Großer Wandel am Kassel Airport: Wie Rheinmetall den Flughafen verändert
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Großer Wandel am Kassel Airport: Wie Rheinmetall den Flughafen verändert
Von: Daria Neu
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Zeitenwende – dieser Begriff fiel bei der Vorstellung des neuen Defence Hub Nordhessen, für den der Rüstungskonzern Rheinmetall in den kommenden Jahren mehr als 260 Millionen Euro investieren wird, mehrfach. Eine Zeitenwende steht auch für den Airport an.
Kassel/Calden – Zeitenwende – dieser Begriff fiel bei der Vorstellung des neuen Defence Hub Nordhessen, für den der Rüstungskonzern Rheinmetall in den kommenden Jahren mehr als 260 Millionen Euro investieren wird, mehrfach. Die Zeitenwende bezog sich auf die deutsche Verteidigungs- und Sicherheitspolitik insgesamt. Allerdings passt der Begriff auch zum Kassel Airport, der durch die anstehenden Projekte so sehr im Wandel steht wie noch nie zuvor. Wir fassen zusammen, was sich am Flughafen künftig ändern wird. Fragen und Antworten.
Was genau baut Rheinmetall auf der Fläche im neuen Gewerbepark?
Auf einer Fläche von rund neun Hektar im neuen Gewerbepark Kassel Airport, der sich neben dem bestehenden Gewerbegebiet am alten Flughafen befindet, sollen drei riesige Hallen auf einer Länge von 300 Metern sowie ein Ausbildungszentrum entstehen. Das kündigte Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz bereits vor einigen Wochen an, als noch gar nicht feststand, um welches Unternehmen es sich handelte. Rheinmetall selbst kündigte jetzt an, dass das Logistikzentrum mit einer Nutzfläche von über 30.000 Quadratmetern „eine der bedeutendsten Infrastrukturinvestitionen des Konzerns in Deutschland“ werde. Die Inbetriebnahme der Einrichtung ist für Ende 2027 geplant. Es soll die Abwicklung sowohl nationaler als auch internationaler Aufträge gewährleisten. „Durch die moderne Infrastruktur werden kürzere Durchlaufzeiten, optimierte Lieferketten und eine höhere Lieferqualität erreicht“, heißt es von Rheinmetall. Die Straßenerschließung läuft schön, für das Zentrum selbst muss noch der Bauantrag genehmigt werden. Zudem plant der Konzern ein Dohnentestzentrum.
Gibt es weitere Details zu den Plänen?
Ja. Rheinmetall erklärt, dass moderne logistische Lagerflächen zur Unterstützung der Produktion im Werk Kassel entstehen werden. Außerdem wird es zugehörige Bürokomplexe geben. Darüber hinaus baut Rheinmetall ein Schulungszentrum mit 1200 Quadratmetern Fläche zur Aus- und Fortbildung von Fachkräften. Das Drohnentestzentrum sei noch in Planung. Es soll zur Erprobung und Weiterentwicklung von Rheinmetall-Drohnen genutzt werden.
Warum ist die Entscheidung ausgerechnet auf die Flächen am Airport gefallen?
Der Standort am Airport Kassel sei nach einer eingehenden Analyse möglicher Alternativen ausgewählt worden, betont der Konzern. Die gute Verkehrsanbindung, die Nähe zum bestehenden Rheinmetall-Werk in Kassel sowie verfügbare Flächen für eine großflächige Anlage hätten eindeutig dafür gesprochen. Ein weiterer Grund: Durch das neue Zentrum am Kassel Airport soll der Lkw- und Lieferverkehr rund um den traditionellen Werkstandort deutlich abnehmen.
Was entsteht außerdem neu am Flughafen?
Nur wenige Wochen vor Vorstellung des Defence Hub wurde am Kassel Airport das neue Drohnenkompetenzzentrum vom Land Hessen und der Technischen Universität Darmstadt angekündigt. Dies soll dazu dienen, kritische Infrastruktur wie Bundesstraßen, Schienen und sogar Flughäfen mit Drohnen zu sichern. Im Oktober soll ein Containerbau auf dem Gelände des neuen Flughafens fertig sein. Bei der Auftaktveranstaltung waren am Airport 15 Firmen vertreten, die alle für eine Zusammenarbeit mit dem neuen Zentrum in den Startlöchern stehen. Zwar betont Rheinmetall, dass das geplante Drohnenkompetenzzentrum „einen wertvollen Standortvorteil am Airport“ biete. Mit dem eigenen Drohnentestzentrum hängt es aber erst einmal nicht zusammen.
Werden durch die Ansiedlung von Rheinmetall neue Sicherheitsvorkehrungen am Airport nötig?
Laut Airport-Geschäftsführer Lars Ernst ist es noch zu früh, um diese Frage zu beantworten. Dafür müssten weitere Planungsdetails vorliegen.
Das Land Hessen unterstützt das Defence Hub mit 25 Millionen Euro – warum wird Steuergeld dafür aufgebracht?
Das Land Hessen betont auf Anfrage: „Die Hessische Landesregierung betreibt eine aktive Wirtschaftspolitik. Dazu gehört auch, private Investitionen zu unterstützen. Seit 2024 sind in Hessen Großinvestitionen von mehr als 25 Milliarden Euro angekündigt oder schon realisiert worden – unter anderem bei Pharma, Industrie, Rechenzentren, Luftfahrt und Logistik.“ Mit seinem Anteil hebele Hessen private Investitionen von Rheinmetall von rund 260 Millionen Euro. „Dadurch sollen rund 1000 Arbeitsplätze geschaffen und wichtige Wachstumsimpulse für die Region gesetzt werden. Das, und die Investitionen in Sicherheit und den Defence Hub Nordhessen, ist im Interesse des Landes“, heißt es in der Antwort des Landes.