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Großbrand in Krefeld und Meerbusch - Bahnstrecke noch beeinträchtigt

Nation

Ein Großbrand an der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Meerbusch hat am Abend des Mittwochs, 12. August, Feuerwehren aus Meerbusch, Krefeld und der Region gebunden. Nach rund sechs Stunden kam die Meldung, der Einsatz sei beendet. Mit Einschränkungen im Bahnverkehr war auch noch am Donnerstag zu rechnen. Durch die Flammen sei die Bahntrasse mitsamt Kabelkästen in Mitleidenschaft gezogen worden, erläuterte eine Feuerwehrsprecherin am Abend. Laut dem Portal zuginfo.nrw ist die Strecke für die Linien RE 7, RE 10 und RB 37 auch am Donnerstag beeinträchtigt, es kommt zu Ausfällen und Verspätungen. Am Morgen hatte es zunächst die Meldung gegeben, die Strecke sei wieder frei. Wie ein Bahnsprecher am späten Vormittag bestätigt, könne aufgrund von Schäden an Signalkabeln nur mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit gefahren werden. Dadurch sinke die Kapazität der Strecke. In der Folge fahre der RE10 zwar seit dem Morgen wieder, es sei aber mit deutlichen Verspätungen aufgrund der reduzierten Geschwindigkeiten zu rechnen. Noch stärker sei der RE7 betroffen. Hier seien aktuell nur Ersatzbusse im Einsatz. Wie lang die Einschränkungen andauern, darüber gebe es noch keine konkreten Abschätzungen oder gar Zeitpläne. Man rechne „eher mit Stunden als mit Tagen“, heißt es von der Bahn. Zu betroffenen anderen Verbindungen gebe es aktuell keine offiziellen Aussagen. Reisende sollten vor ihrer Fahrt die aktuelle Lage etwa in der App der Deutschen Bahn prüfen. Aus bislang ungeklärter Ursache hatte sich die Vegetation an der Böschung auf einer Länge von mehreren Kilometern entzündet. An zahlreichen Stellen entlang der Gleise der Deutschen Bahn brannte es. Daher musste der Bahnverkehr unterbrochen werden. Ein Personenzug mit rund 120 Fahrgästen musste im Stadtgebiet Kaarst anhalten. Der Zug befand sich laut Feuerwehr zu keiner Zeit in Gefahr. Die Feuerwehr Kaarst übernahm dort die Evakuierung des Zuges und betreute die Fahrgäste. Nach Informationen der Leitstelle waren bei dem Brand auch Feuerwehrkräfte aus anderen Städten im Einsatz. Aus Viersen und Dormagen sei je ein großer Tankwagen zur Unterstützung vor Ort gewesen. Auch aus anderen Kommunen seien Löschfahrzeuge zur Hilfe gekommen. Der Bahndamm brannte demnach auf mehreren Kilometern Länge. Eine starke Rauchentwicklung war nicht nur in Krefeld und Meerbusch, sondern etwa auch in Düsseldorf zu sehen. Auf Meerbuscher Gebiet seien rund zwei Kilometer betroffen gewesen, berichtet die Meerbuscher Feuerwehr. Zur Bekämpfung des Feuers arbeiteten die Einsatzkräfte an mehreren Einsatzabschnitten gleichzeitig. „Wir teilen uns die Einsatzstellen auf. Die Krefelder Feuerwehr übernimmt die Brände westlich der Gleise, wir östlich der Gleise“, erklärte Feuerwehrsprecher Tilmann Hennig. Das Feuer habe sich entlang der Gleise befunden, sich teilweise jedoch in die Fläche ausgebreitet. Im Stadtteil Osterath sei ein Garten, der sich direkt an der Bahnlinie befindet, auf etwa 150 bis 200 Quadratmetern vollkommen abgebrannt. Auf Meerbuscher Stadtgebiet war vor allem Vegetation betroffen, die Flammen kamen am Abend aber auch einem Hof nahe. „Wir schauen aktuell, wie wir den Hof sichern“, sagte Hennig. Die Lage werde „fortlaufend erkundet und bewertet“, heißt es in einer ersten Meldung am Abend. Auch in Krefeld war die Lage nach Angaben der Feuerwehr angespannt. So sei das Feuer erst nach einiger Zeit unter Kontrolle gewesen und drohte lange, Bauernhöfe und Wohnbebauung zu erreichen. Speziell ein Wohnhaus sei derzeit demnach bedroht gewesen, man habe die Situation aber beherrschen können. Felder hätten in Flammen gestanden und mehrere Tausend Quadratmeter Vegetation seien abgebrannt. Die Feuerwehr habe unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte – auch der Bahnfeuerwehr – daran gearbeitet, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Die trockene Vegetation im gesamten Gebiet begünstigte