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Google-KI soll Körperfett mit zwei Handyfotos erkennen

Allgemein

Körperfett messen, ohne Waage, Smartwatch oder Arztbesuch? Genau daran forscht Google. Das Unternehmen hat eine künstliche Intelligenz entwickelt, die den Körper anhand gewöhnlicher Smartphone-Fotos untersucht. Das System heißt „PhotoScan“. Benötigt werden Aufnahmen des Körpers von vorne und von der Seite. Dazu kommen Angaben wie Körpergröße und Gewicht. Anschließend versucht die KI, zu berechnen, wie hoch der Körperfettanteil ist. Doch Google will noch mehr herausfinden. Die KI soll auch erkennen, wo sich das Fett im Körper befindet. Das kann für die Gesundheit wichtiger sein als die Frage, wie viel Körperfett ein Mensch insgesamt hat. Warum der Bauch besonders interessant ist Fett ist nämlich nicht gleich Fett. Vor allem Fett, das sich im Bauchraum rund um die inneren Organe ansammelt, kann mit gesundheitlichen Problemen zusammenhängen. Der bekannte Body-Mass-Index, kurz BMI, kann solche Unterschiede nicht erkennen. Er setzt lediglich Körpergewicht und Körpergröße ins Verhältnis. Auch zwischen Fett und Muskeln unterscheidet der BMI nicht. Google untersucht deshalb, ob Smartphone-Fotos künftig ein genaueres Bild liefern könnten. KI war im Test genauer als eine BIA-Messung Um herauszufinden, wie gut die Methode funktioniert, verglichen die Forscherinnen und Forscher die Ergebnisse der KI mit medizinischen Körpermessungen. Beim Körperfett schnitt PhotoScan dabei besser ab als eine zum Vergleich eingesetzte Bioimpedanz-Messung, kurz BIA. Bei dieser Technik wird ein sehr schwacher elektrischer Strom durch den Körper geleitet. Aus dem Widerstand wird anschließend der Körperfettanteil geschätzt. Solche BIA-Messungen kennen viele Menschen von Körperfettwaagen. Auch einige Smartwatches nutzen die Technik. Die Google-KI lag bei der Schätzung des Körperfetts im Durchschnitt rund 2,15 Prozentpunkte vom medizinischen Vergleichswert entfernt. Bei der untersuchten BIA-Methode waren es 2,91 Prozentpunkte. In diesem Test lag die KI mit ihren Ergebnissen also näher am medizinischen Referenzwert. Das bedeutet allerdings nicht, dass Googles KI bereits nachweislich besser als jede Körperfettwaage oder Smartwatch ist. Noch handelt es sich um ein Forschungsprojekt und nicht um einen Vergleich fertiger Produkte. Kann ein Handyfoto sogar Gesundheitsrisiken erkennen? Google geht es nicht nur darum, Menschen ihren Körperfettanteil auf dem Smartphone anzuzeigen. Die Forscherinnen und Forscher untersuchten auch, ob die Fotos Hinweise auf gesundheitliche Risiken liefern können. Dabei ging es unter anderem um eine sogenannte Insulinresistenz. Vereinfacht gesagt reagiert der Körper dabei schlechter auf das Hormon Insulin, das den Blutzucker reguliert. Eine Insulinresistenz kann langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen. Auch hier waren die Ergebnisse der KI vielversprechend. Die Forscherinnen und Forscher verglichen PhotoScan mit Daten aus einer medizinischen DXA-Untersuchung. Dabei handelt es sich um eine spezielle Untersuchung, mit der sich die Zusammensetzung des Körpers sehr genau bestimmen lässt. Das Ergebnis: Bei der Unterscheidung zwischen Menschen mit und ohne Insulinresistenz lag das PhotoScan-Verfahren nur knapp hinter der Methode mit den medizinischen DXA-Daten. Braucht die Smartwatch bald keine Körpersensoren mehr? Damit stellt sich eine spannende Frage: Könnte die Kamera des Smartphones eines Tages spezielle Sensoren in Smartwatches oder Körperfettwaagen ersetzen? TechRadar zieht etwa einen Vergleich zu Samsungs Galaxy Watch, die ebenfalls BIA-Technik zur Messung der Körperzusammensetzung verwendet. Ganz so weit ist es aber noch nicht. Google hat PhotoScan nicht direkt gegen aktuelle Galaxy-Watch-Modelle in einem normalen Produkttest antreten lassen. Aus den Forschungsergebnissen lässt sich deshalb nicht ableiten, dass ein Smartphone mit Googles KI grundsätzlich genauer misst als eine Samsung-Uhr. Noch gibt es PhotoScan nicht fürs Smartphone Ohnehin können Nutzerinnen und Nutzer die neue Technik derzeit nicht ausprobieren. Google bezeichnet PhotoScan als Forschungsprototyp. Das Unternehmen hat bislang nicht angekündigt, daraus eine Funktion für Pixel-Smartphones oder eine Gesundheits-App zu machen. Für die Forschung wurden zunächst Daten von mehr als 35.000 Menschen verwendet. Anschließend trainierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das System mit echten Smartphone-Fotos weiter. Eine unabhängige Überprüfung erfolgte schließlich mit einer deutlich kleineren Gruppe von 132 Menschen. Weitere und größere Untersuchungen sind deshalb nötig, bevor sich beurteilen lässt, wie zuverlässig die Technik im Alltag funktioniert. Die Idee dahinter ist dennoch bemerkenswert: Für eine erste Einschätzung der Körperzusammensetzung könnte eines Tages möglicherweise Technik genügen, die fast jeder ohnehin in der Tasche trägt – eine Smartphone-Kamera.

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