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GlaxoSmithKline kündigt Schließung von Werk in Dresden an - 650 Mitarbeiter betroffen

Wirtschaft

650 Arbeitsplätze

GlaxoSmithKline will Impfstoffproduktion in Dresden schließen

von MDR SACHSEN

Stand: 10.09.2026 19:31 Uhr

Der Pharmahersteller GlaxoSmithKline (GSK) hat am Donnerstag angekündigt, sein Werk in Dresden zu schließen. Alle rund 650 Arbeitsplätze seien betroffen. Für sie soll es ein Unterstützungsprogramm geben, so GSK. Hintergrund sei, die Produktion auf einen Standort in Kanada zu konzentrieren. Zudem sollen Überkapazitäten durch die sinkende Nachfrage nach klassischen Impfstoffen vermieden werden. Die Einstellung der Produktion soll bis September 2027 erfolgen. Bis Sommer 2028 soll das Werk abgewickelt sein.

Betriebsrat: Wir werden für die Arbeitsplätze kämpfen

Der Betriebsrat kündigte Widerstand gegen die Pläne an. "Diese Nachricht trifft uns bis ins Mark", sagte der Dresdner GSK-Betriebsratsvorsitzende Peter Mißbach: "Wir werden geschlossen, laut und entschlossen für unsere Arbeitsplätze kämpfen." Wie der Sachsen-Bezirksleiter der Pharma- und Biotech-Gewerkschaft (IGBCE) Philipp Zirzow MDR SACHSEN sagte, herrscht Fassungslosigkeit in der Belegschaft. Sie hätten einen guten Job gemacht. "Jetzt ist alles nichts mehr wert." Tränen seien geflossen.

Sie haben einen guten Job gemacht. Jetzt ist alles nichts mehr wert. Tränen sind auch geflossen. Philipp Zirzow | Bezirksleiter Sachsen der Pharma- und Biotech-Gewerkschaft (IGBCE)

Wirtschaftsminister sieht Bund am Zug

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) zeigte sich überrascht von dem drohenden Verlust "von hochqualifizierten Industriearbeitsplätzen". Man könne das nicht einfach hinnehmen. Man wolle mit GSK das Gespräch suchen, um Handlungsspielräume zu klären. "Wenn wir nur drei vollwertige Impfstoffwerke in Deutschland haben, müssen wir um das eine in Dresden kämpfen." Dafür müsse auch der Bund seinen Beitrag leisten.

Wenn wir nur drei vollwertige Impfstoffwerke in Deutschland haben, müssen wir um das eine in Dresden auch wirklich kämpfen. Dirk Panter (SPD) | Sächsischer Wirtschaftsminister

Von einem "schweren Schlag" und einem europäischem Warnsignal sprach der sächsische EU-Abgeordnete Oliver Schenk (CDU). Er verlangte, Perspektiven für den Standort zu prüfen. Schenk warnte vor den Auswirkungen. Man könne in Europa nicht über mehr pharmazeutische Versorgungsicherheit reden und gleichzeitig zulassen, dass jahrzentelanges Wissen und Impfstoffproduktion verloren gehen.

MDR (wim/nvm)/dpa

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