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Gounon wütend auf DTM-Rennleitung: "Selbe Person seit zwei Jahren nicht fair"

Sport

(Motorsport-Total.com) - Pole-Setter Jules Gounon kocht nach dem DTM-Sonntagsrennen auf dem Nürburgring, das er nach einer Penalty-Lap-Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit am Boxenausgang auf Platz 14 beendete, vor Wut. "Ich kann nicht sagen, was ich mir denke, denn ich repräsentiere eine gute Marke, die mich bezahlt. Aber ich widerspreche entschieden den Strafen, die manche Leute bekommen - und andere nicht", legt er im Gespräch mit Motorsport-Total.com los. Wird in der DTM mit zweierlei Maß gemessen? "Meine Eltern haben mich in meinem Leben gelehrt, immer fair zu sein - und seit zwei Jahren sehe ich viele Entscheidungen von ein und derselben Person, die nicht fair sind", schießt der Sohn des Ex-Formel-1-Piloten Jean-Marc Gounon gegen die Rennleitung - und meint damit offenbar Renndirektor Sven Stoppe. "Ich bin wirklich enttäuscht für das Team, denn sie haben heute sehr gute Arbeit geleistet", sagt der Winward-Mercedes-Pilot. "Sie haben mir ein tolles Auto gegeben. Ich habe kein Problem damit, auf der Strecke zu verlieren - gegen stärkere Konkurrenz. Aber wenn man bestohlen wird, dann ist das kein Sport. Aber es ist wie es ist." Gounon beißt sich auf die Zunge: "Will keine Geldstrafe bekommen" Aber was genau meint der 31-jährige Mercedes-AMG-Werksfahrer? "Ich kann nicht sagen, was ich sagen will", antwortet er aufgebracht. "Ich will keine Geldstrafe bekommen." Auch über die Penalty-Lap-Strafe, die dem führenden Gounon nach dem ersten Pflichtstopp aufgebrummt wurde, weil er beim Boxenausgang laut der Rennleitung um vier km/h zu schnell war, will er nicht sprechen. "Es ist besser, wenn ich nichts sage", so der Teamkollege von DTM-Leader Maro Engel. Einen Tag später meldet sich Gounon dann aber per Instagram doch noch zum Zwischenfall bei der Boxenausfahrt zu Wort. "Ich versuche immer noch, die Entscheidung vollständig zu verstehen, da ich das Gefühl hatte, dass ich so wie immer vom 'Pit Exit'-(Knopf; Anm. d. Red.) gegangen bin." Die Situation war äußerst unglücklich, denn vor dem Stopp hatte Leader Gounon rund drei Sekunden Vorsprung auf Emil-Frey-Ferrari-Pilot Matteo Cairoli - und er wurde von seiner Winward-Crew in schnellen 6,7 Sekunden abgefertigt. Es wäre also nicht notwendig gewesen, beim Boxenausgang zu riskieren, auch wenn Gounon das laut eigenen Angaben nicht gemacht hat. Kam Samstag-Sieger Cairoli mit Frühstart davon? Dazu kommt, dass danach ohnehin das Safety-Car auf die Strecke geschickt wurde, weil McLaren-Pilot Ben Dörr, der eine Runde vor Gounon gestoppt hatte, wegen einer nicht korrekt festgezogenen Zentralmutter rechts vorne in der ersten Kurve ins Kiesbett rutschte. Als Gounon am Funk über seine Strafe informiert wurde, explodierte er. "Es ist wirklich ein Witz. Gestern hat der Typ einen Frühstart hingelegt - keine Strafe!", schimpfte er. Dabei meinte Gounon offenbar nicht Schubert-BMW-Pilot Kelvin van der Linde, der wegen eines Fehstarts einmal durch die Penalty-Zone musste, sondern Pole-Setter Matteo Cairoli! Wie man im Fahrerlager hört, soll der Italiener, der seinen dritten DTM-Sieg feierte, deutlich zu früh das Tempo angezogen haben. Das wurde aber von der Rennleitung nicht geahndet. Hat Gounon die Penalty-Lap-Strafe zu spät absolviert? Interessant ist, dass nicht nur Gounon die Bestrafungspolitik in der DTM kritisiert, sondern nach dem Rennen auch Stimmen laut wurden, der Franzose selbst habe seine Penalty-Lap-Strafe nicht rechtzeitig abgebüßt. Laut dem Reglement muss der Fahrer in der Runde nach Verkündung auf dem Rennleitungsmonitor durch die Penalty-Lap-Zone fahren. Und das war noch während der Safety-Car-Phase. Da ihm das Penalty-Lap-Schild mit der Startnummer 48 aber nicht wie vorgesehen rechtzeitig bei Start-Ziel vom Starterturm gezeigt wurde, durfte Gounon die Strafe eine Runde nach dem Restart antreten. Während der Safety-Car-Phase darf die Strafe ohnehin nicht abgeleistet werden.

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