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Greenpeace beziffert wirtschaftliche Schäden durch Hitzesommer auf 36 Milliarden Euro

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Der diesjährige Sommer in Deutschland verursacht nach einer Berechnung von Greenpeace volkswirtschaftliche Schäden von mindestens 36 Milliarden Euro. Diese kämen durch Ernteausfälle, Waldbrände und Gesundheitskosten durch extreme Hitze und Trockenheit zusammen und entsprächen in der Summe knapp einem Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, teilte die Umweltschutzorganisation in Hamburg mit.

In die Greenpeace-Berechnung seien unter anderem Schadensschätzungen aus den Bereichen Verkehr, Gesundheit, Forst- und Landwirtschaft sowie Produktivitätsverluste und Bildungskosten aufgrund der Hitze eingeflossen. Greenpeace forderte die Bundesregierung zum Handeln auf.

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„Die Zahlen sind unmissverständlich: Ein Weiter-so können wir uns schlicht nicht mehr leisten“, erklärte Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas. Die Bundesregierung müsse auf der anstehenden Kabinettsklausur „mit dem gebotenen Ernst auf die Klimakrise reagieren“.

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Der größte Schadensposten entfällt laut Greenpeace auf die Arbeitswelt: Bei geschätzt 25 Hitzetagen würden sich hitzebedingte Produktivitätsverluste und -ausfälle auf 10,8 Milliarden Euro summieren. Die Gesamtschäden von mindestens 36 Milliarden Euro seien konservativ berechnet – mehrere Wirkungskanäle ließen sich nicht belastbar quantifizieren und blieben daher unberücksichtigt. Darunter fielen etwa die Folgeschäden der Waldbrände – vom Verlust an Biodiversität über Trinkwasser- und Erosionsschutz bis zur Regulierung des Mikroklimas. Vargas: „Die wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie diesem Hitzesommer liegen weit über unseren Berechnungen.“

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Debatte über SPD-Vorstoß zu Klimapolitik

Derweil gibt es in der schwarz-roten Koalition Unmut über einen SPD-Vorschlag zur Klimapolitik.

„Ich habe mich darüber geärgert, das ist wohlfeil“, sagte CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zum Plan des Koalitionspartners, die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen im Grundgesetz zu verankern. Schon jetzt gebe es große Programme im Klima- und Transformationsfonds. Eine Verfassungsänderung sei nicht erforderlich.

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Der sozialdemokratische Bundesumweltminister Carsten Schneider hatte für den Vorstoß mit dem Argument geworben, der Bund könne so Ländern und Kommunen bei Klimaschutzmaßnahmen leichter helfen. Bei der Kabinettsklausur am Dienstag und Mittwoch soll es unter anderem um den Umgang mit Trockenheit, Waldbrandgefahr und Klimafolgen gehen.

Ablehnend äußerte sich auch der Deutsche Landkreistag. Die Klimafolgenanpassung müsse „jetzt mit Konsequenz und Dringlichkeit angegangen werden“, sagte Präsident Achim Brötel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Was es dafür brauche, seien zupackendes Handeln und ganz konkrete Lösungen. „Diskussionen über die Aufnahme der Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe in das Grundgesetz führen dabei allerdings ganz sicher nicht weiter.“

Umweltverbände stellen sich hinter SPD

Umweltverbände dagegen stellten sich hinter den SPD-Vorschlag. Greenpeace nannte eine neue Gemeinschaftsaufgabe für Klimaschutz zwingend. „Unsere finanziell abgebrannten Kommunen brauchen unbürokratische Mittel vom Bund.“ Ähnlich äußerte sich der WWF: „Die Auswirkungen der Klimakrise machen nicht am Ortsschild halt und unterscheiden nicht, wie wohlhabend Kommunen sind.“

„Die Realität dieses Sommers mit Niedrigwasser und ausgetrockneten Böden überholt die schon lange diskutierte Einrichtung der neuen Gemeinschaftsaufgabe“, hieß es vonseiten der Deutschen Umwelthilfe. „Klimaschutz und Klimaanpassung können nur mit intakten Ökosystemen gelingen.“ Deshalb sei es zentral, Naturschutz in der neuen Gemeinschaftsaufgabe mitzudenken.

„Mit einer ambitionierten Durchsetzung der Wiederherstellungsverordnung müssen wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen wieder so herstellen, dass sie als Schwammlandschaft Wasser speichern, Hochwasserspitzen abfedern, Kohlenstoff binden, kühlen und Lebensräume sichern“, forderte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner. „Unsere Natur ist die wesentliche Infrastruktur gegen die Klimakrise und für unser Wirtschaften. Deshalb braucht es ein wirkungsvolles Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur als Gegengewicht zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz.“

EPD/KNA/jm

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