Gosen-Neu Zittau: Gewalttat an Privatschule - Schülerin und Hausmeister getötet
KI-Stimme. Info
Bei einer Gewalttat an einer Schule in Gosen-Neu Zittau nahe Berlin sind eine Frau und ein Mann getötet worden. Ein Verdächtiger wurde vorläufig festgenommen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Wie die Tat im Detail abgelaufen ist, ist bislang unklar.
„Ich kann bestätigen, dass es eine Gewalttat gab und wir einen Tatverdächtigen festgenommen haben“, sagte eine Sprecherin der Brandenburger Polizei gegenüber dieser Redaktion. „Und wir gehen nicht von einer Amoktat aus.“ Zu den beiden Todesopfern werde man keine Angaben machen, hieß es weiter. Vor Ort laufe noch die Tatortarbeit. Zeugen, darunter Schülerinnen und Schüler, hätten die Tat mit ansehen müssen, so die Polizeisprecherin weiter. Sie würden nun psychologisch betreut.
Laut der Polizei gilt der festgenommene 19‑jährige Deutsche als „dringend tatverdächtig“. Über die Tat wurde die Polizei von mehreren Anrufern informiert. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, soll der mutmaßliche Täter bereits wegen Volksverhetzung polizeilich aufgefallen sein. Er soll mit einem „messerähnlichen Gegenstand“ auf seine Ex-Freundin eingestochen haben.
Beamte sicherten den Tatort. Der Vorplatz der Docemus-Privatschule in Gosen-Neu Zittau wurde abgesperrt. Wo sonst Kinder lernen, sind am Donnerstagnachmittag Spurensicherung, Rettungsdienst und Mordermittler im Einsatz. Am Abend kommen etwa 70 Kinder und Erwachsene mit Blumen und Kerzen zu einem Gedenken. Es wird laut geweint, Kuscheltiere werden niedergelegt. Die Menschen umarmen sich.
Einige Minderjährige befanden sich noch am späten Nachmittag in der Turnhalle, wurden mit Getränken versorgt und später von ihren Eltern abgeholt. Alle Kinder seien aus der Turnhalle raus, sagte der Polizeisprecher. Es könne aber sein, dass noch einzelne Schüler vernommen würden.
Die Ermittler gingen nicht davon aus, dass noch eine Gefahr in der Schule besteht. Zum Hof baute die Polizei Sichtschutzwände auf. Rund um die Schule standen Schaulustige, die sich im Schatten platziert hatten. Die Straße davor war gesperrt.
Tötungsdelikt an Privatschule: Ex-Freund soll Täter sein
Nach Informationen der „Märkischen Allgemeinen“ soll es sich bei einem der Opfer um eine 18-jährige Schülerin der Sekundarschule handeln. Das andere Opfer soll 30 Jahre alt und der Hausmeister der Schule sein. Er soll gestorben sein, als er versucht habe, den Täter an der Tat zu hindern. Die Tat soll sich demnach am Schulstandort „Docemus“-Privatschule ereignet haben.
Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Ost gegenüber der Zeitung bestätigt haben soll, seien Rettungsdienst und Polizeikräfte gegen 13.45 Uhr angerückt. Es sei Amokalarm ausgerufen worden.
Politiker reagieren bestürzt auf Gewalttat: „feiger Femizid“
Landrat Frank Steffen (SPD) sei „tief betroffen“. Das teilte seine Sprecherin auf Anfrage mit. Er befinde sich aktuell gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister vor Ort in Gosen.
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich „tief betroffen“ von der Gewalttat. Diese „erschüttert unser gesamtes Land“, erklärte er. „Unsere Schulen sollen ein Hort für unsere jungen Menschen sein. Hier ist eine Schule zum Tatort einer unfassbaren Gewalttat geworden.“ Die Ermittlungsbehörden würden mit allen verfügbaren Ressourcen daran arbeiten, die Hintergründe „lückenlos und schnellstmöglich aufzuklären“, erklärte Woidke.
Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) verurteilte die Tat „als feigen Femizid, der in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf“. Liedtke betonte: „Dass wir erneut Zeuge von tödlicher Gewalt gegen eine Frau werden mussten, erfüllt mich mit tiefer Trauer und Zorn.“
Die Tat ereignete sich auf einem Schulcampus eines privaten Trägers, umgeben von Wald und Seen am Rande von Gosen-Neu Zittau. Dort befinden sich Gymnasium, Oberschule und Fachoberschule. Nach diesem Modell sollen die Gemeinsamkeiten gefördert werden, die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen wird betont.