Grüne werfen Reiche vor, günstige Energie zu verhindern
Startseite Wirtschaft Streit um Strompreise: Grüne werfen Reiche aktive Blockade vor – „verhindert günstigen Strom“ Von: Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Grüne werfen Wirtschaftsministerin Reiche vor, günstige Strompreise aktiv zu verhindern – und warnen vor wachsender Abhängigkeit von teurem fossilem Gas. Berlin – Die Grünen werfen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, mit ihrer Energiepolitik günstige Strompreise aktiv zu verhindern. Fraktionsvize Julia Verlinden bezeichnete Reiches Erwartung sinkender Strompreise als „unredlich“. Die Ministerin selbst hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, sie rechne mittelfristig mit sinkenden Strompreisen – allerdings werde dies erst Mitte der 2030er Jahre spürbar werden. Reiche wies zugleich Kritik zurück, ihre Reformpläne würden die Energiewende ausbremsen. Verlinden hingegen sieht in Reiches Kurs bei den Strompreisen einen grundlegenden Widerspruch: „Sie selbst sorgt durch den weiteren Ausbau fossiler Gaskraftwerke für gefährliche Abhängigkeit von teuren fossilen Energien“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Erneuerbare sind der Garant für günstige Strompreise. Kalifornien und Spanien machten vor, wie man teures Gas ersetzen könne.“ Nötig sei stattdessen ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien und Speicher. Strompreise in Deutschland: Reiche „verhindert günstigen Strom“ Konkret wirft Verlinden Reiche im Zusammenhang mit dem Strompreis vor, Bürgerinnen und Bürger beim Ausbau eigener Solaranlagen zu behindern. „Die Energieministerin verhindert günstigen Strom, wenn sie Menschen Steine in den Weg legt, die Solaranlagen auf ihren Dächern installieren wollen und wenn sie zugleich die Netzbetreiber nicht angemessen in die Pflicht nimmt, die Netze endlich fit für mehr erneuerbaren Strom zu machen“, sagte Verlinden. Tatsächlich sieht die geplante EEG-Reform vor, dass ab 2027 neue kleine Dach-Photovoltaikanlagen unter 25 Kilowatt keine dauerhafte Förderung mehr erhalten sollen. Auch innerhalb der Grünen wird das Thema Strompreise unterschiedlich angegangen. Die Grünen-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, hatte sich zuletzt für regionale Strompreiszonen ausgesprochen. Der Strom solle dort, wo er günstig aus erneuerbaren Energien produziert werde, auch für Verbraucherinnen und Verbraucher billiger sein. Die Politikerin schlug vor, dass Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen eine gemeinsame Strompreiszone bilden könnte: „Das ist nichts, was wir auf Landesebene regeln können, aber das müssen wir als Land anstoßen und unterstützen.“ Derzeit gilt in ganz Deutschland ein einheitlicher Börsenstrompreis. Der große Energiespar-Ratgeber Mit unserem Ratgeber erhalten Sie die wichtigsten Tipps, wie Sie effizient Energie in den eigenen vier Wänden und somit bares Geld sparen können. Von Heizung und Warmwasser bis hin zu Strom erhalten Sie hier einen umfangreichen Überblick. Laden Sie sich den Ratgeber HIER kostenlos runter. Drohen hohe Strompreise für Verbraucher? Reiche will Energiewende kosteneffizienter machen Unterdessen droht Verbraucherinnen und Verbrauchern kurzfristig ohnehin keine Entlastung – im Gegenteil. Der Zuschuss der Bundesregierung zu den Übertragungsnetzkosten aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) soll 2027 von 6,5 auf rund 5,5 Milliarden Euro sinken. Nach Einschätzung des Vergleichsportals Verivox dürfte dies die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte um rund ein Prozent steigen lassen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, wie sich die Strompreise im Einzelfall entwickelten, könne erst beurteilt werden, wenn die konkreten Netzentgelte berechnet worden seien. Druck auf die Bundesregierung kommt auch aus der Wirtschaft. Der Bundesverband Kooperierender Mittelstand forderte zuletzt schnellere Entlastungen und eine Senkung der Stromsteuer für alle: „Bäckereien, Händler, Dienstleister und viele andere mittelständische Unternehmen müssen ihre Stromrechnung heute bezahlen – nicht erst in zehn Jahren.“ Reiche betonte demgegenüber, die Energiewende solle kosteneffizienter werden. Der Bund gebe aktuell 17 Milliarden Euro für die EEG-Förderung aus – „Tendenz steigend“. Ihr Ziel sei „mehr Markt und weniger Dauerförderung“. (Quellen: dpa, AFP, Verivox) (fbu)