DAX +1,30 % 25.791,36 Pkt 11:06:07 MDAX +0,29 % 32.337,46 Pkt 11:06:08 Euro Stoxx 50 +0,89 % 6.400,61 Pkt 11:06:00 Dow Jones -1,02 % 52.208,06 Pkt 22:56:30 S&P 500 +0,12 % 7.437,63 Pkt 22:44:35 Nasdaq +0,99 % 25.122,18 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +0,35 % 4.114,40 USD 11:10:53 Silber -0,91 % 58,28 USD 11:10:56 Brent -0,94 % 88,19 USD 11:00:23 WTI -0,87 % 82,86 USD 11:10:56 Bitcoin -1,64 % 63.665,00 USD 11:21:02 EUR/USD +0,44 % 1,15180 USD 11:20:22 EUR/GBP -0,26 % 0,85560 GBP 11:21:06 EUR/CHF -0,32 % 0,92970 CHF 11:21:07 EUR/JPY -1,84 % 183,802 JPY 11:21:02

Gold-Preis fällt 30 Prozent vom Rekord: Mögliche Trendwende droht

Wirtschaft

Nach Rekordhoch im Sinkflug Gold verliert an Glanz – ist der Aufwärtstrend wirklich vorbei? Von t-online, llb Aktualisiert am 31.07.2026 - 09:16 UhrLesedauer: 4 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Der Goldpreis steckt seit Monaten in der Korrektur. Warum Experten trotzdem nicht von einer Trendwende sprechen und worauf Anleger jetzt besonders achten sollten. Gold hat seit seinem Rekordhoch im Januar dieses Jahres bis heute knapp 30 Prozent an Wert eingebüßt. Ende Januar 2026 markierte das Edelmetall mit rund 5.595 US-Dollar je Feinunze ein Allzeithoch, Mitte Juli notierte es nur noch bei etwa 4.020 bis 4.040 US-Dollar. Müssen sich Anlegerinnen und Anleger Sorgen machen? Nach Einschätzung von Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB, gibt es bislang keine Anzeichen für eine größere strukturelle Trendwende. Was derzeit passiere, sei eine gesunde Korrektur nach einer außergewöhnlichen Rally. Langfristige Treiber bleiben intakt Zur Erinnerung: Seit Januar 2023 hat sich der Goldpreis um rund 120 Prozent erhöht. Getrieben wurde die Rally vor allem durch geopolitische Risiken, die hohe Staatsverschuldung, Inflationssorgen und die zunehmende Abkehr vieler Zentralbanken vom US-Dollar. Nach Einschätzung von Klatt führen der starke Kursanstieg und Gewinnmitnahmen nun zu Umschichtungen. Die langfristigen Treiber des Goldpreises seien jedoch weiterhin intakt. An den weltweiten Krisenherden, der hohen Staatsverschuldung und den Goldkäufen der Zentralbanken habe sich nichts geändert. Warum Dollar und Zinsen den Goldpreis bremsen Kurzfristig bestimmt jedoch die Geldpolitik das Geschehen. Ein stärkerer US-Dollar, höhere Realzinsen und steigende Renditen amerikanischer Staatsanleihen erhöhen die Opportunitätskosten einer Goldanlage. Das bedeutet, dass Anleger dadurch auf mögliche Erträge aus alternativen verzinslichen Anlagen verzichten. Hinzu kommt die Erwartung, dass die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs länger beibehalten könnte als bislang angenommen. Nach der Fed-Sitzung im Juli blieb der Leitzins zwar in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen für eine weitere Zinserhöhung im laufenden Jahr. Hintergrund sind Inflationsrisiken, die durch höhere Energiepreise verstärkt werden. Das erklärt laut Klatt auch, warum Gold trotz der Unsicherheit im Iran-Konflikt, schwankender Energiepreise und der Sorge vor einer Ausweitung geopolitischer Spannungen zuletzt nicht stärker profitieren konnte. "Die Märkte richten ihren Blick derzeit vor allem auf Inflationsdaten, Renditebewegungen und die zukünftige Zinspolitik in den Vereinigten Staaten", so Klatt. Asiatische Käufer könnten den Markt stützen Neben den USA spielt die physische Nachfrage aus Asien eine zentrale Rolle für den weiteren Goldpreisverlauf. In China schwächte sich die Großhandelsnachfrage