Günther Maria Halmer auf einem Münchner Friedhof
tz München Stadt „Einer der ganz Großen“: In seinem letzten Film lebt Günther Maria Halmer auf einem Münchner Friedhof Von: Stefanie Thyssen Uns auf Google folgen Der verstorbene Schauspieler ist jetzt in seiner letzten Fernsehrolle im TV zu sehen. Jutta Speidel erinnert sich an die Dreharbeiten mit ihm. München – Es sind Szenen, die in vielfacher Hinsicht zu Herzen gehen. Man sieht einen alten Mann, etwas heruntergekommen, auf dem Friedhof sitzen. Er hat einen großen Rucksack bei sich, man ahnt, dass er sich längere Zeit nicht gewaschen hat, glücklich jedenfalls sieht er nicht aus. Später erfährt der Zuschauer, dass Adam Einmiller kein Obdach hat und auf der Straße beziehungsweise einem Münchner Friedhof lebt. Als wäre das nicht schon Bürde genug, erfährt er, dass das Grab, in dem vor 30 Jahren sein Sohn beigesetzt wurde, aufgelöst wird – es sei denn, der alte Mann zahlt 1500 Euro, verlängert die Stelle und den Grabstein, auf dem auch mal sein Name stehen soll. „Servus Eddie“: In seiner letzten TV-Rolle lebt Günther Maria Halmer auf einem Münchner Friedhof So weit, so der Anfang des Films. Was die Eingangssequenz von „Servus Eddie“ doppelt berührend macht, ist ihr Darsteller: Günther Maria Halmer ist hier in seiner letzten Fernsehrolle zu sehen. An seiner Seite: Maximilian Brückner und Jutta Speidel, die sich im Gespräch mit unserer Zeitung an ihren Kollegen erinnert. Das Engagement der Schauspielerin Mit Adam, dem von Günther Maria Halmer gespielten Obdachlosen, zeigt der Film eine Figur, die auch Jutta Speidels private Biografie berührt. Seit fast 30 Jahren engagiert sie sich mit ihrem Verein Horizont für wohnungslose Mütter und ihre Kinder. Im Oktober weiht Speidel das dritte Haus ein. „Der Bedarf ist nach wie vor enorm“, sagt die Schauspielerin. Die neue Einrichtung im Münchner Nordwesten umfasst 20 Wohnungen, außerdem sind ein für die Nachbarschaft offener Jugend- und Begegnungsraum sowie bildungs- und medienpädagogische Angebote geplant. Für einige Filme wie „Oh Tannenbaum“ aus dem Jahr 2007 oder „Mein Traum von Afrika“ haben die beiden schon früher gemeinsam vor der Kamera gestanden – „und es war immer schön“, erzählt Speidel. Die beiden TV-Stars kannten sich fast 40 Jahre lang, sind sich bei Veranstaltungen oder gemeinsamen Freunden wie Michaela May immer wieder über den Weg gelaufen. Jutta Speidel über Günther Maria Halmer: „Mit ihm ist einer der ganz Großen gegangen“ „Wir haben uns als Kollegen sehr geschätzt“, sagt die 72-Jährige. Halmer sei ein richtig guter Schauspieler gewesen. „Mit ihm ist einer der ganz Großen gegangen – und es werden immer weniger, die noch da sind“, erklärt die Münchnerin und erinnert an Kollegen wie Mario Adorf, die ebenfalls unlängst verstorben sind. „Da geht gerade eine ganze Garde toller, großartiger Menschen. Das macht mich traurig.“ Gleichzeitig, schiebt sie mit einem Lachen hinterher, hoffe sie, dass „ich ganz steinalt werde“. Topfit ist sie jedenfalls, die Schauspielerin, die so gar nicht einstimmen kann in die Klagen vieler Kolleginnen jenseits der 50, die keine guten Angebote mehr bekommen. „Seit letztem Jahr könnte ich ununterbrochen drehen“, berichtet Speidel. „Und das tue ich jetzt auch.“ Vom „Bozen-Krimi“ über einen „Tatort“ aus Kiel bis hin zu zwei Filmen mit „anspruchsvolleren Frauenfiguren“ sei die Bandbreite zudem groß. Zurück zu „Servus Eddie“, diesem zauberhaften Film, der vor allem diejenigen abholt, die sich nach einer ruhig erzählten Geschichte sehnen. Der titelgebende Eddie ist ein Münchner Polizeibeamter, der gern übers Ziel hinausschießt und deswegen zurück in den Streifendienst versetzt wurde. Dort hat er es nun mit Kleinkriminellen, harmlosen Drogendealern und eines Tages auch dem Obdachlosen Adam (Halmer) zu tun, der nicht nur die Kollekte aus der Kirche geklaut hat, sondern bei einem Zusammenprall auch Eddies Dienstwaffe mitgehen ließ. „Servus Eddie“: Wann der letzte TV-Film mit Günther Maria Halmer zu sehen ist Im Lauf der Zeit stellt sich heraus, dass Adam und Eddies Mutter (Jutta Speidel), die unter einer schweren Angststörung leidet und jahrelang ihre Wohnung nicht verlassen hat, sich früher schon begegnet sind… Der Film lebt von seinen Figuren, man möchte gern wissen, wie es weitergeht mit Eddie & Co. „Eigentlich hat die Geschichte Potenzial für eine eigene Reihe“, sagt Speidel. Ob es dazu kommt? Offen. Wie auch immer. In Erinnerung bleiben wird der Film allemal – auch weil er den Schlusspunkt setzt unter Günther Maria Halmers große Karriere als Schauspieler und Charakterkopf mit Herz. „Servus Eddie“ ist ab 30. Juli in der Mediathek und am 31. Juli im Ersten zu sehen.