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Großbrand im Müritz-Nationalpark: Einsatzkräfte melden Explosionen - weitere Evakuierungen drohen

Nation

Der Waldbrand zwischen Neustrelitz und Waren hat sich am Mittwoch unaufhaltsam ausgebreitet. Die Flammen hatten bis zum Abend mehr als 200 Hektar im Müritz-Nationalpark erfasst, und das Feuer fraß sich weiter vor. Zudem wurde am Mittwochabend von „beständigen Explosionen von Munition im Brandgebiet“ berichtet. Rund 100 Einwohner bleiben evakuiert Für die etwa 100 Einwohner der Orte Granzin und Granziner Mühle bedeutete dies, dass sie noch nicht zurück in ihre Häuser durften. „Ich gehe davon aus, dass sie über Nacht weiter in den Notunterkünften bleiben müssen“, sagte Einsatzleiter Peter Handsche bereits früher am Tag. Am Dienstagabend waren beide Dörfer geräumt worden, weil die Flammen gefährlich nah kamen. Am Abend hieß es dann auch in einer Mitteilung des Landkreises, dass die Evakuierung von Granzin bestehen bleibe. Denn der Brand bewege sich hauptsächlich in Richtung Süd-Ost und damit in Richtung Granzin. Um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern, solle die Riegelstellung um Granzin weiter verstärkt werden. Betroffene teilweise in Wohnmobilen untergekommen Am Mittwochmorgen waren nur drei Frauen in der zentralen Notunterkunft im Peckateler Gemeindezentrum anzutreffen. Alle anderen waren in Wohnmobilen oder bei Bekannten untergekommen. Eine mögliche Räumung weiterer Dörfer, etwa Speck oder Krienke, wurde am Mittwoch nicht ausgeschlossen, war aber noch nicht notwendig geworden. Zwei erweiterte Löschzüge, die am Vorabend aus den Landkreisen Rostock und Vorpommern-Greifswald angefordert worden waren, trafen am frühen Mittwoch ein und bleiben weiterhin vor Ort. Zu Spitzenzeiten sind 330 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk (THW) und Katastrophenschutz gleichzeitig beschäftigt, zuzüglich weiterer Helfer von DRK, Forst, Polizei, Nationalparkamt und Munitionsbergungsdienst. Weitere Kreisregner werden gebraucht Weil die Löschkräfte am munitionsverseuchten Gebiet nur bedingt und unter größter Vorsicht arbeiten können und 1000 Meter Sicherheitsabstand einhalten müssen, setzt die Einsatzleitung verstärkt auf technische Löschinstrumente. Vor allem hofft man, dass die Riegelstellungen mit Kreisregnern halten. Diese Anlagen werden allerdings allmählich knapp. Am Mittwoch hat der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bundesweit um weitere 150 solcher Wassersprenger gebeten. Konkret seien Bayern, Sachsen und Brandenburg um Hilfe gebeten worden, hieß es am Abend. „Es gibt in ganz MV 220 Kreisregner, die sind alle schon bei uns im Einsatz“, sagte Landkreis-Sprecher Marten Schröder. „Um aber den Sperriegel weiter aufbauen zu können, haben wir jetzt weitere angefordert.“ Die Geräte würden Rasensprengern ähneln, mit denen normalerweise Felder oder Gärten beregnet werden. Touristen im Nationalpark verschollen Peter Handsche von der Einsatzleitung ging davon aus, dass das Feuer bis Freitag aufgrund der Wetterlage kaum einzudämmen sei. Man versuche weiterhin, die Ausbreitung der Flammen bestmöglich zu kontrollieren. Touristen sind weiterhin dazu aufgefordert, das Gebiet zu meiden beziehungsweise zu verlassen. Das war aber bis Mittwoch nicht allen gelungen. Ingo Hecht, der in Kratzeburg eine Kanuvermietung betreibt, hatte nach eigener Aussage zum Teil Schwierigkeiten, Ausflügler mit ihren Booten zurückzuholen. Bestimmte Wasserwege könnten nicht befahren werden, sagte er. Auch an Land seien Wege gesperrt, über die Kunden und ihre Boote nach Touren normalerweise zurückgeholt würden. Einige Wasserwanderer seien schon mehrere Tage unterwegs, hätten wohl ihre Handys ausgeschaltet und vom Brand möglicherweise zunächst nichts mitbekommen. Man schaue nun, wie man sie wieder zurückhole.

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