Gletscherabbruch soll verheerende Sturzflut in Nepal ausgelöst haben
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Mindestens 160 Tote Gletscherabbruch soll verheerende Sturzflut in Nepal ausgelöst haben
Nicht ein Erdstoß, sondern ein Gletscherabbruch soll die Ursache der tödlichen Flutwelle in Nepal gewesen sein, berichtet die Erdbebenwarte USGS. Mindestens 160 Menschen sind tot, Hunderte Menschen werden noch vermisst – darunter mehr als 600 Touristen.
27.08.2026, 05.00 Uhr
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Die verheerende Sturzflut in Nepal ist nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS von einem Gletscherabbruch ausgelöst worden. Die USGS hatte zunächst ein Erdbeben als Ursache für das Unglück vermutet. Nun erklärte sie, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen.
Die USGS hatte am Mittwochmorgen zunächst ein Erdbeben der Stärke 4,4 nahe der Grenze zwischen Nepal und China gemeldet. Am Donnerstag erklärte sie dann, in der Grenzregion habe sich am Mittwoch um 8.37 Uhr Ortszeit »ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 ereignet«. Weitere Analysen hätten ergeben, dass es dabei nicht um ein Erdbeben gehandelt habe, sondern um einen Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine und »katastrophalen Folgen«.
Auch das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (Icimod) in Kathmandu geht davon aus, dass eine Lawine aus Eis und Geröll von einem Gletscher die Sturzflut auslöste. Die Lawine habe erst den Fluss Lhende blockiert und dann die gigantische Flutwelle freigesetzt, sagte der Icimod-Experte Saswata Sanyal.
Bei der Sturzflut waren am Mittwoch mehr als Menschen ums Leben gekommen. Sie zerstörte nach Angaben von Helfern ganze Ortschaften im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet. In Nepal wurden nach Polizeiangaben inzwischen 162 Tote geborgen, die chinesischen Behörden meldeten drei Tote in Tibet.
34 Australier vermisst
Auf beiden Seiten der Grenze zwischen Nepal und Tibet werden noch mehr als 650 ausländische Touristen vermisst. Der Sprecher des nepalesischen Tourismusministeriums, Suraj Ghimire, sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP, zu etwa 468 Reisenden bestehe derzeit kein Kontakt, darunter 75 Nepalesen. In China berichtete der Staatssender CCTV, unter den insgesamt 558 Vermissten in Tibet seien 260 Ausländer.
Die Sturzflut traf unter anderem die Ortschaft Syabrubesi, die der Ausgangspunkt populärer Trekking-Routen ist. Nepals Tourismusbehörde hatte am Mittwoch zunächst von 403 vermissten Touristen gesprochen, darunter 142 Inder, 47 US-Amerikaner, 33 Briten und 24 Kanadier sowie Menschen aus Malaysia, den Niederlanden, Portugal, Südkorea, Südafrika, Italien und auch nepalesische Reisende.
Australiens Premierminister Anthony Albanese erklärte am Donnerstag, unter den Vermissten seien 34 Australier. »Nepal ist ein Entwicklungsland. Es verfügt nicht über die Ressourcen, die in Australien für ein solches Ereignis zur Verfügung stünden. Daher ist die Informationsbeschaffung schwierig«, zitierten australische Medien Ministerpräsident Anthony Albanese.
Weitere Helfer reisen ins Katastrophengebiet
»Wir sprechen den von den schweren Überschwemmungen in Nepal und Tibet, China, Betroffenen unser tiefstes Mitgefühl aus«, schrieb Albanese auf der Plattform X. »Australier in den betroffenen Gebieten sollten den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge leisten.«
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Nach der tödlichen Sturzflut im Himalaja sind weitere chinesische Rettungskräfte in das Katastrophengebiet im Südwesten Tibets aufgebrochen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, erreichte ein Flugzeug mit 111 Experten der Feuerwehr aus Sichuan und Peking den Flughafen in Tingri. Mit Autos würden sie von dort noch fünf bis sechs Stunden zum von der Flut überspülten Grenzübergang Gyirong benötigen, hieß es weiter. Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, erschwerten die großen Schlammmassen in dem Gebiet den Zugang für große Fahrzeuge.
hda/AFP/dpa