Goldpreis: Fed-Chef Warsh zieht Rallye den Stecker - Gold stürzt vorerst ab
Die Rede von Warsh versetzte den Anleihe- und auch den Devisenmarkt in Aufruhr. Die Marktakteure begannen damit, einen Zinsschritt einzupreisen. Die Renditen der US-Staatsanleihen legten auf breiter Front zu. Besonders heftig reagierten die Renditen der 2-jährigen US-Staatsanleihen, die auf 4,35 Prozent hochschossen, die 10-jährigen US-Anleihen liefen wieder über die wichtige Marke von 4,7 Prozent.
Der US-Dollar bekam Oberwasser. Der wichtige US-Dollar-Index erholte sich und setzte am Freitag bereits die wichtige Marke von 100 Punkten unter Druck.
Wie reagieren die ETF-Investoren auf die Warsh-Rede?
Die Käufe der ETF-Investoren entwickelten sich in den letzten Tagen zu einer wesentlichen Stütze der Goldpreisrallye. So legten die Bestände des SPDR Gold Shares zuletzt kräftig zu. Nach der Warsh-Rede kommt dieser Trend auf den Prüfstand. Kehren die Investoren den physisch besicherten Gold-ETFs wieder den Rücken oder nutzen sie den Schwächeanfall des Edelmetalls gar für antizyklische Neukäufe? In den nächsten Tagen steht daher nicht nur die Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares, des weltgrößten physisch besicherten Gold-ETFs, unter besonderer Beobachtung.
Fazit – War es das jetzt mit Goldpreisrallye?
Die Warsh-Rede ließ den Goldmarkt beben. Der Rücksetzer unter die 4.500 US-Dollar könnte nun weitere Abgaben in Richtung 4.200 US-Dollar provozieren. Möglicherweise rückt noch einmal die Zone 4.000 US-Dollar / 3.950 US-Dollar in den Fokus. Spannend wird zudem der Wochenauftakt. Setzt sich die Preisschwäche fort oder zieht der Rücksetzer Käufer in den Markt und es kommt zu einer Gegenreaktion? Eine rasche Rückkehr des Goldpreises über die 4.500 US-Dollar würde die Lage stabilisieren
Kurzum. Die Goldpreisrallye hat einen Dämpfer bekommen. Mehr ist aber noch nicht passiert. Goldinteressierte sollten vor allem den US-Dollar-Index im Auge behalten. Solange dieser unterhalb von 100 Punkten bleibt, ist alles im grünen Bereich. Sollte es allerdings zu einem dynamischen Ausbruch über die 100 Punkte kommen, ist Obacht geboten.
Kurzfristig sind zwar Turbulenzen bei Gold nicht ausgeschlossen, doch langfristig ist das bullische Szenario mit Ziel 5.500 US-Dollar unverändert intakt. Vor diesem Hintergrund bleiben die Aktien von Goldproduzenten wie Barrick Mining, Newmont Corp, Kinross Gold oder aber Agnico Eagle Mines interessante Alternativen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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