Grönländerinnen bekommen Schmerzensgeld - wegen Spiralen zur Verhütung
Dunkles Kapitel der Geschichte
Grönländerinnen bekommen Schmerzensgeld vom Staat
Von dpa
Aktualisiert am 27.08.2026 - 13:52 UhrLesedauer: 1 Min.
Tausenden Grönländerinnen wurde ohne ihr Einverständnis oder Wissen Spiralen zur Verhütung eingesetzt. Jetzt hat das dänische Parlament über eine Entschädigung entschieden.
Dänemark will betroffenen Grönländerinnen im Spiralen-Skandal eine Entschädigung in Höhe von jeweils umgerechnet rund 40.000 Euro zahlen. Dafür gab das dänische Parlament am Donnerstag grünes Licht.
Einen Anspruch auf die Summe haben Frauen, denen im Zeitraum von 1960 bis 1991 ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung Spiralen eingesetzt wurden. Dafür kommen schätzungsweise rund 4.500 Frauen infrage.
Entschuldigung für dunkles Kapitel in der Geschichte
Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren hatten dänische Ärzte Tausenden grönländischen Frauen und Mädchen Spiralen eingesetzt, ohne dass sie dafür ihr Einverständnis gegeben hatten. Es besteht der Verdacht, dass die dänischen Behörden damit das Bevölkerungswachstum in Grönland begrenzen wollten.
Für das dunkle Kapitel in der dänisch-grönländischen Geschichte hatte sich Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im vergangenen Jahr offiziell entschuldigt. Am Freitag erscheinen zwei Experten-Berichte, die den Spiralen-Skandal beleuchten.
Dänemark war bis 1992 für das Gesundheitswesen in seiner früheren Kolonie Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist die größte Insel der Erde weitgehend autonom, gehört aber offiziell nach wie vor zum Königreich Dänemark.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
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