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GTWC Portimao 2026: Verstappen-AMG bei Porsche-Pole chancenlos

Sport

(Motorsport-Total.com) - Rückschlag für Max Verstappen, Chris Lulham und Ben Barnicoat: Beim Qualifying zum 3-Stunden-Rennen der GT-World-Challenge (GTWC) Europe (Das Rennen hier im Livestream!) kam das Trio nicht über den 15. Startplatz hinaus. Noch bitterer ist die Tatsache, dass mit dem GetSpeed-Mercedes #17 (Aron/Götz/Schiller; 2.) ein baugleiches Fahrzeug in die erste Startreihe fuhr. (Ergebnis)

Die Probleme zeichneten sich bereits im Q1 ab. Ben Barnicoat hatte auf Platz 21 bereits 0,679 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Morris Schuring im Boutsen-VDS-Porsche #2 (Schuring/Boccolacci/Picariello; 1.). Spätestens jetzt war klar, dass Verstappen Racing und das Einsatzteam 2 Seas Motorsport ein Problem mit der Qualifying-Pace hatten.

Selbst Chris Lulham, der in Q2 in dem Mercedes-AMG #3 einstieg und über die meiste Erfahrung der drei Fahrer in dem Auto verfügt, musste sich mit gar 0,799 Sekunden Rückstand auf Dorian Boccolacci mit Platz 16 seiner Gruppe begnügen.

Max Verstappen konnte in Q3 auch nicht zaubern, obschon er mit 0,441 Sekunden Rückstand auf die etwas überraschende Bestzeit von Simon Birch im Selected-Car-Ferrari #71 (Schandorff/Ebdrup/Birch; 8.) den geringsten Abstand aufwies und in 1:42.093 Minuten auch die schnellste Zeit auf dem Fahrzeug fuhr. Das war aber allein deshalb schon zu erwarten, als dass die Strecke im Qualifying wegen des Sonnenuntergangs immer weiter abkühlte und damit schneller wurde.

Set-up-Änderung ein Schuss in den Ofen

Der Mercedes-AMG GT3 hatte gleich drei Probleme. Zum einen war das Auto offenbar zu niedrig eingestellt, denn selbst für den AMG, der im Qualifying immer sehr viel aufsetzt, war der Funkenflug enorm. Hinzu kam ein Bouncing auf den Bodenwellen und ein Untersteuern in den langgezogenen Spitzkehren des Autodromo Internacional do Algarve, das hin und wieder in ein Übersteuern am Kurvenausgang überging.

Im Durchschnitt der jeweils schnellsten Runde jedes Fahrers kam die #3 so auf eine Zeit von 1:42.624 Minuten, was Platz 15 bedeutete. Ben Barnicoat lässt im Interview durchblicken, dass das Team nach den beiden Freien Trainings, in denen das Auto schnell, aber schwierig zu fahren war, eine Änderung am Set-up vorgenommen hat. Diese ist offenbar komplett nach hinten losgegangen.

"Wir hatten das Gefühl, dass uns ein bisschen Speed fehlte. Wir standen auf den Zeitenlisten zwar recht weit oben, aber keiner von uns war wirklich zufrieden. Also haben wir ein paar Dinge ausprobiert, und das hat offensichtlich einfach nicht ganz geklappt. Ja, es gab eine Menge Funkenflug, wie wir alle im Fernsehen gesehen haben. Und viel Bouncing auf den Geraden. Ich denke, wir haben es einfach ein bisschen verfehlt", erklärt er.

Die Flinte wirft der Brite aber noch lange nicht ins Korn: "Was mich betrifft, so war die Gewöhnung an den Mercedes ein kleiner Kampf. Es gibt doch einige Unterschiede zu meinem Lexus, an den ich gewohnt bin. Aber Max war stark und Chris war stark. Ich bin mir also sicher, dass wir morgen klarkommen werden. Wir haben vorhin einfach ein wenig danebengehauen."

"Aber wir wissen, was wir tun. Wir wissen, wie wir es besser machen können. Und hey, wir sind Sieger. Wir sind alle Sieger. Wir haben einen viermaligen Weltmeister im Auto. Wir gehen morgen an die Arbeit und werden versuchen, nach vorne zu fahren."

Porsche-Pole ehrt Marc van der Straten

Für eine emotionale Poleposition sorgten Morris Schuring, Dorian Boccolacci und Alessio Picariello im Boutsen-VDS-Porsche. Das Team rund um Olivier Laine und Olivia Boutsen, der Schwester von Ex-Formel-1-Fahrer Thierry Boutsen, musste in diesem Jahr den Verlust von Marc van der Straten (das VDS im Teamnamen) hinnehmen, der im Juli im Alter von 78 Jahren verstarb.

Nach zwei Bestzeiten von Schuring und Boccolacci in den ersten beiden Qualifying-Segmenten musste Alessio Picariello im Q3 den Vorsprung nur noch verwalten, was ihm mit Platz sieben gelang. Die Durchschnittszeit von 1:42.071 Minuten reichte zur Pole mit 0,108 Sekunden Vorsprung auf den bereits erwähnten GetSpeed-Mercedes #17.

In die zweite Reihe fuhr mit dem Lionspeed-Porsche #80 (Feller/Preining/Buus; 3.), auf dem Ricardo Feller und Bastian Buus den Titel im Sprint-Cup der GTWC Europe gewonnen haben, ein weiterer Porsche 911 GT3 R (992), gefolgt vom HRT-Ford #64 (Maini/Scherer/Drouet; 4.).

Mit dem AF-Corse-Ferrari #50 (Wadoux/Leclerc/Costa; 5.) startet der beste Ferrari 296 GT3 Evo aus der dritten Reihe, gefolgt vom Winward-Mercedes #48 (Auer/Stolz/Engel; 6.). Die "Mamba" hatte sich bereits am Nürburgring den Titel im Endurance-Cup der GTWC Europe 2026 gesichert. Durch eine gewonnene Berufung gegen eine Disqualifikation vom Sprint-Cup-Rennen in Misano stehen Lucas Auer und Maro Engel mittlerweile auch als Meister der kombinierten Wertung aus Sprint- und Endurance-Cup fest.

Insgesamt fuhren drei Ferrari 296 GT3 Evo, jeweils zwei Mercedes-AMG GT3 und Porsche 911 GT3 R und je ein Ford Mustang GT3 Evo, McLaren 720S GT3 Evo und Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo in die Top 10. 29 Fahrzeuge kamen im Durchschnitt ins Fenster von einer Sekunde zur Bestzeit.

Einen schlechten Tag erwischte BMW: Der WRT-BMW #32 (van der Linde/Pepper/Weerts) war als 14. bester Vertreter der M4 GT3 Evo, dem Rowe-BMW #98 (Eng/Dennis/Wittmann; 35.) fehlte es komplett an Pace und Valentino Rossi bekam im Q2 im WRT-BMW #46 (Verhagen/Hesse/Rossi; 60.) keine legale Runde zusammen, sodass die MotoGP-Legende und seine Teamkollegen Max Hesse und Neil Verhagen von hinten starten müssen.

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