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Hamann übt Kritik an Klubwahl von Nick Woltemade

Allgemein

Nick Woltemade verlässt Newcastle United nach nur einem Jahr und schließt sich leihweise Juventus Turin an. Doch der Transfer stößt auf erhebliche Skepsis: Sky-Experte Dietmar Hamann hätte den deutschen Nationalspieler deutlich lieber beim BVB gesehen.

Der Deadline Day hat Nick Woltemade einen neuen Arbeitgeber beschert – allerdings nicht den, den sich mancher Experte gewünscht hätte. Der deutsche Nationalspieler schloss sich per Leihe Juventus Turin an und kehrte damit Newcastle United nur ein Jahr nach seinem 75-Millionen-Euro-Transfer vom VfB Stuttgart vorübergehend den Rücken. Wie "SPOX" berichtet, wurde keine Kaufoption vereinbart; die Leihgebühr soll zwischen vier und fünf Millionen Euro liegen.

Hamann hätte Woltemade lieber beim BVB gesehen

Besonders deutlich fiel die Kritik von Dietmar Hamann aus. Der ehemalige Nationalspieler zeigte sich bei Sky überrascht über den Transfer und machte keinen Hehl daraus, dass er eine andere Lösung bevorzugt hätte. "Ich wäre in Newcastle geblieben. Ich hätte es lieber gesehen, wenn er zum BVB gewechselt wäre. Der Wechsel gefällt mir nicht wirklich", erklärte Hamann.

Der 53-Jährige verwies darauf, dass die sportliche Strahlkraft im italienischen Fußball zuletzt vor allem von den Mailänder Klubs ausgegangen sei. "Ich glaube, dass er nach Dortmund gepasst hätte. In Italien spielt in den letzten Jahren die Musik in Mailand. Juventus spielt nicht in der Champions League. Qualitativ ist das aber eine ganz gute Mannschaft", so Hamann weiter.

Tatsächlich soll sich Borussia Dortmund laut Sky mit einer Verpflichtung Woltemades beschäftigt haben. Am Ende entschieden sich die Schwarz-Gelben jedoch für einen anderen Weg und liehen Ethan Nwaneri von Arsenal aus.

Helmer zweifelt an Spielzeit in Turin

Auch Thomas Helmer äußerte erhebliche Bedenken. Im TV-Format "45 – Die Fußball-Halbzeit" auf "SPORT1" stellte der Europameister von 1996 infrage, ob Nick Woltemade bei der Alten Dame die dringend benötigte Einsatzzeit erhalten werde. "Er muss spielen, finde ich, wenn er in der Nationalmannschaft Akzente setzen will", betonte Helmer. "Ich hätte mir einen Verein ausgesucht, wo ich auf jeden Fall meine Einsatzzeiten bekomme. Ob er das bei Juventus Turin bekommt, das weiß ich nicht."

Zugleich bedauerte Helmer, dass sich Woltemade in England nicht dauerhaft durchsetzen konnte. "Ich finde es schon schade, dass sich Nick nicht durchgesetzt hat. Ich hätte es ihm schon auch zugetraut", sagte der frühere Bayern-Profi. Dass der Stürmer nach seinem kometenhaften Aufstieg so rasch in ein Formtief geraten sei, verwundere ihn: "Vielleicht kam alles zu schnell."

Vor gut einem Jahr galt Nick Woltemade noch als eines der begehrtesten Transferziele in Europa. Der damalige Wechsel von Stuttgart nach Newcastle hatte sogar einen öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Lothar Matthäus und Uli Hoeneß über die angemessene Ablösesumme ausgelöst. Karl-Heinz Rummenigge gratulierte dem VfB seinerzeit mit spitzer Zunge – Newcastle habe einen "Idioten" gefunden, der eine solche Summe auf den Tisch lege. In England startete Woltemade zunächst vielversprechend, konnte das Niveau jedoch nicht halten und fand sich im weiteren Saisonverlauf zunehmend auf der Bank oder in ungewohnt tiefen Positionen wieder.

Di Salvo sieht den Wechsel positiver

Nicht alle Stimmen fielen indes kritisch aus. Antonio Di Salvo, Woltemades ehemaliger U21-Nationaltrainer, bewertete den Schritt nach Turin optimistischer. "Er geht jetzt zu einem neuen Klub, hat alle Möglichkeiten, sich zu präsentieren, sich zu zeigen. Juventus ist schon ein Topklub, auch wenn sie sich jetzt nicht für die Champions League qualifiziert haben – sehr hohes Niveau", ordnete Di Salvo ein.

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Für Nick Woltemade beginnt nun eine richtungsweisende Saison. In Turin muss der Angreifer beweisen, dass er das Potenzial besitzt, auf höchstem Niveau regelmäßig zu treffen – und die wachsenden Zweifel an seiner Entwicklung entkräften. (red)

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