DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,29 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber -5,59 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -1,26 % 113,43 USD 21:59:57 WTI +2,08 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,16 % 77.322,98 USD 22:06:07 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:29 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:27:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 22:00:30 EUR/JPY -0,23 % 175,650 JPY 22:00:24

Gold: 7 % Anstieg in 5 Tagen - das steckt dahinter

Wirtschaft

Die Goldpreise sind in den vergangenen Tagen in die Höhe geschnellt, da eine Vielzahl von Faktoren die Attraktivität des Edelmetalls bei Anlegern steigert.

Eine Reihe makroökonomischer und geopolitischer Themen hat erneute Diskussionen über den „Devaluation Trade“ angeheizt, wonach Anleger in reale Vermögenswerte strömen sollten, wenn Währungen wie der Dollar angesichts fiskalischer Instabilität ins Wanken geraten.

Der jüngste Diskussionspunkt in diesem Zusammenhang kam letzte Woche auf, als Scott Bessent ankündigte, das US-Finanzministerium könne die Käufe von US-Anleihen auf vier Milliarden Dollar (etwa 3,43 Milliarden Euro) verdoppeln. Dieser Schritt signalisierte den Märkten, dass die Regierung bestrebt sei, die Renditen künstlich nach unten zu drücken, um die Kreditkosten zu kontrollieren – was von Anlegern als inflationär interpretiert wird.

Goldpreis in die Höhe geschossen

Der Goldpreis schoss nach dieser Nachricht in die Höhe: Das Edelmetall erreichte am Montag ein Dreimonatshoch und stieg innerhalb von fünf Tagen um sieben Prozent auf über 4700 US-Dollar (etwa 4027 Euro) pro Unze (etwa 31 Gramm).

„Am vergangenen Mittwoch kam es zu einem Ausbruch nach oben, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent eine Verdopplung der Rückkäufe von Staatsanleihen am langen Ende der Kurve angekündigt hatte“, erklärte David Morrison, Senior-Marktanalyst bei Trade Nation. „Dies führte zu einem starken Rückgang der Renditen 10- und 30-jähriger Staatsanleihen und einem entsprechenden Einbruch des US-Dollars.“

Bessents Plan, durch den Kauf langlaufender Staatsanleihen in den US-Anleihemarkt einzugreifen, hat einige Kritik hervorgerufen, unter anderem von seinem ehemaligen Investment-Mentor, dem Hedgefonds-Milliardär Stanley Druckenmiller, der diese Woche in einem Gastbeitrag im „Wall Street Journal“ schrieb, dass die politischen Entscheidungsträger „den Anleihemarkt sprechen lassen“ sollten.

Bislang haben sich diese Maßnahmen jedoch positiv auf den Goldpreis ausgewirkt, was vorwiegend auf ihre Auswirkungen auf den US-Dollar zurückzuführen ist. Der Greenback hat seit Bessents Ankündigung gegenüber anderen Währungen an Wert verloren, was die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass Gold und andere Inflationsschutzanlagen wie Silber und Bitcoin zulegen konnten.

„Dies trug dazu bei, sowohl Gold als auch Silber anzukurbeln, da diese beiden Edelmetalle eine enge inverse Korrelation zum Dollar aufweisen, seit sie Ende Januar von ihren jeweiligen Allzeithochs zurückgefallen sind“, fügte Morrison hinzu.

Michael Hsueh, Devisen- und Rohstoffstratege bei der Deutschen Bank, schrieb am Dienstag, dass Bessents Manöver am Anleihemarkt bei Anlegern wahrscheinlich Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der US-Regierung wecken, ihre Schuldenlast langfristig zu finanzieren.

Gold in einer ausgezeichneten Position

Nach Ansicht seines Teams befindet sich Gold jedoch in einer ausgezeichneten Position, da es wahrscheinlich unabhängig davon profitieren wird, wie der Anleihemarkt auf die Intervention reagiert.

„Sollten die Renditen trotz der Intervention erneut steigen, dürfte Gold seine Rallye fortsetzen, da die Renditen möglicherweise aus ‚falschen‘ Gründen steigen. Andererseits könnte der Markt durch einen schwächeren US-Dollar teilweise ein Ventil finden, falls internationale Anleger weniger bereit sind, das Angebot zu den vorherrschenden (niedrigeren) Renditen aufzunehmen.“

Hsueh ist nicht der einzige Finanzexperte, der für Gold ein seltenes Win-Win-Szenario sieht, da die makroökonomischen Bedingungen den „Devaluation Trade“ wieder anfachen. Angesichts der nach wie vor hohen Inflation warten viele Anleger gespannt auf neue Informationen von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh beim Wirtschaftssymposium in Jackson Hole am Freitag.

Chris Mancini, Portfoliomanager bei Gabelli Funds, erklärte gegenüber BUSINESS INSIDER (BI), dass er zwei mögliche Wege sehe, wie Bessents Intervention am Anleihemarkt sich positiv auf die Goldpreise auswirken könnte.

„Es ist ein Beleg für die Unruhe am Markt angesichts steigender Staatsverschuldung, während die langfristigen Renditen in die Höhe schnellen und die Anleihekurse einbrechen, da Anleger für das erhöhte Risiko höhere Renditen verlangen“, sagte er. „Gold ist ein Vermögenswert, der niemandes Verbindlichkeit darstellt. Zudem ist es ein Beleg für staatliche Marktmanipulation, die weitere quantitative Lockerung durch Gelddrucken (Quantitative Easing) oder andere kreative Maßnahmen zur Beeinflussung des Dollarwerts ankündigen könnte.“

Schließlich rücken auch die anhaltenden Befürchtungen hinsichtlich eines Krieges mit dem Iran Gold wieder ins Rampenlicht. Die Inflationsängste werden wahrscheinlich erst dann vollständig abklingen, wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet ist und Energie wieder auf die globalen Märkte fließt. Diese Dynamik geopolitischer Instabilität, die Inflationsängste schürt, schafft die Voraussetzungen dafür, dass Gold weiter an Wert gewinnt.

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