DAX +1,75 % 26.039,68 Pkt 18:00:00 MDAX +0,99 % 30.798,65 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,64 % 6.207,07 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 52.342,56 Pkt 21:33:51 S&P 500 -0,03 % 7.720,39 Pkt 21:32:46 Nasdaq -1,11 % 26.184,73 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,10 % 64.659,47 Pkt 07:45:03 Gold -0,45 % 4.033,30 USD 21:59:58 Silber -2,31 % 52,22 USD 21:59:48 Brent -3,28 % 111,54 USD 21:59:30 WTI +0,08 % 102,86 USD 21:59:57 Bitcoin -2,35 % 79.360,78 USD 22:32:32 EUR/USD +0,43 % 1,11780 USD 22:31:42 EUR/GBP -0,10 % 0,83530 GBP 22:32:35 EUR/CHF -0,13 % 0,92110 CHF 22:32:30 EUR/JPY +0,21 % 176,155 JPY 22:32:34

Goldpreis am Jahresende bei 5000 Dollar?

Wirtschaft

Wer Gold kauft, tut dies unter anderem in der Hoffnung, dass die Zinsen niedrig bleiben respektive sinken. Denn je niedriger das Zinsniveau ist, umso geringer ist der Vorteil, den verzinste Anlagen gegenüber unverzinstem Gold haben. Sind die Zinsen dagegen hoch oder steigen sie, verliert Gold an Attraktivität.

Das ist eine der Erklärungen dafür, dass der Goldpreis in den vergangenen Wochen deutlich gefallen ist. Die Zentralbanken in den USA und in Europa haben wegen der hohen Inflation zuletzt die Zinsen angehoben, und dabei wird es aller Voraussicht nach in diesem Jahr nicht bleiben. Also geht der Goldpreis nach unten. Die Bilanz der jüngeren Vergangenheit: fünf Prozent Kursverlust binnen einer Woche, sieben Prozent im zurückliegenden Monat, mehr als acht Prozent im vergangenen Halbjahr. Auch am Montagvormittag ging der Preis um mehr als drei Prozent zurück. Was man natürlich auch als Chance zum Einstieg begreifen kann – wenn der Kurs denn aktuell tatsächlich Potenzial nach oben hat.

Haben Anleger, die jetzt kaufen, eine Chance, in absehbarer Zeit Kursgewinne zu erzielen, die nicht durch die Inflation weggefressen werden? Davon sind zumindest die Experten der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs überzeugt. Sie sehen den Preis für eine Feinunze (rund 31 Gramm) am Jahresende bei 4900 Dollar. Das heißt: Auch die jüngsten Kursrückgänge haben die Banker nicht dazu gebracht, ihre Prognose zu ändern. Und für die führen sie aktuell neue Zahlen über die Goldkäufe durch die Zentralbanken ins Feld. Deren Käufe fallen den jüngsten Berechnungen der Bank zufolge stärker aus, als es offizielle Statistiken vermuten lassen. Und sie könnten damit stärker ins Gewicht fallen als höhere Zinsen und höhere Ölpreise, die die Inflation treiben und damit die Notwendigkeit von Zinssteigerungen erhöhen.

In Zahlen heißt das: Die 4900-Dollar-Preisprognose geht davon aus, dass Zentralbanken in diesem Jahr durchschnittlich 50 Tonnen Gold pro Monat kaufen und 2027 zehn Tonnen weniger. Zum Vergleich: Im Juli seien es 44 Tonnen gewesen. Auf Quartalsbasis seien es 91 Tonnen gewesen, also deutlich mehr als der geschätzte Jahresdurchschnitt. Als Käufer fällt den Angaben von Goldman Sachs vor allem die chinesische Notenbank ins Auge. Die Banker gehen davon aus, dass Peking allein im Juli rund 35 Tonnen gekauft haben könnte und damit drei Viertel mehr, als es offiziell gemeldet hat.

Das Banker-Fazit: Selbst wenn die Zinsen steigen und jene, die bisher in Gold-ETCs und Ähnliches investiert haben, ihre Investments zurückfahren, würde das den Aufwärtstrend nur bremsen. Selbst für ein solches Szenario glaubt Goldman Sachs aber immer noch an einen Jahresendstand von mehr als 4400 Dollar je Feinunze. Was immerhin noch eine Bruttorendite von sieben Prozent bis Ende Dezember bedeuten würde. Oder noch höher, wenn es gar über die 5000-Dollar-Marke hinausgehen würde.

Die Frage ist, ob die Rechnung der Goldman-Sachs-Banker so tatsächlich aufgeht. Denn ohne eine dauerhafte Einigung über die Öffnung der Straße von Hormus droht der Ölpreis immer wieder zu steigen. Und bei allem Zickzack der Kursentwicklung muss man zumindest feststellen, dass der Preis zuletzt binnen eines Monats um zehn Prozent nach oben gegangen ist. „Vorher sind Dollarreserven in Goldreserven umgewandelt worden, aber nach dem Anstieg der Energiepreise brauchen viele Dollar, um Öl kaufen zu können“, sagte jüngst Chris-Oliver Schickentanz, Vorstandsmitglied des Vermögensverwalters Capitell, unserer Redaktion. Die zwangsläufige Folge: Dollar werden in solchen Fällen verkauft. Zudem ist die Rendite amerikanischer Staatsanleihen zuletzt bei 3,57 Prozent auf ein 19-Jahres-Hoch gestiegen. Da wird mancher Anleger nachdenklich, ob sein Geld in einer Zinsanlage nicht besser aufgehoben wäre.

Und dann wären da noch die möglichen Folgen steigender Zinsen in den USA für Gold-Käufer im Euro-Raum: Investitionen im Dollar-Raum würden attraktiver. Das ließe den Kurs der amerikanischen Währung steigen, würde aber im Gegenzug dazu führen, dass für Käufer aus dem Euro-Raum das Edelmetall teurer würde. Auch das kann Anleger abschrecken.

Am Ende bleibt die Frage nach der Preisentwicklung also eine danach, welcher Trend am Ende die Oberhand behält. Und es bleibt die altbekannte Weisheit, dass in turbulenten Zeiten Gold zwar bei der Diversifizierung des Portfolios helfen kann, aber nach Einschätzung vieler Fachleute nicht mehr als fünf Prozent am gesamten Portfolio ausmachen sollte.

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