Große Brände im Überblick: Wenn Deutschlands Wälder in Flammen stehen
Seit Jahrzehnten kommt es in Deutschland immer wieder zu verheerenden Waldbränden. Bereits 1975 sterben fünf Feuerwehrleute bei Löscharbeiten in der Lüneburger Heide. Auch auf alten Truppenübungsplätzen brechen immer wieder zu gefährliche Feuer in den heißen Sommermonaten aus. An zahlreichen Orten in ganz Deutschland ist es in diesem Sommer bereits zu Wald- oder Feldbränden gekommen. Aktuell lodern die Flammen in der Eifel und bedrohen Hunderte Einwohner. Doch auch schon in der Vergangenheit gab es in der Bundesrepublik verheerende Feuer. Ein Überblick über zurückliegende große Brände: 1975 - Lüneburger Heide Rund 13.000 Hektar Wald-, Wiesen- und Moorflächen standen im August 1975 in der Lüneburger Heide in Flammen. Fünf Feuerwehrleute kamen bei den Löscharbeiten im Kreis Gifhorn ums Leben. Daneben wüteten die Flammen unter anderem auch bei Eschede (Kreis Celle) und Gorleben (Kreis Lüchow-Dannenberg). Mehr als 2000 Menschen mussten damals wegen des Brandes in Notunterkünften untergebracht werden. Der Schaden wurde auf mehr als 20 Millionen D-Mark geschätzt. Der Brand gilt heute als einer der größten Waldbrände in der Geschichte Deutschlands. 1992 - Mehrere Tausend Waldbrände in Deutschland Im Jahr 1992 hat es in Deutschland die meisten Waldbrände gegeben. Das Landwirtschaftsministerium in Bonn zählte insgesamt 3012 Brände. Die Flammen vernichteten in diesem Jahr 4908 Hektar - eine Fläche größer als die Insel Borkum. Mehr Brände und eine größere vernichtete Fläche wurden seit Beginn der Daten 1977 nicht erfasst. Während der Brandbekämpfung bei Weißwasser in Sachsen wurde der 21-jährige Feuerwehrmann Thomas Jung im Einsatz tödlich verletzt, als er - zum Einsatz eilend - von einem Lkw überfahren wurde. Die Straße zur Feuerwache Weißwasser trägt seit 2004 den Namen Thomas-Jung-Straße. 2018 - Treuenbrietzen Bei einem Waldbrand im brandenburgischen Treuenbrietzen mussten im August 2018 mehr als 500 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Einige der Evakuierten mussten die Nächte in der Stadthalle verbringen. Mehrere Hundert Hektar Wald standen in Brand. Bei den Löscharbeiten wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt. 2019 - Lübtheen Ende Juni 2019 war ein Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz in Lübtheen ausgebrochen. Das Feuer auf dem stark mit Munition belasteten Areal hat etwa 1200 Hektar Wald in Mitleidenschaft gezogen. Der Brand galt damit als größter Waldbrand in der Nachkriegsgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Drei Ortschaften mussten vorsorglich evakuiert werden. Davon waren insgesamt rund 650 Menschen betroffen. 2025 - Gohrischheide Im Juli 2025 standen rund 2400 Hektar an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg in Flammen. Da die Gohrischheide ein ehemaliger Truppenübungsplatz ist, gestalteten sich die Löscharbeiten sehr schwierig. Der Boden ist stark mit Munition aus beiden Weltkriegen belastet. Wegen des Brandes mussten mehr als 350 Bewohner aus zwei Ortsteilen ihre Häuser verlassen. Unter den Evakuierten waren auch 45 Bewohner eines Heims für Schwerbehinderte. 2026 - Saurüsselkopf Am Hang des knapp 1300 Meter hohen Bergs Saurüsselkopf in Bayern stellte ein Waldbrand Einsatzkräfte im Mai 2026 vor große Herausforderungen. Das Brandgebiet sei extrem steil gewesen und konnte nicht mit Fahrzeugen angefahren werden. Bis zu elf Hubschrauber löschten die Flammen aus der Luft. Insgesamt standen rund 160 Hektar in der Nähe Österreichs in Flammen. Forstministerin Michaela Kaniber sprach von einem der größten Brände der vergangenen Jahrzehnte im Freistaat. Weil der Brand ein Trinkwasserschutzgebiet bedrohte, galt er als besonders brisant. Eine Quelle an dem Berg versorgt demnach rund 30.000 Menschen mit Trinkwasser. 2026 - Hürtgenwald Seit Donnerstagnachmittag brennen rund 300 Hektar Wald in der Eifel, unweit der Gemeinde Hürtgenwald. Die Flammen breiteten sich immer weiter in Richtung des Ortsteils Gey aus, indem gut 1800 Menschen gemeldet sind. Als die Flammen weniger als 500 Meter vor dem Ortsrand waren, entschied die Feuerwehr, den Ort zu evakuieren. Der Waldbrand ist vermutlich der größte Brand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens, wie Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen sagte.