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Großeinsatz im Starnberger See: Taucher verschwindet in 40 Metern Tiefe

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Großeinsatz im Starnberger See: Taucher verschwindet in 40 Metern Tiefe

Von: Sandra Sedlmaier

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Ein 63-jähriger Münchner taucht an der Allmannshauser Steilwand ab und kehrt nicht zurück. Seine Begleiter sahen nur noch, wie sich sein Lampenschein in der Tiefe entfernte. Inzwischen wurde die Leiche geborgen.

Allmannshausen – Update vom 23. September, 10.20 Uhr: Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt wurde der Taucher am Dienstagvormittag tot in rund 60 Metern Tiefe geortet und am Nachmittag geborgen. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Sachbearbeitung zur Klärung der Todesumstände übernommen, Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht.

Update vom 21. September, 10.44 Uhr: Nach dem Tauchunfall eines 63-Jährigen im Starnberger See setzt die Polizei die Suche mit einem Tauchroboter fort. Die Rettungsmöglichkeiten seien seit der Vermisstenmeldung am Samstagvormittag zunächst ohne Erfolg ausgeschöpft worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Tauchroboter könne nun auch in der Tiefe des Sees suchen. Der 63-Jährige war am Samstag rund 40 Meter tief getaucht und nicht mehr aufgetaucht (siehe Erstmeldung).

Erstmeldung vom 20. September: Der Samstag war ein perfekter Tag zum Tauchen: wenig los wegen des Wiesnstarts und gutes Wetter. Drei Tauchfreunde aus München wollten den Samstag nutzen, um an der Allmannshauser Steilwand 60 Meter tief in den Starnberger See zu tauchen. Ein 63-jähriger Münchner überlebte diesen Tauchgang nicht.

Die drei Freunde waren Tech-Taucher, also erfahrene, besonders gut geschulte Taucher mit hochwertigem Material. Sie wollten an diesem Tag bis zu einer Tiefe von 60 Metern gehen. Wie der Einsatzleiter, Robert Lettenbauer von der Tutzinger Wasserwacht, sagte, starteten die drei um 9.45 Uhr ihren Tauchgang. Etwa eine halbe Stunde später, in einer Tiefe von 40 Metern, sahen die Mittaucher des 63-Jährigen, dass sich der Schein von dessen Taschenlampe entfernte. Das berichtete der Pressesprecher der Kreiswasserwacht Starnberg, Oliver Jauch. „Sie versuchten, hinterher zu tauchen. Da sie ihn nicht erreichten, tauchten sie auf, in der Hoffnung, dass er lediglich seine Lampe verloren haben könnte und seinerseits an die Oberfläche kommen würde“, so Jauch. Als der 63-Jährige dort nicht ankam, alarmierten sie um 11.25 Uhr die Rettungskräfte.

Als erste waren Helfer von der Wasserrettungsstation Seeburg der Wasserwacht Wolfratshausen vor Ort, sogar mit einem Taucher. Nach kürzester Zeit waren rund 50 Helfer der Wasserwachten Wolfratshausen, Starnberg und Tutzing sowie der DLRG Starnberg-Pöcking mit acht Booten, zwei Hubschraubern, mehreren Rettungstauchern, Sonargeräten und Unterwasserdrohnen an der Steilwand. Die Helfer in den Booten suchten den Bereich ab, wo die Taucher unterwegs waren. Die Hubschrauberbesatzungen kontrollierten das Gebiet von oben. „Eine Hubschrauberbesatzung hat schließlich etwas unter der Oberfläche gesehen“, schilderte Jauch. „Boote wurden hingelotst und Taucher ins Wasser geschickt, aber dann stellte sich heraus, dass es eine alte Markierungsboje war.“

Die Rettungstaucher dürfen aus Sicherheitsgründen nur bis zu einer Tiefe von 20 Metern tauchen, mit Sondergenehmigung bis zu 30 Metern, so Einsatzleiter Lettenbauer. Um zu erfahren, was an der Stelle los ist, wo die Taucher ihren vermissten Kameraden zuletzt gesehen hatten, kamen Sonargeräte und die Unterwasserdrohnen der DLRG Pöcking-Starnberg zum Einsatz. Mehrfach hätten die Sonargeräte etwas ausgemacht, was sich dann aber als Falschmeldung herausgestellt habe, sagte Lettenbauer. Eine der Drohnen sei sogar mit einem Greifarm ausgestattet, der den Vermissten zu den Rettungstauchern hätte hochziehen können. Doch die Suche in der Tiefe habe sich sehr schwierig gestaltet. „In 40 Meter Tiefe liegt die Sicht bei einem bis vier Metern“, sagte Lettenbauer. „Man sucht nach einer Nadel im Heuhaufen.“

Um 15 Uhr stellten die Helfer die Suche ein. „Schon lange vor 15 Uhr war klar, dass wir keine lebende Person mehr antreffen würden“, sagte Lettenbauer. Die erfahrenen Taucher des Helferteams seien überzeugt gewesen, dass dem vermissten Mann der Sauerstoff nicht so lange gereicht hätte. Die Entscheidung über die Einstellung der Suche traf die Polizei in Absprache mit dem Einsatzleiter. Auch, wie Lettenbauer betonte, um die Hilfskräfte nicht zu gefährden. Es sei sehr traurig, dass man den Mann nicht gefunden habe, sagte er. Als positiv wertete er an dem Einsatz, „wie gut wir über die Organisationsstrukturen hinaus zusammengearbeitet haben“.

Heute entscheidet die Polizei, ob die Suche fortgeführt werden soll. „Das Problem ist die Tiefe von rund 80 Metern an dieser Stelle“, sagte ein Sprecher der Starnberger Polizei. „Es geht nicht mehr um eine Rettungsmaßnahme.“

Die Steilwand im Starnberger See bei Allmannshausen ist ein Taucher-Hotspot. Sie fällt bereits in Ufernähe auf bis zu 50 Meter Tiefe ab, in einigen Bereichen auch bis zu 70 Metern. Die tiefste Stelle des Starnberger Sees mit 127 Metern liegt von dort aus etwas weiter in Richtung Seemitte.

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