borussia ist auf der Suche nach geeigneten Kandidaten. Dass in Gladbach ein Verteidiger-Posten vakant sein wird, lässt sich schon länger an der Gerüchteküche ablesen. Namen wie Felix Uduokhai (28, Besiktas Istanbul), der die nötige Bundesliga-Erfahrung hätte, Nahuel Herrera (21, CA Penarol), und Elvedis Landsmann Karim Sow (23) von Lausanne Sport wurden schon vor einiger Zeit genannt, vor allem die letzten beiden wären indes keine ernsthaften Alternativen als Elvedi-Ersatz. Nun bringt der Transferexperte Rudy Galetti einen neuen Namen ins Spiel: Phil Neumann. Der 29-Jährige von Birmingham City sei im Fokus der Borussen, heißt es. Allerdings hätten ihn auch andere Klubs auf dem Zettel, unter anderem Hull City. Neumann stammt aus der Schalker Nachwuchsakademie, er spielte für Ingolstadt, Kiel und Hannover, bevor er 2025 zu Birmingham City in die englische Championship wechselte. Er hat die Erfahrung von fast 200 Zweitligaspielen, aber hätte er das Format, den international erfahrenen Elvedi zu ersetzen?