Goldpreis-Prognose: Droht am Freitag bereits der nächste Hammer?
Die erste Reaktion des Goldpreises fiel heftig aus. Innerhalb kürzester Zeit rutschte der Preis um fast 100 US-Dollar ab und kam erst im Bereich von 4.375 US-Dollar zum Stehen. Die Vehemenz des Rücksetzers ließ für den restlichen Freitagshandel nicht viel Gutes erwarten. Weitere Abgaben drohten in dieser Phase. Doch es kam anders. Gold stemmte sich gegen den drohenden Crash und drehte wieder nach oben ab. Der Wochenschluss oberhalb von 4.400 US-Dollar ist ein wichtiger Fingerzeig – die Goldrallye lebt.
Gold-ETF-Investoren nach wie vor in Kauflaune
Nach einer Flaute strömen seit Ende Juli die ETF-Investoren in die physisch besicherten Gold-ETFs. So verzeichnete unter anderem der SPDR Gold Shares bis zur Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichtes kräftige Zuflüsse. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob die Jobdaten den Trend brechen konnten. Die Käufe der physisch besicherten Gold-ETFs sind eine treibende Kraft hinter der Goldpreisrallye.
Anleiherenditen und US-Dollar machen Gold zu schaffen, aber…
Nach der Warsh-Rede waren die US-Arbeitsmarktdaten der zweite Rückschlag für den Goldpreis innerhalb weniger Handelstage. Und dennoch lebt die Goldpreisrallye, wie die Gegenreaktion am Freitag zeigte. Die Anleiherenditen liegen auf exponierten Niveaus. Nicht zuletzt die US-Arbeitsmarktdaten und die hohen Ölpreise zeichnen dafür verantwortlich. Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass sich die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen nicht oberhalb von 4,8 Prozent festsetzen können. Bei den 2-jährigen Papieren bietet sich ein ähnliches Bild. Sie stoßen zwar hin und wieder über die 4,4 Prozent vor, doch will es auch ihnen nicht gelingen, sich dort festzusetzen. Und auch der US-Dollar-Index erholte sich zuletzt zwar kräftig, aber bis dato wollte ihm der Sprung über die 100 Punkte nicht gelingen.
Inflationsdaten werfen ihre Schatten voraus
In der neuen Handelswoche stehen ganz klar die US-Preisdaten im Fokus. Am 10. September (Donnerstag) werden die aktuellen US-Erzeugerpreise veröffentlicht und am 11. September die aktuellen US-Verbraucherpreisdaten. Einmal mehr könnte also ein Freitag den Goldmarkt zum Beben bringen.
Fazit
Die US-Arbeitsmarktdaten haben der Fed vermeintlich weitere Gründe geliefert, am 16. September den Leitzins anzuheben. In der letzten Gold-Kommentierung an dieser Stelle haben wir die politische Sprengkraft einer Zinsanhebung thematisiert, schließlich stehen Anfang November die außerordentlich wichtigen US-Kongresswahlen an.
Die US-Verbraucherpreisdaten gilt es dennoch zu beachten. Sollten sie der Fed keine andere Wahl lassen, als die Zinsen anzuheben, dürfte es für Gold zumindest temporär ungemütlich werden. Eine Zinsanhebung ist aber bereits mehr oder weniger eingepreist. Sollte diese aus welchen Gründen auch immer ausbleiben, könnte das die Goldpreisrallye wieder aufleben lassen. Aus charttechnischer Sicht drehte der Goldpreis an entscheidender Stelle wieder nach oben ab und verhinderte so den Wiedereintritt in den Abwärtstrend. Nun muss es darum gehen, die Widerstände bei 4.500 US-Dollar und 4.600 US-Dollar zu überwinden. Rücksetzer bleiben im besten Fall auf 4.200 US-Dollar begrenzt.
Ungeachtet dessen gilt unverändert: Solange der Goldpreis oberhalb von 3.950 US-Dollar notiert, ist das bullische Szenario mit einem Bewegungsziel jenseits der 5.000er Marke zu präferieren. Vor diesem Hintergrund bleiben die Aktien von Goldproduzenten wie Barrick Mining, Newmont Corp, Kinross Gold oder aber Agnico Eagle Mines interessante Alternativen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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