Großbrand in Schweinemastanlage bei Coswig: 20.000 Schweine tot
Brandursache unklar 20.000 Schweine bei Großbrand in Mastanlage nahe Coswig verendet Stand: 15.07.2026 19:06 Uhr Bei einem Feuer in einer Schweinemastanlage im Coswiger Ortsteil Düben (Landkreis Wittenberg) sind rund 20.000 Schweine verendet. Nur wenige Tiere konnten gerettet werden. Der Brand ist mittlerweile gelöscht. Zwischenzeitlich waren bis zu 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Ursache für den Brand ist noch offen. von MDR SACHSEN-ANHALT Der Brand in einer Schweinemastanlage im Coswiger Ortsteil Düben ist gelöscht. Momentan ist nur noch eine Brandwache vor Ort, um bei möglichen Glutnestern reagieren zu können. Feuerwehreinsatzleiter Oliver Hoppe sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Morgen, dass auch eine spezielle Einsatzdrohne eingesetzt wurde, um Glutnester aufzuspüren. Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch ausgebrochen. Nach Angaben des Landkreises standen sechs Ställe in Flammen, rund 20.000 Schweine sind tot. Einige Tiere konnten von den Kameraden gerettet werden, weil Tore der Ställe geöffnet wurden. Die überlebenden Tiere sollen auf andere Betriebe verteilt werden. Vor allem Ferkel tot, Hälfte des Betriebs zerstört Das Feuer hatte sich durch Funkenflug rasch ausgebreitet. Etwa die Hälfte des Betriebs ist zerstört. Das Wohnhaus des Betreibers konnte gerettet werden. Nach Aussage von Amtstierarzt Thomas Müller sind bei dem Brand größtenteils Ferkel und Läufer – etwas ältere Jungtiere – verendet. Darüber hinaus starben den Angaben zufolge 1.700 Sauen. 1.300 Sauen haben das Flammeninferno überlebt. Bei den Aufräumarbeiten wird laut Müller voraussichtlich eine Spezialfirma eingesetzt, da die Kadaver mit Schadstoffen belastet sind. Landrat Christian Tylsch (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es biete sich vor Ort ein katastrophales Bild, das man so schnell nicht vergesse. Ein Kriseninterventionsteam werde sich um die betroffene Familie kümmern. Wenn man in so einen verbrannten Stall guckt, in dem Tiere drin waren, sieht man Sachen, die man eigentlich nicht sehen möchte. Landrat Christian Tylsch Fünf Kräfte der Feuerwehr verletzt Zwischenzeitlich waren bis zu 100 Feuerwehrleute aus der Region vor Ort. Sie kühlten Dächer und sorgten durch eingeschlagene Scheiben für Belüftung. Dadurch sollte verhindert werden, dass die Flammen auf weitere Ställe übergreifen. Durch umherfliegende Asche kam es auch zu kleineren Bränden auf einem angrenzenden Feld, die von den Einsatzkräften gelöscht wurden. Fünf Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt, zwei von ihnen kamen zur Beobachtung ins Krankenhaus. Zudem wurde eine Drehleiter beschädigt. Anwohner rund um Düben sollten zwischenzeitlich Fenster und Türen schließen Wegen des starken Brandgeruchs wurden Anwohner mehrere Stunden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen auszuschalten. Die Warnung ist inzwischen aufgehoben. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Behördenangaben nicht. Was den Brand ausgelöst hat, ist noch unklar. Die Ermittlungen können erst aufgenommen werden, wenn alles abgekühlt ist. Der Polizei zufolge geht der Schaden in die Millionen. Peta kündigt Strafanzeige an Die Tierschutzorganisation Peta kündigte unterdessen an, Strafanzeige gegen die Verantwortlichen zu erstatten. Nach Angaben der Organisation wurden seit Beginn dieses Jahres bundesweit bereits 25 Stallbrände öffentlich bekannt, bei denen Tiere ums Leben kamen. Peta fordert strengere Brandschutzvorgaben in Tierhaltungsbetrieben und verweist auf mögliche Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen. MDR (M. Nass, M. Hensch, L. Wohlfarth, N. Düsekow, K. Bunk), dpa