Goldpreis-Prognose: Startet Gold jetzt die Trendwende? 4 Gründe sprechen dafür
Aktuelle Goldpreisentwicklung – ein Schritt vor, ein Schritt zurück Die gute Nachricht vorweg: Auch zuletzt stemmte sich der Goldpreis erfolgreich gegen den Rutsch unter die 3.950 US-Dollar und damit gegen einen drohenden Abverkauf. Gleichzeitig zeigten die letzten Handelstage aber auch, dass das Aufwärtspotenzial noch begrenzt ist. So geriet die Erholungsrallye nach der Fed-Sitzung vom Mittwoch schnell an ihre Grenzen und wurde wieder abverkauft. Ein ähnliches Bild bietet sich auch bei Silber und Platin. Deutlich bullischer ist da schon die Konstellation bei Kupfer. Der Kupferpreis macht sich zur Rallye bereit und übernimmt damit womöglich eine Vorreiterrolle. Auf den ersten Blick wirkt der Goldpreis nicht in der Lage, Kupfer hinterherzuspringen. Ein zweiter Blick nährt aber durchaus Hoffnungen, denn es gibt Gründe, die für ein nahendes Comeback bzw. gar für eine Trendwende des Edelmetalls sprechen. Man sollte Gold in den kommenden Monaten nicht abschreiben. Die Geißel des Goldpreises – ein starker US-Dollar Ein starker US-Dollar ist der Goldpreisentwicklung nicht sonderlich zuträglich. Das zeigte sich auch zuletzt, als haussierende Ölpreise die Renditen der US-Staatsanleihen ankurbelten und der US-Dollar daraufhin Oberwasser bekam. Der aussagekräftige US-Dollar-Index brach schwungvoll über die 100 Punkte aus. Rasch gewann der Ausbruch an Dynamik. Doch der entscheidende Sprung über die 102 Punkte blieb dem US-Dollar-Index in den letzten Wochen verwehrt. Als Reaktion auf die Fed-Leitzinsentscheidung vom Mittwoch geriet der US-Dollar-Index unter Druck. Aktuell steht das ehemalige Ausbruchsniveau von 100 Punkten im Fokus. Für Gold wäre es nicht das schlechteste Szenario, sollte der US-Dollar-Index wieder unter die 100 Punkte abtauchen. Gold-ETF-Investoren fassen wieder (etwas) Mut Die Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares dient uns an dieser Stelle regelmäßig als rudimentärer Indikator, um die Stimmung im Goldsektor zu erfassen. Nach einem beachtlichen Aderlass stabilisierten sich die Bestände des SPDR Gold Shares zuletzt. Zum Zeitpunkt unserer letzten Gold-Kommentierung waren sogar Mittelzuflüsse zu beobachten. Diese Entwicklung setzte sich in den letzten Tagen zwar nicht fort, doch der Boden scheint dennoch gefunden zu sein. Läutet Saisonalität Countdown zur Gold-Trendwende ein? Die ausgeprägte Schwäche des Goldpreises in der ersten Jahreshälfte passt durchaus in das saisonale Muster des Edelmetalls. Die Monate Juli und August bilden den Abschluss der saisonalen Schwächephase. Gleichzeitig wird in den beiden Monaten nicht selten der Grundstein für ein starkes Jahresfinale gelegt. Die aktuelle Bodenbildung bei Gold passt daher ebenfalls ins Bild. Ein wenig Geduld dürfte in Bezug auf Gold noch erforderlich sein. Entscheidend könnte der September werden. Zum einen ist es der Monat, in dem sich der Goldpreis gern einmal aufschwingt. Zum anderen dürfte das FOMC der Fed am 15. und 16. September die wohl wichtigste Sitzung des Jahres abhalten. Der Zinsentscheid ist dabei nur ein Aspekt. Im September werden die quartalsweise erscheinenden Projektionen der US-Notenbank zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Inflation und Zinsen präsentiert. Gibt es hier im Vergleich zum Juni gravierende Veränderungen? Charttechnik im Fokus – Gold verteidigt wichtige Unterstützung Und auch die Charttechnik sendet durchaus hoffnungsvolle Signale. Das markante Januar-Hoch jenseits der 5.500 US-Dollar ist weit entfernt. Die Korrektur hatte Gold zuletzt in die Knie gezwungen. In den letzten Wochen machte das Edelmetall jedoch hinsichtlich der Ausbildung eines tragfähigen Bodens Fortschritte, indem es im Bereich von 3.950 US-Dollar bis 4.200 US-Dollar eine Seitwärtsbewegung etablierte. Die Begrenzungen haben bereits Relevanz erlangt, sodass ein Verlassen der Range – idealerweise über die obere Begrenzung der Range – belastbare charttechnische Signale auslösen würde. So würde ein Vorstoß über die 4.200 US-Dollar dem Goldpreis weiteres Aufwärtspotential in Richtung 4.500 US-Dollar eröffnen. Ein deutlicher Rücksetzer unter die 3.950 US-Dollar würde hingegen eine Neubewertung notwendig machen. Fazit / Goldpreis-Prognose – kurzfristig schwach, langfristig enormes Potenzial Während Dax, Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 weiterhin an ihrer Sommerrallye basteln, herrscht im Goldsektor eine gewisse Sommertristesse. Aktuell fehlt das Aufwärtsmomentum. Das dürfte sich über kurz oder lang jedoch einstellen. Der Fokus richtet sich auf Mitte September. Die aktuelle Schwächephase gibt Anlegern und Investoren zudem noch einmal die Gelegenheit, sich im Sektor genauer umzusehen. So notieren die Aktien der großen Gold-Produzenten, wie Barrick Mining, Newmont Corp., Agnico Eagle Mines und Kinross Gold auf interessanten Niveaus. Auch ein Blick in die zweite und dritte Reihe könnte sich lohnen. Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte Sie wollen keine Chancen verpassen und bei den aktuellen Edelmetall- und Rohstofftrends auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter. Achtung, Korrektur! 5 Werte vor dem Abgrund