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„Halle steht auf“: Wann die Furys spielen und welche DDR-Erinnerungen IC Falkenberg hat

Unterhaltung

Halle (Saale)/MZ. - Es wird eine Party für die Demokratie, das Fest „Halle steht auf“ auf dem halleschen Marktplatz - ein Cocktail aus Gesprächsrunden und Musik. Mit Peter Maffay, einem seit Jahrzehnten gesellschaftlich engagierten Künstler, sowie Schauspiel- und Kabarettlegende Dieter Hallervorden sind zwei der bekanntesten Persönlichkeiten Deutschlands dabei. Und auch das übrige Line-up ist erste Sahne.

Unter Zeitdruck sind die Rocker von „Fury In The Slaughterhouse“. „Deshalb spielen sie auch relativ zeitig“, verrät Organisator Sascha Sachse von Känguruh Production. „Sie müssen weiter zum nächsten Konzert-Ort. Wahrscheinlich spielen sie also schon gegen 17 Uhr.“

„Wir kommen nach Halle und sind dabei, weil wir der festen Überzeugung sind, dass wir uns in den aktuellen Zeiten nicht von irgendwelchen Rattenfängern trennen lassen dürfen“, sagt Alea (Jörg Roth), Sänger von „Saltatio Mortis“, einer der bekanntesten Mittelalter-Rockbands Deutschlands.

„Wir müssen immer miteinander reden und im Dialog bleiben. Denn wenn wir das tun, haben wir die Möglichkeit, die Ängste des anderen zu verstehen und vielleicht viel besser zu helfen als Leute, die einen in eine bestimmte Richtung drücken möchten. Steht zusammen und lasst uns zusammen feiern für eine Demokratie“, lädt er alle ein, am Donnerstag auf dem halleschen Markt dabei zu sein.

Auch die Berliner Sängerin Elise Eißmann, bekannt als „Tochter“, die gerade erst beim Laternenfest zu Gast war, wird auf der Bühne zu erleben sein. „Ich mache mit, weil ich es wichtig finde, dass wir wählen gehen“, sagt sie.

„Manchmal machen wir die Gesellschaft für etwas verantwortlich und sagen: Mach doch mal dies und mach doch mal jenes - aber wir selbst sind doch die Gesellschaft und wir dürfen mitgestalten“, erklärt die Sängerin, die besonders gern nach Halle kommt, weil ihr Opa in der Stadt lebt.

Man sollte sich fragen, was man selbst tun könne. „Ich kann zum Beispiel auf die Bühne gehen und sagen: Okay, ich habe auch Ängste, Schwierigkeiten und Herausforderungen, aber ich gehe trotzdem auf die Bühne.“ Das Wichtigste sei doch, dass alle zusammenkommen. „Meine Musik ist auch ein Mittel, um das zu bewirken.“ Außerdem dürfe man eins nicht vergessen: „Dass wir hier in dieser Demokratie leben dürfen, ist etwas total Magisches.“

Im MZ-Interview hat „Tochter“ erzählt, dass sie früher lange an einer Essstörung gelitten hat. „Aber da bin ich sehr gut rausgekommen.“ Auch „Tochter“ braucht wie Fury in the Slaughterhouse am Donnerstag ein perfektes Zeitmanagement. „Ich hab‘ nämlich an dem Tag Proben in Leipzig, weil ich am Freitag bei der ‚Goldenen Henne‘ auftreten darf. Aber ich kriege das hin mit Halle. Kommt alle vorbei!“

Und auch er kommt nach Halle: Peter Freudenthaler, Frontmann der Band „Fools Garden“ („Lemon Tree“). Der Mann aus Pforzheim ist mindestens ein Mal im Jahr zu Gast im Objekt 5, um mit Christof Stein-Schneider von den „Furys“ Teil der legendären Band „Final Stap“ mit Mike Kilian von „Rockhaus“ und Tobias Künzel von den „Prinzen“ zu sein. Er kennt den Weg nach Halle also schon ziemlich gut.

Aber natürlich ist auch die hallesche Musikszene mit am Start. „Ich darf zwischen Peter Freudenthaler und Peter Maffay auftreten. Ich bin zwar ein bisschen zu unbedeutend, um direkt vor Peter Maffay zu singen, weil zwischen uns schon Welten klaffen, was die Popularität angeht“, sagt der Hallenser IC Falkenberg. „Aber es sind an dem Tag ja andere Dinge wichtig.“

Er stehe bei „Halle steht auf“ für Demokratie und Kunstfreiheit auf der Bühne. „Weil ich vor 1989 am eigenen Leib erlebt habe, was die Abwesenheit von Kunstfreiheit bedeutet. Das darf nie wieder passieren.“ Die aktuelle Politik habe zwar nicht dazu beigetragen, die Menschen glücklicher zu machen. „Aber das darf kein Grund sein, AfD zu wählen“, sagt IC, der am Tag nach dem Demokratie-Fest seine neue Tour startet.

Auch die halleschen Acts „Bienstich“ und Cordula Naumann, die „Salttown Voices“, der Jazzchor „inTune“ sowie „Frohe Zukunft“ sind am 3. September ab 16 Uhr auf dem Markt mit dabei und wollen für gute Stimmung sorgen. Ebenso dabei: Liedermacherin Sarah Lesch und Sotiria, die Frontfrau von „Eisblume“. „Halle steht auf“ findet am Donnerstag von 16 bis 22 Uhr auf dem Marktplatz in Halle statt.

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