Haiti: Mindestens 40 Tote bei Bandenangriff nahe Haitis Hauptstadt
Bei einem Angriff von Bandenmitgliedern auf die Gemeinde Kenscoff südlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince sind mindestens 40 Menschen getötet worden. Bewaffnete Männer seien in der Nacht zum Montag in den Ort eingedrungen, hätten Häuser angezündet und Einwohner getötet, sagte Bürgermeister Jean Massillon. Die Bandenmitglieder hätten auch ein in einer Kirche eingerichtetes Lager für Vertriebene gestürmt und »mehrere Menschen hingerichtet«. Es gebe zahlreiche Verletzte, einige Menschen seien entführt worden.
Massillon machte Mitglieder des Bandenbündnisses Viv Ansanm für den Angriff verantwortlich. »Sie haben Chaos gesät«, sagte der Bürgermeister. Die US-Regierung hatte Viv Ansanm im vergangenen Jahr als ausländische Terrororganisation eingestuft.
Haitis Ministerpräsident Alix Didier Fils-Aimé bekundete sein »tiefes Mitgefühl« für die Angehörigen der Toten. Die Regierung kündigte zudem an, Einsatzkräfte zu entsenden, um die Sicherheit in der Gegend wiederherzustellen. In Kenscoff bekämpfen sich seit Monaten bewaffnete Gruppen, die versuchen, ihren Einfluss in der Region auszuweiten.
Banden kontrollieren große Teile des Karibikstaats
Das rund 11,6 Millionen Einwohner zählende Haiti teilt sich die Karibikinsel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik. Das Land ist seit Jahrzehnten von politischer Instabilität, Armut und Gewalt geprägt. Seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 gibt es kein Staatsoberhaupt mehr.