Glasfaserausbau in Deutschland: Branchenverband warnt vor geringer Nachfrage und fordert Kupfer-Abschaltung
Der Branchenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) schlägt beim Glasfaserausbau in Deutschland Alarm: Zwar fließt nach wie vor viel Investorenkapital in neue Netze, erst kürzlich sicherte sich der Anbieter Westconnect 1,2 Milliarden Euro an frischem Kapital, doch die tatsächliche Wechselquote der Haushalte hinkt den Erwartungen hinterher. In manchen Ausbaugebieten buchen weniger als 15 Prozent der potenziellen Kunden einen echten Glasfaseranschluss, während viele Haushalte weiterhin bei herkömmlichen Anschlüssen über das alte Kupfernetz verharren. Für die ausbauenden Unternehmen entsteht dadurch eine finanzielle Schieflage: Die hohen Investitionen für Tiefbau und Erschließung fallen sofort an, während die laufenden Einnahmen wegen der geringen Nachfrage ausbleiben. Der VATM fordert daher von der Politik und der Regulierungsbehörde konkrete Rahmenbedingungen, um den Umstieg attraktiv und verlässlich zu gestalten. Zentraler Baustein ist aus Sicht des Verbandes ein verbindlicher und transparenter Fahrplan für die schrittweise Abschaltung des Kupfernetzes. Ohne ein absehbares Enddatum für den alten Kupferanschluss blieben die Anreize für Verbraucher zum Wechsel auf Glasfaser begrenzt. Zudem spricht sich der Verband für schnellere Genehmigungsverfahren im Zuge der anstehenden TKG-Novelle sowie für staatliche Anreize aus, beispielsweise eine direkte Förderung der Hausanschlusskosten, analog zu Förderprogrammen bei Solaranlagen oder der E-Mobilität. Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.