aber die Ausbreitung des Feuers. Auch der vergleichsweise starke Wind habe die Flammen immer wieder angefacht und für eine weitere Verbreitung gesorgt. Erst nach rund drei Stunden seien die Brände so weit gelöscht gewesen. Ein bedrohtes Krefelder Waldstück habe ebenfalls geschützt werden können. „Wir wollen natürlich vermeiden, dass die Flammen das trockene Unterholz erreichen und die Bäume in Brand geraten“, sagte ein Feuerwehrsprecher während des Einsatzes. Größere materielle Schäden seien aber weitgehend vermieden worden. Einzig ein am Bahndamm geparktes Auto sei auf Krefelder Gebiet in Brand geraten. Personen seien nicht zu Schaden gekommen, heißt es von der Feuerwehr. Unterdessen sei das größte Problem die große Ausdehnung der Flammen gewesen. „Es ist nicht ein zusammenhängender Brand, sondern rund ein Dutzend einzelner Brände allein auf Krefelder Stadtgebiet. Darum können wir nicht in einer konzentrierten Aktion vorgehen, sondern fahren immer dahin, wo es zu der Zeit am dramatischsten ist, und versuchen, hier die Flammen einzudämmen“, sagte der Feuerwehrsprecher während des Einsatzes. Auch Landwirte seien an den Arbeiten beteiligt gewesen. „Wir bekommen hier große Unterstützung aus der Bauernschaft. Einige Landwirte beteiligen sich an den Arbeiten. Ein Landwirt ist mit einem großen Güllefass, das mit Wasser gefüllt ist, im Einsatz. Ein anderer pflügt ein Feld um“, hieß es am Abend von der Feuerwehr Krefeld. Dadurch sollte die trockene Vegetation untergepflügt werden und eine Sperre gegen eine weitere Ausbreitung der Brände gesetzt werden. Alle Feuerwehren der Stadt Krefeld seien im Einsatz gewesen. Allein rund 100 Einsatzkräfte aus Krefeld seien in der Spitze vor Ort gewesen. Alle Freiwilligen Feuerwehren und Werksfeuerwehren waren alarmiert. Wer nicht direkt im Einsatz war, besetzte die Wachen um den Grundschutz der Bevölkerung sicherzustellen, hieß es. Aufgrund des hohen Kräftebedarfs wurde auch für die Feuerwehr Meerbusch Vollalarm ausgelöst. Im Einsatz befanden sich demnach sämtliche Einheiten der Feuerwehr Meerbusch. Viele im Einsatz, andere stellen auch hier den Grundschutz in den Stadtteilen sicher. Ergänzend zu den Einheiten aus anderen Städten seien auch Drohnen des Rhein-Kreises Neuss zur Lageerkundung im Einsatz. Darüber hinaus unterstütze ein Hubschrauber der Polizei die Einsatzmaßnahmen. Das Feuer hatte auch Auswirkungen auf die Bahn. Die Strecke zwischen Neuss und Krefeld war voll gesperrt. Es komme zu Verspätungen und Ausfällen, meldete die Bahn über den ganzen Abend. „Die Strecke ist zwischen Neuss Hbf und Krefeld Hbf nicht befahrbar. Das Ende können wir leider noch nicht abschätzen. Grund dafür ist ein Feuerwehreinsatz. Die Züge halten am nächsten Bahnhof oder werden nach Möglichkeit umgeleitet. In der Folge kommt es zu Verspätungen und Teilausfällen“, hieß es auf der Bahnplattform zuginfo.nrw. Betroffen waren die Linien RE 7, RE 10, RE 42, RB 33, RB 35 und RB 37. Auch am Donnerstagmorgen war die Strecke noch nicht für alle Linien freigegeben. Ein Bahnsprecher sagte am späten Mittwochabend, dass man davon ausgehe, dass mit Betriebsbeginn am Donnerstag die Freigabe erfolgen könne. Allerdings sei dies abschließend erst nach Kontrollen zu sagen. Diese ergaben wie erwähnt Schäden an der Signalisierung, weshalb diese Aussage in Teilen zurückgenommen werden musste. Nach Angaben der Feuerwehr vom späten Mittwochabend ist noch unklar, was die Brände ausgelöst hat. Die Bahn hatte zuvor den Verdacht geäußert, an einer defekten Bremse an einem Güterzug sei es möglicherweise zu Funkenflug gekommen. Funken können in der ausgedörrten Vegetation Brände auslösen, die sich durch den Wind schnell ausbreiten können. Das wurde auch am Donnerstagmorgen noch nicht final bestätigt. Man habe von diesen Vermutungen gehört, untersuche den Fall aber noch. Eine klare Aussage könne man noch nicht treffen, heißt es. Im Laufe des Tages solle es sowohl zur Ursache als auch zur vollständigen Öffnung der Strecke ein Update geben.

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