Gletscher gibt Flugzeugwrack nach 60 Jahren frei
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Gletscher gibt Flugzeugwrack in den Alpen frei – Bergsteiger macht überraschenden Fund
Von: Martina Hunger
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Mehr als sechs Jahrzehnte lagen die Überreste eines Flugzeugs im Eis der Schweizer Alpen. Nun hat ein Bergsteiger die Wrackteile entdeckt. Hinter dem Fund steckt eine außergewöhnliche Geschichte mit gleich zwei Abstürzen.
Unterschächen/Schweizer Alpen – Jahrzehntelang waren sie unter Eis und Schnee verborgen, jetzt sind sie wieder zum Vorschein gekommen: Auf dem Hüfifirngletscher im Schweizer Kanton Uri hat ein Bergsteiger mehrere Wrackteile eines Flugzeugs entdeckt. Nach Einschätzung der Behörden stammen sie mit größter Wahrscheinlichkeit von einer Maschine, die bereits im Jahr 1963 in den Alpen abgestürzt war.
Der Berggänger meldete seine Entdeckung der Kantonspolizei Uri. Diese schaltete daraufhin die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST ein. Fachleute bestätigten, dass es sich bei den gefundenen Teilen um Leichtmetall eines Flugzeugs handelt. Vollständig identifiziert werden konnte die Maschine bislang allerdings nicht: Entscheidende Komponenten wie der Motor fehlen weiterhin.
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250 Kilogramm Flugzeugteile aus Gletscher in den Alpen geborgen
Die eigentliche Bergung erfolgte bereits am Donnerstag (3. September). Daran beteiligt waren neben der SUST und der Kantonspolizei auch ein privates Helikopterunternehmen, ein Transportunternehmen und das Gebirgsdetachement der Schweizer Luftwaffe.
Insgesamt holten die Einsatzkräfte rund 250 Kilogramm Material vom Gletscher. Die Überreste sollen nun fachgerecht durch einen Recyclingbetrieb entsorgt werden.
Dass Teile eines mehr als 60 Jahre alten Flugzeugs überhaupt noch im Eis lagen, hat einen historischen Grund. Nach Angaben der Kantonspolizei waren Bergungen in schwer zugänglichem alpinem Gelände Anfang der 1960er-Jahre technisch deutlich schwieriger als heute. Die damaligen Wrackteile blieben deshalb teilweise zurück. Erst das Abschmelzen des Hüfifirngletschers brachte sie wieder ans Tageslicht.
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Gleich zwei Flugzeuge stürzten 1963 auf dem Gletscher ab
Besonders ungewöhnlich ist die Geschichte hinter dem Fund. Auf dem Hüfifirngletscher beim Claridenpass kam es im Mai 1963 innerhalb kurzer Zeit zu zwei Flugzeugabstürzen.
Am 9. Mai stürzten ein Pilot und eine Passagierin mit einem Leichtflugzeug des Herstellers Champion ab. Beide überlebten unverletzt. Bereits am folgenden Tag ereignete sich bei einem Bergungsversuch ein weiterer Unfall: Eine Piper Super Cub stürzte ebenfalls auf dem Gletscher ab. Auch dabei wurde niemand verletzt.
Während die Champion-Maschine später geborgen werden konnte, scheiterten mehrere Versuche, auch das zweite Wrack vom Gletscher zu holen. Bei einem Einsatz blieb es zunächst im Schnee hängen und kollidierte beim Transport sogar mit einem Flügel gegen den eingesetzten Hubschrauber. Bei einem weiteren Versuch begann die Last derart stark zu schwingen, dass der Pilot sie ausklinken musste. Das Wrack stürzte daraufhin Hunderte Meter in die Tiefe.
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Ob die nun aufgetauchten Teile tatsächlich von dieser Piper stammen, können die Ermittler noch nicht abschließend bestätigen. Die Behörden halten einen Zusammenhang mit einem der Flugunfälle von 1963 jedoch für äußerst wahrscheinlich.