Goldpreis-Prognose: Droht Gold der totale Absturz? Angst vor dem Mittwoch
Ein weiteres Warnzeichen sendet die aktuelle Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares, des bekanntlich weltgrößten physisch besicherten Gold-ETFs. Wir nutzen die Bestandsentwicklung als rudimentären Indikator, um die Stimmung im Goldsektor zu erfassen. Und wenn es nach diesem Indikator geht, dann trübt sich die Stimmung gerade massiv ein. Zuletzt waren Gold-ETF-Investoren noch bereit, die Goldpreisschwäche zu kaufen. In der zweiten Hälfte der abgelaufenen Handelswoche brachen die Käufe ab. Stattdessen zogen sich die Investoren zurück. Die Bestände des SPDR Gold Shares sanken deutlich. Sollte sich der Trend manifestieren, wäre das ein deutliches Warnsignal. Die Kaufaktivitäten der Gold-ETFs waren neben den Goldkäufen der Zentralbanken eine tragende Säule der Goldpreisrallye. Sollte diese Säule nun wegbrechen, könnte das fatale Folgen haben.
US-Dollar-Index als Zünglein an der Waage
Bereits in der Kommentierung von vor einer Woche war die extrem spannende Konstellation im US-Dollar-Index ein wichtiges Thema. Der US-Dollar-Index hatte mit dem Bereich von 101,8 Punkten den zentralen Widerstandsbereich ausgehebelt. Das frische Kaufsignal trug den Index zunächst auf 103 Punkte – sehr zum Leidwesen von Gold (und den anderen Edelmetallen). Im Bereich von 103 Punkten setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein. Der US-Dollar-Index rutschte auf das Ausbruchsniveau zurück. Und dort verharrt der Index noch immer. Der US-Dollar-Index steht vor entscheidenden Handelstagen. „Entscheidet“ er sich für die Korrektur, wäre das dem Goldpreis zuträglich. Sollte es hingegen für den US-Dollar-Index wieder nach oben geben, könnte es für Gold eng werden. Vor diesem Hintergrund muss auf die anstehende Leitzinsentscheidung der Fed verwiesen werden. Das FOMC der US-Notenbank tagt hierzu am 27. und 28. Oktober. Eine Leitzinsanhebung jetzt im Oktober würde überraschen und wohl auch für massive Turbulenzen sorgen. Der Fokus dürfte daher auf den begleitenden Kommentaren und Kommuniqués liegen. Diese könnten eine gewisse Sprengkraft in sich bergen – nicht zuletzt mit Blick auf die Dezember-Sitzung der Fed.
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Goldminenaktien brechen ein
Für die Goldminenaktien ging es zuletzt eine Etage tiefer. Barrick, Newmont, Kinross Gold oder Agnico Eagle Mines – der Sturm fegt(e) einmal durch den Sektor. Die zuletzt an dieser Stelle noch thematisierte Unterstützung von 700 Punkten im Arca Gold Bugs Index ist passé. Der Index rauschte am Freitag darunter. Weitere Abgaben in Richtung 600 Punkte drohen nun. Ein solcher Rücksetzer könnte jedoch auf lange Sicht antizyklische Chancen bieten. So hieß es unter anderem zuletzt „[…] Ungeachtet der kurzfristigen Risiken gilt es, auf die langfristig unverändert exzellenten Perspektiven für Goldproduzenten zu verweisen. Sollte es daher zu einer weiteren Korrekturwelle kommen, könnte es sich gerade für langfristig orientierte Anleger lohnen, die kurzfristige Verunsicherung und mögliche Turbulenzen zu nutzen, um den Markt nach antizyklischen Gelegenheiten zu sondieren. […]“
Fazit – Nun geht’s ans Eingemachte
Die vergeblichen Versuche, die Marke von 4.200 US-Dollar zu überwinden und so für Entlastung zu sorgen, wirken nach. Der Goldpreis hat die Unterstützung von 4.050 US-Dollar unterschritten und testet nun die 4.000 US-Dollar. Knapp darunter befindet sich mit 3.950 US-Dollar die nächste relevante Zone. Ein Rücksetzer unter die 3.950 US-Dollar würde die Falltür in Richtung 3.500 US-Dollar öffnen. Die nächsten Tage werden entscheiden, ob und mit welcher Vehemenz der Goldpreis unter die 4.000er Marke rauschen wird. Eine Bewegung auf 3.500 US-Dollar (und möglicherweise auch darunter) sollte vor dem Hintergrund der aktuellen Gemengelage nicht überraschen. Die Mehrheit der Marktakteure dürfte den (finalen) Abverkauf erwarten. Und genau darin könnte die Chance für Gold liegen!
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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