Gladbach: Training ohne vier Verteidiger - Blessin stellte sich nach der Einheit vor
Jene Gladbach-Fans, die am Mittwochvormittag in der Hoffnung, den neuen Trainer Alexander Blessin erstmals bei der Arbeit mit der Mannschaft zu sehen, zum Borussia-Park gekommen waren, wurden enttäuscht. Das Training leitete wie in den vergangenen Tagen Jan-Moritz Lichte – Blessins erster Auftritt als Borussia-Coach ist die wenige Stunden später anberaumte Pressekonferenz, auf der er vorgestellt wird.
Die Mannschaft lernte den neuen Coach schon direkt nach dem Training kennen. Im Performance-Center am Traningsplatz kamen die Profis, der Staff, Sportchef Rouven Schröder, Scouting-Chef André Hechelmann und sein Team mit Blessin um 12.30 Uhr zusammen. Knapp zehn Minuten dauerte das erste Zusammentreffen.
Lichte absolvierte derweil das Tagesgeschäft mit vier Torhütern und 20 Feldspielern – womit sich die Trainingsgruppe im Vergleich zum Wochenauftakt um vier Spieler vergrößerte. Dillon Berko, Lion Schweers und Samin Mujevic verstärkten den Trainingskader, zudem war Philipp Sander, der am Montag aus Gründen der Belastungssteuerung noch individuell trainiert hatte, wieder dabei.
Gut möglich, dass diese 20 Feldspieler am morgigen Donnerstag auch mit zum Testspiel bei den Sportfreunden Siegen reisen. Lichte – oder Blessin, sollte er das Coaching gegen den Regionalligisten schon übernehmen – hätten in dem Fall zwei komplette Mannschaften zur Verfügung, um theoretisch in der Halbzeit einmal durchzuwechseln.
Einen Engpass gibt es jedoch in der Innenverteidigung, weil alle vier Profis für diese Position derzeit bei ihren Nationalmannschaften sind. Im Training am Mittwoch bildeten im Abschlussspiel einmal Sander und Schweers sowie Mujevic und Daiki Hashioka die Pärchen in der zentralen Verteidigung.
Derweil können sowohl Mittelfeldspieler Zento Uno als auch Rechtsverteidiger Yukhym Konoplia am Donnerstag (Anstoß: 18.30 Uhr) ihr Comeback bei den Profis feiern. Für Konoplia wäre es der erste Einsatz seit seinem Innenbandanriss überhaupt, während Uno zuletzt schon zweimal für die U23 aufgelaufen ist. Fernab der sechs Spieler, die derzeit auf Länderspielreisen sind, verbessert sich somit langsam die Personallage.
Noch nicht zur Verfügung steht neben Enzo Leopold (Kreuzbandriss) und Nicolas Kühn (Muskelbündelriss) Jens Castrop. Der Mittelfeldspieler befindet sich nach seiner im Trainingslager erlittenen Schulterverletzung weiterhin im Aufbautraining. Es gehe zwar gut voran, ließ der 23-Jährige wissen. Doch wird es für ihn noch nicht bis zum Derby in zweieinhalb Wochen reichen, denn mit dem Ball arbeitete er auf dem Platz noch nicht.
Am Mittwoch lief Castrop auf dem Platz seine Runden, während die Teamkollegen zunächst Vierergruppen für ein Drei-gegen-Eins bildeten. Es folgte eine Spielform, bei der eine Mannschaft mit zehn Spielern gegen fünf Gegner den Ball zirkulieren ließ, das Team in Unterzahl konnte nach der Balleroberung den Ball in einem von vier kleinen Toren unterbringen.