Großbrand in Lauterbach: Dutzende Menschen verlieren ihr Zuhause
Bei einem Brand in der Altstadt von Lauterbach (Vogelsberg) ist nach ersten Schätzungen der Feuerwehr ein Schaden von mindestens fünf Millionen Euro entstanden. Sechs Menschen seien durch Rauchgase verletzt worden. Es handele sich um zwei Einsatzkräfte und vier Anwohner, sagte Stadtbrandinspektor Jürgen Eifert dem hr am Donnerstag. Das Feuer brach laut Polizei am Mittwoch gegen 17.20 Uhr in einem Restaurant im Bereich Marktplatz/Am Graben aus und breitete sich rasch aus. "Beim Eintreffen standen zwei Häuser bereits in Vollbrand", sagte Eifert. Gebäude teilweise einsturzgefährdet Demnach gerieten insgesamt vier Fachwerkhäuser in Brand. Wegen der engen Bebauung sei ein Brand in der Innenstadt besonders gefährlich, sagt Lauterbachs Bürgermeister Holger Marx (CDU) im Gespräch mit der hessenschau. Fast 300 Einsatzkräfte waren laut Polizei vor Ort. Das Feuer ist laut einem Sprecher der Polizei bereits seit dem späten Mittwochabend unter Kontrolle. "Aber Wind und Hitze machen Glutnester weiter gefährlich." Durch die Hitze und auch die Löscharbeiten sind insgesamt fünf Häuser unbewohnbar, hieß es von der Polizei. Zudem seien die betroffenen Gebäude teilweise einsturzgefährdet. Das Feuer brach mutmaßlich in einem Restaurant aus, berichtet Marx. Zur Brandursache gibt es bislang keine Informationen. Auch am Donnerstag war die Feuerwehr noch im Einsatz. "Aktuell befinden wir uns in Nachlöscharbeiten", so Eifert am Morgen. Dafür wurden dem Landrat des Vogelsbergkreises, Jens Mischak (CDU), zufolge auch zwei Kräne angefordert. "Mit denen wollen die Einsatzkräfte Trümmer und alles andere, was bei den Nachlöscharbeiten noch stört, herausholen", erläutert Mischak. Unterkunft in Jugendherberge Laut Mischak sind insgesamt 31 Bürgerinnen und Bürger von dem Brand betroffen. Denjenigen, die keine andere Unterkunft haben, stellte die Stadt nach eigenen Angaben kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten in der Jugendherberge zur Verfügung. Die Lauterbacher Notfallseelsorge hat schon organisiert, dass sie sich bei der Kirche Kleidung abholen können, berichtet Pfarrer und Notfallseelsorger Sven Kießling. "Im Moment ist die Zeit der Organisation, nicht der Verarbeitung", sagt Kießling im Gespräch mit der hessenschau. "Da geht es um die ganz praktischen Dinge - habe ich Essen, Trinken, wo schlafe ich", ergänzt der Seelsorger. Den Betroffenen gehe es den Umständen entsprechend gut, berichtet Kießling weiter. "Das ist immer unterschiedlich - je nach Situation und persönlicher Einstellung", sagt er. Er freue sich über die starken Nerven der Leute: "Wenn es für sie leichter ist, ist es auch für uns leichter." Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Polizei Anwohner zuvor aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Außerdem kam es rund um die Innenstadt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.