Hamas-Leibwächter erhielt britischen Pass - dann plante er einen Anschlag
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Berlin/London – Ein ehemaliger Leibwächter des Hamas-Führers Ismail Haniyeh bekam in Großbritannien Asyl und später sogar die britische Staatsbürgerschaft. Jahre danach soll er eine Schlüsselrolle bei den Vorbereitungen für einen Hamas-Terroranschlag in Deutschland oder Österreich gespielt haben. Das berichtet die „Sunday Times“ nach umfangreichen Recherchen.
Der Fall dürfte jetzt auch die britischen Sicherheitsbehörden unter Druck setzen. Der Mann, den die Zeitung aus rechtlichen Gründen nur „Mr X“ nennt, gehörte demnach bereits seit 2006 zum Sicherheitsteam Haniyehs.
Nach BILD-Infos handelt es sich bei „Mr. X“ um den britischen Staatsangehörigen Mohammed A. Zwischen 2009 und 2012 reiste A. laut Bericht zwischen Europa und Gaza hin und her. In Ägypten soll er zeitweise festgenommen worden sein, weil er einen Tunnel betrieben habe, der zum Schmuggel von Waffen und Gold nach Gaza genutzt worden sein soll.
2012 verließ A. Gaza und kam später nach Großbritannien . 2015 beantragte er dort Asyl und erhielt ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. Dann wurde er britischer Staatsbürger. Besonders krass: Dass er für Haniyeh gearbeitet hatte, war laut Zeitung bekannt. In England führte der Mann anschließend scheinbar ein gewöhnliches Leben mit seiner Familie, präsentierte sich als IT-Spezialist und änderte nach Angaben der Zeitung mehrfach seinen Namen.
BILD erfuhr: Noch ist offen, wann Mohammed A. an Deutschland ausgeliefert wird. Die Bundesanwaltschaft hatte A. bereits am 3. November 2025 in London festnehmen lassen. Bislang wurde er jedoch nicht nach Deutschland überstellt.
Terrorist erstellte Bekennervideo
Spätestens seit Juli 2025 war A. an den konkreten Planungen für einen Anschlag in Deutschland oder Österreich beteiligt. Laut Anklageschrift der Bundesanwaltschaft sollte A. Anfang Oktober 2025, rund um den zweiten Jahrestag des Hamas -Massakers vom 7. Oktober 2023 , ein Attentat geplant haben. Als mögliche Opfer nennt die Bundesanwaltschaft Vertreter Israels , Juden und pro-israelisch eingestellte Personen.
Die Terror-Gruppe um Mohammed A. hatte den Ermittlern zufolge bereits ein vollautomatisches Gewehr, 13 Pistolen und mehr als 700 Schuss Munition beschafft. A. soll bei der Operation eine „herausgehobene Rolle“ gespielt haben: „Überdies erstellte er vorab ein Bekennervideo, in dem er den geplanten Anschlag im Namen der Hamas ankündigte“, so die Anklageschrift.
Nach BILD-Infos soll Mohammed A. am 2. November vor dem Birmingham Crown Court (Strafgericht für schwere Straftaten) vor Gericht stehen. Angeklagt ist er unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung, weiterer Körperverletzung, des zweifachen Besitzes eines Gegenstands mit Klinge oder Spitze sowie Sachbeschädigung. Heißt: Wann er nach Deutschland ausgeliefert werden kann, ist derzeit noch unklar.