im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Händler bestellten weniger Ware für ihre Lager – ein Hinweis auf eine geringere Nachfrage der Endverbraucher. Vor allem der Schmuckverkauf litt unter dem hohen Preisniveau. Die Nachfrage nach Barren, Münzen und Gold-ETFs entwickelte sich dagegen volatil. Auf starke Zuflüsse zu Jahresbeginn folgten laut Klatt Abflüsse, als die Preise nachgaben. "Bei Preisen um oder unter 4.000 US-Dollar dürfte das Kaufinteresse aus Asien spürbar zurückkehren", erwartet Klatt. "Die Nachfrage nach Schmuck, Barren und Münzen könnte dann einen wichtigen Stabilisierungsbeitrag leisten. Das gilt insbesondere für China und Indien, wo Gold eine große kulturelle und finanzielle Bedeutung hat." Zentralbanken kaufen weiter Gold Stützend wirken zudem die anhaltenden Goldkäufe der Zentralbanken, allen voran der People's Bank of China (PBoC). Nach Angaben des World Gold Council kauft Peking seit Jahren massiv Gold, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Bis Mitte 2026 stiegen Chinas offizielle Goldreserven auf mehr als 2.340 Tonnen. Das ist nicht das Ende: Darum fällt der Goldpreis mitten in der Krise Zentralbanken handeln häufig antizyklisch. Als der Goldpreis im Juni 2026 deutlich einbrach, tätigte die PBoC laut Reuters mit knapp 15 Tonnen den größten monatlichen Goldkauf seit Jahren. Für Staaten ist physisches Gold im eigenen Tresor das einzige liquide Vermögen, das vollständig vor ausländischen Zugriffen oder Sanktionen geschützt ist. Anders als Privatanleger oder Fondsmanager verfolgen Zentralbanken zudem keine kurzfristigen Gewinnziele. Sie bauen ihre Goldbestände langfristig aus. Wo Analysten den Goldpreis sehen Nach dem deutlichen Kursrückgang wirkt Gold im Vergleich zum Jahresbeginn wieder attraktiver bewertet. Eine Reuters-Umfrage unter 29 Analysten von Ende Juli deutet darauf hin, dass der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibt. Für die kurzfristige technische Entwicklung rückt laut Marktanalyst Klatt vor allem die Zone zwischen 3.900 und 4.000 US-Dollar je Feinunze in den Fokus. Sie gelte als wichtige psychologische Unterstützung. Fällt Gold nachhaltig darunter, könnte sich die Korrektur zunächst fortsetzen. Auf der Oberseite sieht Klatt einen ersten relevanten Widerstand zwischen 4.100 und 4.200 US-Dollar. Loading... Loading... Loading... JP Morgan erwartet im vierten Quartal einen Durchschnittspreis von 6.000 US-Dollar. Wells Fargo prognostiziert für das Jahresende sogar 6.100 bis 6.300 US-Dollar. Commerzbank und Goldman Sachs rechnen dagegen eher mit einer Seitwärtsbewegung und sehen den Goldpreis zwischen 4.500 und 5.000 US-Dollar. Als Gründe nennen die Analysten die restriktive Geldpolitik der Fed sowie die jüngsten Abflüsse aus Gold-ETFs. Das sollten Anleger jetzt im Blick behalten Entscheidend bleiben laut Klatt die kommenden US-Inflationsdaten und die nächste Fed-Sitzung Mitte September. Sollte die Inflation nachlassen oder die Notenbank weniger restriktiv auftreten als erwartet, könnten der US-Dollar und die Realzinsen nachgeben. Davon dürfte auch Gold profitieren. Umgekehrt könnte eine weitere Aufwertung des Dollars zusammen mit steigenden Anleiherenditen die Korrektur verlängern. Sollte Gold nochmals um 10 bis 15 Prozent nachgeben, dürfte die Nachfrage von Privatanlegern, asiatischen Käufern und Zentralbanken deutlich zunehmen, glaubt Klatt. "Eine nachhaltige Trendwende nach unten erscheint daher derzeit unwahrscheinlich."

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