Gremium findet neuen Weg: Trumps Name soll doch am Kennedy Center angebracht werden
Donald Trumps Streben nach kultureller Hegemonie manifestiert sich im Dezember in der Umbenennung des renommierten Kennedy Center. Einige Monate lang heißt die Institution Trump Kennedy Center - bis sein Name nach einem Gerichtsurteil wieder abmontiert wird. Das letzte Wort in der Angelegenheit ist aber noch nicht gesprochen. Der Name von US-Präsident Donald Trump soll nun offenbar doch am Kennedy Center in Washington erscheinen. Eine entsprechende Entscheidung habe der von Vertrauten des Präsidenten kontrollierte Verwaltungsrat des Kulturzentrums in Washington getroffen, berichten die "New York Times" und die "Washington Post". Demnach soll die Inschrift "Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump" an der Fassade des Gebäudes angebracht werden. Die Inschrift "Restored and Renovated by President Donald J. Trump" solle direkt unter dem Namen des Kulturzentrums an der Hauptfassade erscheinen, so die beiden Zeitungen. Sie beriefen sich auf mit dem Vorgang vertraute Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten. Um Trumps Namen an dem renommierten Kulturzentrum tobt seit Monaten ein erbitterter Streit. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hatte sich der Republikaner selbst zum Vorsitzenden des Kennedy Center ernannt und dies mit dem Kampf gegen "anti-amerikanische Propaganda" in der Kulturlandschaft begründet. Im Dezember stimmte der mit Trump-Verbündeten neubesetzte Verwaltungsrat dann dafür, den Ort in "Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts" umzubenennen. Ticketverkäufe gingen zurück Trumps Name wurde daraufhin in Großbuchstaben über dem Kennedys angebracht. Das sorgte für großen Protest, zahlreiche Künstler sagten geplante Auftritte in der renommierten Kulturinstitution ab, der Ticketverkauf ging deutlich zurück. Ein Bundesrichter entschied, dass das Vorgehen nicht rechtmäßig sei. Weil der Kongress damals dem Kennedy-Center seinen Namen gegeben habe, dürfe auch nur der Kongress eine Umbenennung beschließen, begründete der Richter seine Entscheidung. Daraufhin wurde Trumps Name Mitte Juni nach Angaben des Verwaltungsrates wieder von der Fassade entfernt. Allerdings ist die Fassade seitdem mit einer riesigen Plane überdeckt. Ob die nun vom Verwaltungsrat geplante neue Inschrift mit dem Richterspruch kollidieren würde, ist bislang unklar. Medienberichten zufolge müsste ein Gericht den Plan überprüfen und genehmigen.