Halo & Gears of War: Befördert, Gold-Status gefeiert - wenige Tage später von Microsoft gefeuert
Im Juli kündigte die neue Xbox-Chefin Asha Sharma die größte Umstrukturierung in der Geschichte von Microsofts Gaming-Sparte an, der insgesamt 3.200 Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. Und nachdem vor einigen Monaten bereits rund 1.600 Stellen gestrichen wurden, wurde gestern die nächste Kündigungswelle mit weiteren 268 Entlassungen bestätigt.
Doch während die Führungsetage die Maßnahmen kühl als notwendige Effizienzsteigerung verbucht, offenbaren die Berichte der Betroffenen nicht nur das Chaos hinter den Kulissen der Xbox Game Studios, sondern teils tragische und fast schon absurde Schicksalsschläge.
24 Stunden nach der Beförderung folgte der Rauswurf
Eines der wohl auffälligsten Beispiele lieferte Josh Daniels. Der Branchen-Veteran blickt auf eine elfjährige Karriere im Xbox-Kosmos zurück, die 2015 bei Turn 10 begann, wo er an der „Forza Motorsport“-Reihe mitwirkte, bevor er 2024 zu den Halo Studios wechselte, um dort als Cinematic Director an den Abenteuern des Master Chiefs zu werkeln.
Anfang der Woche erreichte seine Laufbahn dann einen neuen Höhepunkt: Am Montag wurde Daniels innerhalb der Halo Studios offiziell befördert. Doch die Freude währte nur kurz, denn im Zuge der jüngsten Entlassungen, die auch die „Halo“-Macher trafen – die die Marke gleichzeitig an Activision abgeben mussten -, bekam auch Daniels die Kündigung.
Wie Insider Gaming berichtet, zeigte sich Daniels verständlicherweise schockiert über die Abfolge der Ereignisse: „In derselben Woche befördert und entlassen zu werden, ist schon ziemlich verrückt.“
So musste der Entwickler nach über einem Jahrzehnt bei Xbox feststellen, wie schnell selbst langjährige Loyalität wertlos werden kann: „Ich gehöre zu den vielen, die von den Entlassungen bei den Halo Studios betroffen sind. Ich werde mir heute etwas Auszeit nehmen, würde mich aber sehr freuen, mit jedem zu sprechen, der nach Besetzungen in den Bereichen Cinematic Direction oder Production sucht.“
Entlassung vier Tage nach dem Gold-Status
Kaum weniger makaber verlief die Woche auch für Juan Vaca, den Story Director von „Gears of War: E-Day“, das am 6. Oktober für die Xbox Series X/S und den PC erscheinen wird. Vaca war seit 2022 für The Coalition tätig und trug die verantwortungsvolle Aufgabe, die narrative Ausrichtung des Titels von den ersten Konzepten bis hin zur finalen Umsetzung zu leiten.
Erst am 17. September teilte er voller Stolz den wohl wichtigsten Meilenstein eines jeden Spieleentwicklers mit der Öffentlichkeit: „Gears of War: E-Day“ hatte offiziell den Gold-Status erreicht. „Ich freue mich darauf, dass die Welt sieht, was das gesamte Team auf die Beine gestellt hat“, schrieb Vaca dazu auf LinkedIn (via Kotaku).
Doch die Freude über die fertiggestellte Arbeit hielt gerade einmal wenige Tage: Auch Vaca wurde im Rahmen der Entlassungen vor die Tür gesetzt. Statt den anstehenden Launch von „E-Day“ gemeinsam mit seinem Team zu feiern, sieht sich der Narrative Director jetzt dazu gezwungen, auf LinkedIn und Bluesky nach einer neuen Beschäftigung zu suchen.
Unterdessen wird es in Zukunft noch weitere Entlassungen innerhalb der Xbox-Sparte geben. So erklärte CCO Matt Booty in einem internen Statement, dass man den angekündigten Restrukturierungsplan mit der aktuellen Entlassungsrunde erst zu „etwa drei Vierteln“ abgeschlossen habe.
Wer jetzt nicht entlassen wurde, könnte also in der nächsten Runde an der Reihe sein, sodass das Bangen für die verbleibenden Angestellten weitergeht.