Gold und Bitcoin: Finanz-Experten rät zur Vorsicht vor dem Staat
Können die Notenbanken in Zeiten hoher Staatsschulden noch wirksam die Inflation bekämpfen? Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch, glaubt das nicht. Im Interview mit dem YouTube-Kanal „René will Rendite“ rät er dennoch dazu, Gold nur in Maßen als Inflationsschutz ins Depot zu nehmen.
Der Grund: Vorndran fürchtet in Zeiten hoher Staatsschulden unberechenbare staatliche Eingriffe: „Ich mache mir zunehmend Gedanken, dass angesichts der Probleme beim Papiergeld sich in den Finanzministerien dieser Welt smarte Damen und Herren überlegen: Wie kann man denn die Fluchtlöcher stopfen, die heute noch existieren, um aus diesem Papiergeld herauszukommen?“
Gold und Bitcoin im Visier des Staates
Es sei nicht auszuschließen, so Vorndran weiter, dass die Regierungen aus ökonomischer Not heraus anfangen, Investments in Krypto, Edelmetalle und weitere Geldersatzinstrumente durch Steuern und andere Maßnahmen unattraktiver zu machen. Der Experte nennt als Beispiel die Diskussion um eine Besteuerung der Kursgewinne bei Bitcoin in Deutschland: Nach den Plänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sollen Gewinne nicht mehr wie bisher nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei sein.
Vorndran verweist auf historische Vorfälle wie die Zeit der deutschen Hyperinflation, um seine Befürchtungen zu untermauern. Damals gab es eine sogenannte „Devisenpolizei“, die Edelmetalle sowie Fremdwährungen konfiszierte. Auch in den USA gab es eine Phase, in der der Besitz von Gold weitestgehend verboten war.