Günther-Wünsch kritisiert Schulstreik am Französischen Gymnasium
Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat den Schulstreik am Montag am Französischen Gymnasium als nicht akzeptabel kritisiert. Dort hatten Schülerinnen und Schüler Gebäude-Zugänge blockiert.
Schule sei kein rechtsfreier Raum, teilte die Bildungssenatorin dem rbb auf Nachfrage mit. Das Recht von Schülerinnen und Schülern, ihre Meinung zu äußern und sich zu engagieren, sei ein wichtiger Bestandteil der Demokratie.
Meinungsfreiheit rechtfertige aber nicht die Blockade einer Schule. Ein solches Vorgehen werde an Berliner Schulen nicht geduldet, betonte die CDU-Politikerin. Sie erwarte von den Verantwortlichen an Schulen, wenn erforderlich, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.
Mit ihrer Zugangs-Blockade hatten Schülerinnen und Schüler sich mit den aktuellen Protesten in Frankreich solidarisiert [tagesschau.de].
Seit über zwei Wochen demonstrieren dort Schüler für eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen. Teils kam es am Rande zu Ausschreitungen. Einsatzkräfte nahmen Tausende junge Menschen vorübergehend fest.
Für Dienstag wird erneut zu einem landesweiten Aktionstag mobilisiert. Auch Lehrergewerkschaften haben dazu aufgerufen, an dem Tag zu streiken und sich dem Protest der Schüler anzuschließen.
Während die Regierung die Proteste zunächst zu unterbinden versuchte, ist sie mittlerweile bemüht, die wütenden Schülerinnen und Schüler zu beschwichtigen. Frankreichs Premier Sébastien Lecornu schaltete sich ein und versprach bessere Lernbedingungen. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte an, dass 3.000 Vertretungslehrkräfte zügig an die Schulen kommen. Den Demonstranten reicht das nicht. Doch die Regierung steht wegen der hohen Verschuldung und dem Sparzwang finanziell unter Druck.