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Gold in Südafrika: Gefährliche Suche als Schattenseite des Booms

Wirtschaft

"Da unten, da ist nur Dunkelheit, es ist mehr als dunkel. Es ist schwarz!" Treffen mit einem Mann aus Simbabwe. Er will anonym bleiben, fürchtet Konsequenzen, wenn er uns offen beschreibt, wie dreckig das Geschäft mit dem Gold sein kann. "Ich war 13 Jahre alt, als ich angefangen habe nach Gold zu suchen. Das war 2004. Es gab einen regelrechten Goldrausch in Simbabwe. Es reichte, mit einer Schaufel zu graben und schon war da Gold." Anders als viele seiner Freunde, nutze er den Ertrag und finanzierte sich so erst die Oberschule, dann das Studium. Hoffen auf den ganz großen Fund Der Mann, der vor uns sitzt, ist Mitte 30. Wenn er spricht, dann ist es fast, als würde man mit ihm hinabsteigen in die kilometertiefen Tunnel der bereits geschlossenen Minen in Südafrika, im Jahr 2014, als er dort als sogenannter Zama-Zama, als illegaler Minenarbeiter, tätig war. In den stillgelegten Minen Südafrikas erhoffte er sich - anders als bei seinen ersten Goldgräber-Jobs in Simbabwe - das große Geld, den lukrativen Goldfund, den sogenannten "Lucky Punch". Eine Hoffnung, die weltweit um die 20 Millionen Menschen in das illegale Goldgräbergeschäft lockt. "Ich hatte Angst, das nicht zu überleben" Sein erster Einsatz führte ihn in eine stillgelegte Goldmine. Der Eingang, ein Loch, lag inmitten einer Farm. Die erste Hürde bestand darin, unentdeckt auf das Gelände zu kommen, dann musste er sich abseilen. Er habe große Angst gehabt: "Als ich den Leuten dabei zusah, wie sie im Dunkel verschwanden, da wollte ich einfach nur zurück nach Hause. Ich hatte Angst, das nicht zu überleben." Illegale Goldsucher in stillgelegter Mine Unten angekommen mussten die Männer zwei Stunden laufen, immer tiefer in den Stollen hinein, teilweise robbten sie sogar, so eng waren die Wege. Die Gruppe bestand aus circa 15 Männern, ein Syndikat. Ihr erster Auftrag: Unter Tage einen Ort zu finden, wo sie schlafen und essen werden, ein Basis-Camp, so nannten sie es. Das Lager war bestenfalls hoch genug, um stehen zu können, geschlafen wurde auf dem blanken Fels. Der Mann aus Simbabwe hatte zwei Liter Cola dabei, ein Brotlaib und Bohnen, Verpflegung für die nächsten Tage. Und Hammer und Meißel, damit sollte er Gesteinsproben nehmen und auf Goldvorkommen prüfen. Sprengen der Stützpfeiler - in der Hoffnung auf Gold In den kommenden Monaten setzten er und seine Kollegen auf immer größere Werkzeuge. Und sie sprengten Stützpfeiler, denn dort vermuteten sie besonders viel Goldvorkommen, schließlich waren das die Überbleibsel von den professionellen Bergleuten. "Der Pfeiler stützt die gesamte Mine, trotzdem müssen wir ihn sprengen", berichtet der Mann. Sie hätten dann aus losen Steinen einen künstlichen Pfeiler nachgebaut - ohne zu wissen, ob er eine vergleichbare Stützfunktion übernehmen könne. "Dieser Fels ist nicht stabil, du musst da weg!" Bis es schiefging: "Wir haben mit Dynamit gesprengt und mussten warten, bis sich der Staub gelegt hat", sagt der Minenarbeiter. "Nach nur wenigen Minuten Wartezeit - man darf nicht zu lange warten, sonst klauen andere illegale Minenarbeiter einem die Steine - sah ich die Risse, das war ein Zeichen dafür, dass der Fels nicht stabil war." Genau in diesem Moment sah er einen seiner Cousins in dem Dunst: "Dann schrie ich: 'Dieser Fels ist nicht stabil, du musst da weg!' Doch es war zu spät. Er fiel auf ihn und zerbrach in Stücke." Sein Cousin überlebte schwerverletzt. Andere haben weniger Glück, sterben gar unter Tage. "Gold hat mich befreit" Der Mann aus Simbabwe arbeitete über zwei Jahre immer wieder in den geschlossenen Minen Südafrikas, 5.100 Euro konnte er sich so ansparen - und nach Deutschland kommen. Seinen Master bestand er mit Auszeichnung und will nun seine Doktorarbeit den illegalen Minenarbeitern widmen. "Ja, Gold hat mich befreit", sagt er. Aber wenn er hier in Deutschland Menschen sehe, die Gold trügen, dann werde er emotional. "Ich denke daran, wie es unter großem Schweiß, mit viel Blut und unter großem Leid gewonnen wurde." Er sehe das Leid, das mit Gold einhergeht und frage sich, ob diese Menschen wirklich wissen, woher das Gold stammt, dass sie an sich tragen. "Und ich frage mich: Warum bauen wir das Golderz unter Einsatz unseres Lebens tief unter der Erde überhaupt ab, wenn es direkt nach Europa und Amerika transportiert wird und dann dort in den Tresoren verschwindet?" Wichtiger Hinweis in eigener Sache Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt. Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick. → Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.

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