Gründe, warum immer mehr junge Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren einen Schlaganfall erleiden.
Auf der Konferenz „Update der Empfehlungen zur Schlaganfallbehandlung 2026“, die am 15. August von der Ho Chi Minh City Stroke Association organisiert wurde, erklärte Assoc. Prof. Dr. Nguyen Huy Thang, Vorsitzender der Vereinigung, dass neben den Fortschritten in der Behandlung ein besorgniserregendes Problem sei, das die Aufmerksamkeit der Schlaganfallgemeinschaft auf sich ziehe: die zunehmende Verbreitung der Krankheit bei jungen Menschen. Während Schlaganfälle bei Patienten unter 40 Jahren früher als recht selten galten, sind Fälle bei 20- bis 30-Jährigen heute keine Seltenheit mehr. Im People's Hospital 115 werden täglich etwa 50 bis 70 Schlaganfallpatienten aufgenommen, darunter auch sehr junge Menschen. Diese Veränderung zeigt, dass es in der Bevölkerung weiterhin erhebliche Lücken in der Schlaganfallprävention gibt. Ein Teil der jungen Menschen ist selbstzufrieden, da er sich noch gesund wähnt und daher selten Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, während er gleichzeitig behandelbare Grunderkrankungen vernachlässigt oder nicht ausreichend behandeln lässt. Auch junge Menschen sind nicht mehr „immun“ gegen Schlaganfälle. Ein Schlaganfall tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn verstopft oder reißt, wodurch ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Dies ist ein medizinischer Notfall, der tödlich verlaufen oder schwere Folgeschäden nach sich ziehen kann, wenn er nicht umgehend behandelt wird. Laut Professor Thang stellt der Schlaganfall derzeit nicht nur in Vietnam eine Belastung für das Gesundheitssystem dar, sondern ist ein globales Problem mit erheblichen Auswirkungen auf Patienten, deren Familien und die Gesellschaft. Gleichzeitig wird die Sorglosigkeit junger Menschen hinsichtlich der Risikofaktoren zu einer Herausforderung für die Prävention dieser Krankheit. Viele Menschen zwischen 20 und 30 Jahren denken nicht, dass sie einen Schlaganfall erleiden könnten, und schenken daher ihrem Blutdruck, Blutzucker oder Cholesterinspiegel wenig Beachtung. Wenn sie auffällige Werte feststellen, suchen manche keine Behandlung oder setzen ihre Medikamente eigenmächtig ab, weil sie keine eindeutigen Symptome haben. „Dies ist einer der Gründe, warum Risikofaktoren unbemerkt fortbestehen und mit der Zeit Blutgefäße schädigen können“, sagte Dr. Thang. Neben bestehenden Erkrankungen führen moderne Lebensstile auch dazu, dass viele Risikofaktoren früher auftreten. Ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht oder Adipositas sowie ungesunde Gewohnheiten können das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen erhöhen und somit auch das Schlaganfallrisiko steigern. Allerdings lassen sich nicht alle Schlaganfälle bei jungen Menschen auf den Lebensstil zurückführen. Manche Patienten leiden an zugrundeliegenden Gefäß- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen spezifischen Ursachen. Daher sollten Patienten bei ungewöhnlichen Symptomen untersucht werden, um die Ursache abzuklären, anstatt eine Selbstdiagnose zu stellen. Mehr als 170 Schlaganfallzentren reichen immer noch nicht aus. Laut Dr. Nguyen Huy Thang, außerordentlicher Professor, verfügt Vietnam derzeit über mehr als 170 Schlaganfallzentren und kann die meisten der weltweit fortschrittlichsten Behandlungsmethoden anwenden. Dieses Netzwerk kann den Bedarf jedoch angesichts der stetig steigenden Zahl von Schlaganfallpatienten noch nicht vollständig decken. Gemäß den Empfehlungen der Weltschlaganfallorganisation muss Vietnam die Anzahl der derzeit betriebenen Schlaganfallzentren verdoppeln oder sogar verdreifachen. Gleichzeitig müssen die Behandlungsqualität, die Notfallmaßnahmen und die personellen Ressourcen verbessert werden. Ein weiteres Problem ist die ungleiche Verteilung der Zentren auf die verschiedenen Regionen. Professor Thang schlug daher den Aufbau eines Netzwerks vor, das Krankenhäuser miteinander verbindet. So könnten Fälle, die in Einrichtungen mit niedrigerem Versorgungsniveau behandelt werden können, weiterhin vor Ort versorgt werden, während Patienten, deren Erkrankungen die Kompetenzen der lokalen Einrichtungen übersteigen, schnellstmöglich in Zentren mit höherer Kapazität verlegt werden könnten. Dies ist eine schwierige Aufgabe, die koordinierte Anstrengungen auf vielen Ebenen und in vielen Sektoren erfordert und nicht allein von den Bemühungen des Schlaganfallsektors abhängt. Neben dem Ausbau des Behandlungssystems betonen Experten, dass Prävention weiterhin die wichtigste Lösung ist. Insbesondere für junge Menschen ist es entscheidend, die Vorstellung abzulegen, dass man als junger Mensch keinen Schlaganfall erleiden kann, und stattdessen proaktiv Gesundheitschecks wahrzunehmen und Risikofaktoren zu kontrollieren.