"Große Fortschritte" bei US-Verhandlungen mit Polen - Folgen für die Nato?
Zwischen Washington und Warschau laufen intensive Verhandlungen über eine dauerhafte US-Präsenz auf polnischem Boden. Für die Nato-Ostflanke könnte das weitreichende Folgen haben.
US-Präsident Donald Trump hat sich positiv über die Gespräche über die Einrichtung eines US-Armeestützpunktes in Polen geäußert. Dank der "mutigen Führung" des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki seien bei dem Thema "große Fortschritte" erzielt worden, schrieb Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Im Falle einer Einigung werde der Standort des Stützpunktes "sehr bald bekannt gegeben".
Nawrocki versteht sich gut mit Trump
Polens rechtsnationaler Staatschef Nawrocki versicherte, dass Warschau "alles daransetzen wird, den bestmöglichen Standort für den Stützpunkt der US-Armee bereitzustellen". "Wir sind bereit, unsere Bemühungen zur Stärkung der Verteidigungszusammenarbeit fortzusetzen: ernsthaft, verantwortungsbewusst und stets gemeinsam", erklärte Nawrocki, der zu Trump ein gutes Verhältnis unterhält, im Onlinedienst X.
Die polnische Regierung hatte im August mitgeteilt, dass beide Länder im Gespräch seien über die Einrichtung ständiger US-Stützpunkte in Polen. Ende Juli hatten die USA offiziell eine Überprüfung ihrer militärischen Präsenz in Europa eingeleitet. Dies zielt darauf ab, Europa dazu zu bewegen, die Hauptlast seiner konventionellen Verteidigung zu übernehmen.
Polen will mehr US-Präsenz
Polen setzt sich jedoch für eine Verstärkung der US-Präsenz auf seinem Staatsgebiet ein. Derzeit sind fast 10.000 US-Soldaten in Polen stationiert, allerdings fast ausschließlich auf Rotationsbasis.
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Polen grenzt unter anderem an die russische Exklave Kaliningrad, das mit Russland verbündete Belarus und an die Ukraine. Das Land spielt an der Nato-Ostflanke eine strategische Rolle und gibt bereits rund fünf Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung aus. Das EU- und Nato-Mitglied ist zudem ein wichtiger Umschlagsort für militärische und humanitäre Hilfsgüter der Unterstützerländer für die Ukraine. (afp/bearbeitet von phs)