Halbfinale in Wimbledon Zverev schlägt Fery klar und steht im Finale
Im Finale am Sonntag (17:00 Uhr) trifft Zverev auf den topgesetzten Jannik Sinner oder Novak Djokovic. Sollte Zverev das Finale gewinnen, würde er der erste männliche Wimbledon-Sieger seit Michael Stich 1991 und der erste Deutsche seit Angelique Kerber 2018 werden. Fery frenetisch gefeiert Bei angenehmen Temperaturen in Wimbledon, die Hitzewelle der vergangenen Tage nahm sich eine kleine Pause, zeigte das Publikum von Beginn an, dass es gewillt war, den Jungen aus der Nachbarschaft zum Sieg zu schreien. Fery, in Frankreich geboren, aber in Wimbledon aufgewachsen, begann selbstbewusst. Vom ersten Punkt feierte es jeden Punkt ihres Landsmanns frenetisch. Zverev muss in den Tiebreak - siegt aber klar Den ersten Satz begann Zverev nach leichten Anfangsschwierigkeiten wie von ihm geplant. Früh nahm er seinem britischen Widersacher das Aufschlagspiel, ging mit 3:1 in Führung. Doch Fery revanchierte sich sofort, schaffte das Rebreak mit seinem ersten Breakball. Der Brite returnierte im ersten Satz sehr gut, kam mit den über 200 km/h schnellen Aufschlägen von Zverev bestens klar. Der gebürtige Hamburger wirkte im ersten Satz noch nicht überragend souverän, musste in den Tiebreak. War die Stimmung unter den Zuschauerinnen und Zuschauern bis dahin noch prächtig, sorgte der 29-Jährige im Tiebreak dann dafür, dass sich selbige schnell eintrübte. Ein Doppelfehler und ein Rahmentreffer Ferys sorgten für die schnelle 5:0-Führung im Tiebreak, wenige Minuten später hatte Zverev den Satz mit 7:6 gewonnen. Zverev demonstriert Selbstvertrauens und Stärke Der zweite Satz war eine Demonstration des Selbstvertrauens und der Stärke von Zverev. Früh nahm er seinem Kontrahenten den Aufschlag ab, begeisterte immer wieder mit Vorhand-Gewinnschlägen und holte sich nach 38 Minuten mit 6:2 die 2:0 Satzführung. Der Brite hatte bei seiner "Fery-Tale" in diesem Jahr unter anderem Grigor Dimitrov und den French-Open-Finalisten Flavio Cobolli besiegt. Im Halbfinale hatte er ab dem Tiebreak des ersten Satzes zu keinem Zeitpunkt mehr die Möglichkeit, seinen an zwei gesetzten Gegner zu überraschen. Fery müht sich, hat aber kaum Chancen Zu Beginn des dritten Satzes plätscherte das Match etwas vor sich hin. Fery mühte sich nach Kräften, seine Aufschlagspiele durchzubringen, Zverev auf der anderen Seite gab seinem Gegner bei eigenem Aufschlag nur sehr wenige Chancen. Als Zverev beim Stand von 2:2 das Break gelang, war das Match entschieden. Nach zwei Stunden und 13 Minuten verwandelte der French-Open-Sieger von vor fünf Wochen seinen ersten Matchball. Zverev, der vor diesem Jahr noch nie über das Achtelfinale beim berühmtesten Tennisturnier der Welt hinausgekommen war, ist erst der dritte Spieler nach Andy Murray und Daniil Medvedev, dem es gelungen ist, nach seinem ersten Sieg bei einem Grand Slam beim folgenden Major ins Finale zu kommen. Zverev: "Glücklich und stolz" "Es ist großartig. Wimbledon war immer der Grand Slam, mit dem ich die meisten Probleme hatte. Ich bin unglaublich glücklich und stolz, auch auf das Team. Aber es gibt noch ein Match am Sonntag, und darauf liegt der Fokus", sagte er. Eine kleine Kampfansage an seinen Finalgegner. Ob ihm egal ist, gegen wen er spielt?: "Ich hoffe, ich kann gegen einen Junior spielen, das wäre großartig. Aber im Ernst: Ich muss am Sonntag mir selbst und auf meine eigene Leistung vertrauen." Nur vier deutsche Männer waren vor 2026 ins Finale in Wimbledon eingezogen. Gottfried von Cramm stand 1935-1937 insgesamt drei Mal im Finale, Wilhelm Bungert verlor 1967 das Finale gegen John Newcombe. Boris Becker schaffte in seiner Karriere insgesamt sieben Mal den Einzug ins Finale und Michael Stich gewann den Titel 1991.