Größte Obdachlosen-Notunterkunft in Frankfurt muss sofort schließen
Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hat den Mietvertrag für die Notunterkunft in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor mit sofortiger Wirkung gekündigt. Das teilte Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) der hessenschau am Montagabend mit. Grund ist demnach ein unzureichender Brandschutz. Erst vor wenigen Tagen hatte die VGF angekündigt, die Unterkunft zum September schließen zu wollen. Stadt stellt Zelte als Ersatz auf Als Reaktion auf die kurzfristige Schließung richtete das Frankfurter Sozialdezernat gemeinsam mit dem Katastrophenschutz Zelte in der nahegelegenen Eschenheimer Anlage ein, wie Voitl dem hr mitteilte. Dort sollen die Betroffenen vorübergehend untergebracht werden. Ehrenamtliche Einsatzkräfte hätten fünf Zelte für jeweils 20 Personen aufgebaut, teilte die Feuerwehr mit. Die Unterkünfte seien mit Feldbetten, Sitzgelegenheiten sowie Einmalschlafplätzen ausgestattet. Trotz umfassender Suche nach Alternativen habe sich auf die Schnelle keine andere geeignete Unterkunft im Stadtgebiet finden lassen, hieß es. "Wir haben aufgrund der humanitären Krisensituation eine absolute Notlösung umgesetzt, um die Versorgung der betroffenen Personen sicherzustellen", erklärte Markus Röck, Direktor in der Branddirektion. Dauer der Notlösung noch ungewiss Die Zelte seien aktuell die einzige Möglichkeit, um den wohnungslosen Menschen schnellstmöglich Schutz und Unterstützung zu bieten. Wie lange diese Notlösung genutzt werde, sei aktuell noch unklar. Extreme Hitze stelle für obdachlose Menschen eine ebenso große Gefahr dar wie winterliche Kälte, betonte Sozialdezernentin Voitl. Deshalb müsse schnell eine Ersatzlösung geschaffen werden. Seit 2018 diente die B-Ebene als Notübernachtungsstätte für obdachlose Menschen. Besonders während der aktuellen Hitzewelle fanden dort täglich zahlreiche Menschen Schutz vor den hohen Temperaturen. Streit zwischen Stadt und VGF Schon nach der angekündigten Schließung hatte es Kritik aus dem Frankfurter Römer gegeben. Die Stadt warf der VGF vor, keine alternativen Flächen angeboten zu haben. Die Verkehrsgesellschaft verwies dagegen auf die Ergebnisse einer Brandschutzprüfung. Demnach würden die Räume im Brandfall zu schnell verrauchen und stellten dadurch eine Gefahr für Leib und Leben dar.