Goldman sieht die KI-Blase dort, wo Anleger sie nicht suchen
An der Wall Street bröckeln zwei Gewissheiten gleichzeitig: dass Tech-Giganten ihre KI-Milliarden schon irgendwie verdienen werden – und dass das klassische 60/40-Portfolio Anleger schützt, wenn es ungemütlich wird. Ausgerechnet Goldman Sachs und Apollo, zwei Adressen, die selten mit Crash-Rhetorik auffallen, liefern jetzt die härtesten Warnsignale. Goldman-Aktienchefstratege Peter Oppenheimer schrieb am Montag, im Technologiesektor gebe es "offenbar keine Bewertungsblase, aber möglicherweise eine Gewinnblase". Der Punkt ist heikel: Die Aktien müssen nicht zwingend klassisch überteuert wirken, wenn die erwarteten Gewinne selbst zu optimistisch sind. Genau dann kann der Markt lange stabil aussehen – bis Anleger plötzlich merken, dass die künftigen Erträge die KI-Ausgaben nicht tragen. Apollo-Chefökonom Torsten Slok ging noch weiter. Er schrieb in seiner "Daily Spark"-Notiz, dass "das 60/40-Portfolio gescheitert ist". Seine Begründung: Wenn der KI-Trade nachlässt und die US-Staatsverschuldung weiter steigt, reagieren weder Aktien noch Anleihen so, wie Anleger es jahrzehntelang gewohnt waren. Das alte Schutzversprechen aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen verliert damit ausgerechnet in dem Moment an Glaubwürdigkeit, in dem viele Depots wieder Schutz bräuchten. Wie nervös der Markt bereits ist, zeigte die vergangene Big-Tech-Woche. Microsoft sprang nach starken Zahlen um 17 Prozent und gewann an einem einzigen Tag fast 500 Milliarden US-Dollar Börsenwert hinzu – die größte Tagesbewegung seit dem Finanzkrisenjahr 2008. Gleichzeitig wurden andere KI-Schwergewichte trotz starker Zahlen abgestraft: Alphabet verlor rund 4 Prozent, Meta fast 10 Prozent. Anleger feiern KI-Ausgaben also nicht mehr automatisch. Sie fragen zunehmend, wer sich diesen Investitionsrausch dauerhaft leisten kann. Genau dort setzt die Gewinnblasen-These an. Seit ChatGPT haben die großen Hyperscaler ihre Investitionen massiv hochgefahren. Laut Oppenheimer haben diese Ausgaben die einst überlegenen Cashflows der größten US-Aktien zunehmend ausgehöhlt und sie stärker an Anleihe- und Aktienmärkte gedrängt. Der frühere Bewertungsaufschlag der fünf größten US-Aktien gegenüber dem Rest des S&P 500 sei deshalb fast verschwunden. Exklusiv für wallstreetONLINE UserEröffnen Sie bis zum 31.08.2026 ein Depot bei Smartbroker+ und erhalten Sie einen Anteil Ihrer Lieblingsaktie in unserer Auswahl im Wert von 50 Euro. Die Warnzeichen kamen nicht über Nacht. JPMorgan-Chef Jamie Dimon sagte bereits im Juni: "Es herrscht Euphorie, Leute … Da draußen herrscht große Überschwänglichkeit." Ray Dalio erklärte gegenüber Bloomberg, seine Blasenindikatoren zeigten, dass die Märkte "fast – aber nicht ganz – das gleiche Niveau wie im Jahr 2000 und das gleiche Niveau wie 1929 erreichten". IBM lieferte Mitte Juli den Schock dazu: Die Aktie verlor an einem Tag 25 Prozent und vernichtete rund 40 Milliarden US-Dollar Börsenwert – wegen einer Umsatzverfehlung von nur 3,7 Prozent. Für Anleger ist das die unbequeme Botschaft: Der KI-Boom muss nicht sofort platzen. Aber selbst die Optimisten beginnen zuzugeben, dass die Rechnung gefährlicher wird. Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion Der Analyst erwartet ein Kursziel von 8132,88Pkt, was eine Steigerung von +5,00% zum aktuellen Kurs entspricht. Mit diesen Produkten können Sie die Kurserwartungen des Analysten übertreffen. Morgan Stanley Alle Partner Übernehmen Für Ihre Einstellungen haben wir keine weiteren passenden Produkte gefunden. Bitte verändern Sie Kursziel, Zeitraum oder Emittent.Alternativ können Sie auch unsere Derivate-Suchen verwenden Knock-Out-Suche | Optionsschein-Suche | Zertifikate-Suche Werbung Disclaimer Achtung, Korrektur! 5 Werte vor dem Abgrund