Großeltern ist die Zukunft von Enkeln im Klimawandel wahrscheinlich nicht so wichtig
Klima-Psychologie
Klimaschutz: Das Enkel-Argument zieht doch nicht
Stand: 29.09.2026 06:32 Uhr
Dass die aktuelle Großelterngeneration die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch mitbekommt, ist unwahrscheinlich. Klimaschutz lohnt sich aber für die eigenen Enkel, dafür stehen Organisationen wie Omas For Future. Eine neue Studie wirft auf diese Haltung allerdings einen anderen Blick.
von MDR WISSEN/flo
Den Kindern eine Welt hinterlassen, in der es sich gut leben lässt: Dass jede Oma und jeder Opa automatisch diesen sehnlichen Wunsch mit sich trägt, könnte vielleicht etwas zu romantisch sein. Zu diesem Fazit kommen Forschende der Unis in Trier und Groningen in den Niederlanden.
Die Auswertung von umfangreichen Bevölkerungsdaten einer Langzeiterhebung aus Großbritannien zeigt: Die Geburt von Enkelkindern führt im Schnitt nicht dazu, dass sich Großeltern mehr ums Klima sorgen. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachblatt European Economic Review erschienen. Konkret gab es keine Veränderung nach der Geburt von Enkeln, ob Teilnehmende der Aussage "Die Auswirkungen des Klimawandels liegen zu weit in der Zukunft, um mir Sorgen zu machen" zustimmten oder nicht.
Klimaschutz: Statt Enkel braucht es neue Argumente
Unterschiedliche statistische Methoden seien den Forschenden zufolge immer wieder zu diesem Ergebnis gekommen. Sie sagen, es brauche eine andere Strategie als einen Verweis auf Nachfolgegenerationen, um Menschen für Klimaschutz zu gewinnen. Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Möglicherweise hat sich die Einstellung der Großeltern nicht erst mit der Geburt, sondern bereits mit Aussicht auf Enkel geändert, zum Beispiel wenn die eigenen Kinder eine feste Beziehung im Erwachsenenalter eingehen. Ob das der Fall ist, müsse weitere Forschung prüfen.