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Haferkäse aus Finnland jetzt in Hamburg

Wirtschaft

Es klingt nach der perfekten PR, ist aber das reale Leben: Zwei Schwestern aus Finnland, beide blond und auf einem Milchbauernhof aufgewachsen, haben ein Start-up gegründet, das Käse aus Hafer herstellt. Nun sorgen sie mit ihren Produkten in Deutschland für Aufsehen, seit Kurzem gibt es „Mö“ auch in Hamburg.

Die Schwestern Annamari Jukkola und Marjaana Vuorio aus Lohtaja an der Westküste Finnlands stellten ihre Ernährung auf „pflanzlich“ um. „Die Lebensmittelindustrie spielt eine entscheidende Rolle bei der globalen Klima- und Nachhaltigkeitskrise“, schreiben sie. Und weil sie keine guten einheimischen Käsealternativen fanden, gründeten sie vor rund zehn Jahren „Mö Foods“ – nennen sich selbst Finnlands erste Hafermolkerei, die aus der Kuhmilchmolkerei auf dem elterlichen Bauernhof entstanden ist.

Die beiden Frauen wuchsen auf einem Milchhof auf

Ihre Käsealternativen unterscheiden sich von Konkurrenzprodukten, die oft hauptsächlich aus Fetten bestehen. Auch der pflanzliche Feta oder die Ziegenkäserolle von „Mö“ enthalten Kokosfett – als Hauptzutat aber eben finnischen Hafer. Die für ihre Produkte nötige Hafermilch stellen sie bei „Mö“, was in der Regionalsprache der Schwestern für Hafer steht, selber her.

„Es war unser Ziel, das handwerkliche Erbe unserer Familie mit moderner Nachhaltigkeit zu vereinen“, sagen die Schwestern im Januar. Da hatte „Mö Foods“ sich gerade gegen mehr als 50 Konkurrenten im Wettbewerb für Käse-Alternativen von Lidl und der Ernährungsorganisation ProVeg durchgesetzt.

Als Gewinn brachte der Discounter die finnische Käsealternative ins Kühlregal – aber leider nicht in Hamburg. Das ändert nun die Hamburger Handelsvertretung „Deli Biss“. Seit August gibt es in einigen Rewe-Filialen den „Mö Greek“ (200 Gramm, 3,49 Euro), der Feta ähnelt, und den „Mö Chavre“ (180 Gramm 3,69 Euro), einen Ziegenkäse-Ersatz. Die Käse sind auch bei Edeka in der Rindermarkthalle, Struve oder Niemerszein zu finden.

„Mö“ nutzt eine „patentierte Technologie“, um aus Hafermilch „Käse-Alternativen zu kreieren, die klimafreundlich sind“, so Annamari Jukkola, die einen Doktor als Chemieingenieurin hat, und Kreativdirektorin Marjaana Vuorio. Der Hafer-Käse reift rund zwei Wochen. Der „Greek“ liegt in etwas Salzlake, ist bissfest und zugleich cremig – den kann man in kleine Würfel geschnitten und mit Olivenöl beträufelt sogar pur genießen, so lecker ist er. Aber geschmacklich der absolute Gamechanger ist der pflanzliche Ziegenkäse, der als Rolle zwar ohne Weißschimmelrinde, aber intensiv „ziegig“ daherkommt – Aromen helfen ein bisschen nach.

Wenn Sie diese Kolumne regelmäßig lesen, dann wissen Sie, dass jahrelang Käse mein Fleischersatz war, bis mich das Leid der Milchkühe und ihrer Kälber nicht mehr losließ. Doch „Mö“ statt „Muh“ lässt alte Erinnerungen wach werden. Ein ziemlich authentisches Geschmackserlebnis.

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