Google Pixel Watch: Wie die Uhr künftig vor Diabetes-Anzeichen warnen kann
Es war bereits angekündigt: Google startet mit neuartigen Gesundheitsfunktionen für seine Fitnesstracker, die es so bei der Konkurrenz noch nicht gibt. Der sogenannte Health Guardian ist für die Pixel-Uhren der dritten bis fünften Generation sowie das Armband Fitbit Air gedacht und kann mittels KI-Auswertung wichtige Informationen berechnen, die der Gesunderhaltung dienen. In der Google-Health-App erscheinen künftig Blutdrucktrends, Tendenzen zur Insulinresistenz sowie Messwerte zur Atmungsqualität im Schlaf.
Was die Insulinresistenz-Analyse leisten soll
Die Funktion wertet Körperdaten, die die Sensoren von Pixel-Uhr und Fitbit Air erfassen, über mehrere Wochen aus und soll schleichende Veränderungen des Stoffwechsels erkennen – ohne Blutentnahme. Insulinresistenz ist eine Stoffwechselstörung und gilt als Vorbote für Diabetes Typ 2. Nutzer:innen sollen dadurch mehr Kontrolle über ihre Gesundheit bekommen und früh gegensteuern können. Google stellt allerdings klar: Die Funktion dient nicht dazu, Krankheiten zu diagnostizieren. Sie sei weder ein Vorabtest auf Diabetes noch überwache sie den Blutzucker in Echtzeit. Forschende von Google Research haben dazu eine Studie im Fachjournal Nature veröffentlicht.
Die Wearables schätzen den Blutdruck laut Google „passiv“ anhand von Puls und Bewegungsmustern, über den gesamten Monat hinweg und auch im Schlaf. Eine Blutdruckmanschette oder eine Kalibrierung braucht es dafür nicht. Über natürliche Schwankungen informiert die App nicht täglich. Stattdessen zeigt sie am ersten Tag jedes Monats einen Überblick mit Einordnung. Nur bei auffälligen Veränderungen meldet sie sich zwischendurch. Die ersten Trendberichte sollen Anfang Oktober erscheinen. Damit die Auswertung funktioniert, müssen für die Insulinresistenz an mindestens sieben Tagen eines Monats Daten vorliegen, für den Blutdruck an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen einer Woche.
Atmung im Schlaf und Notruf bei Atemnot
Die neue Schlafatmungsanalyse erfasst dem Unternehmen zufolge Schwankungen der Atmung während der Nacht und zeigt jeden Morgen den Anteil optimaler Atemphasen. Einmal im Monat fasst Google Health die Werte in einem Bericht zusammen.
In ausgewählten europäischen Ländern – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – gehört zum Health-Guardian-Paket außerdem die Erkennung von Atemnotfällen für die Pixel Watch 4 und 5. Fällt der Blutsauerstoff einer Trägerin oder eines Trägers laut Google „zu einem lebensbedrohlichen Abfall“, löst die Uhr automatisch einen Anruf beim Rettungsdienst aus. Das passiert aber erst, wenn die Person nicht mehr auf den Alarm reagiert. Zusätzlich informiert die Uhr hinterlegte Notfallkontakte. Auf den Pixel-Watch-Modellen 3 bis 5 sind die Health-Guardian-Funktionen laut Google kostenlos. Das rund 100 Euro teure Fitbit Air unterstützt die Trendanalysen zwar ebenfalls, dort gibt es sie aber nicht ohne Aufpreis als „Health Premium“ ab 9 Euro im Monat.