Großbäcker Aryzta schließt Werke in Nordhausen und Gerolzhofen
Hunderte Mitarbeiter betroffen
Großbäcker schließt zwei Werke in Deutschland
Von dpa
Aktualisiert am 26.10.2026 - 13:29 UhrLesedauer: 1 Min.
Kleineres Sortiment, weniger Standorte: Der Schweizer Hersteller für Tiefkühlbackwaren setzt in Deutschland den Rotstift an. Diese Werke sind betroffen.
Der Tiefkühlbackwarenhersteller Aryzta schließt zwei deutsche Werke mit Hunderten Beschäftigten. Betroffen sind die Standorte in Nordhausen (Thüringen) und Gerolzhofen (Bayern), wie das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz am Montag mitteilte.
Wie viele Beschäftigte betroffen sind, gab eine Sprecherin nicht an. Auf der Firmenhomepage ist von 200 Mitarbeitern in Nordhausen und 300 Mitarbeitern in Gerolzhofen die Rede. Laut Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind 170 Beschäftigte in Nordhausen und 270 in Gerolzhofen betroffen. Wie es für sie weitergeht und ob ihnen Jobangebote in Eisleben gemacht werden, teilte der Konzern nicht mit.
Geplant sei, die Produktion in Eisleben (Sachsen-Anhalt) zu bündeln, hieß es weiter. Das Sortiment für den deutschen Markt will der Konzern ausdünnen, kleine Stückzahlen aussortieren und auf profitablere Produkte setzen. Die Pläne sollen demnach in den Jahren 2026 und 2027 weitgehend umgesetzt werden. Für das laufende Jahr prognostiziert Aryzta weltweit etwa 300 Millionen Euro Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Ab 2027 sollen die Aktionäre demnach auch wieder Geld vom Unternehmen erhalten, möglich ist dies beispielsweise über eine Dividende.
In Nordhausen werden seit über 20 Jahren Brötchen, Ciabatta oder Pfannkuchen gebacken. Im Jahr 2013 übernahm die Schweizer Aryzta AG den Standort von der Großbäckerei Klemme. In Deutschland firmiert Aryzta inzwischen unter dem Namen Aryzta Bakeries Deutschland GmbH. Die Produkte gehen unter anderem an Großhändler, Einzelhändler oder die Gastronomie.