Hamburg will "Deutschlandticket light" - Entscheidung vertagt
Stand: 21.10.2026 15:19 Uhr
Die Hamburger Verkehrsbehörde will ein "Deutschlandticket light". Die Idee eines bundesweiten Digital-Tickets für Gelegenheitsfahrende wurde bei der Verkehrsministerkonferenz aber von der Tagesordnung genommen.
Ab dem Jahreswechsel kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro statt 63 Euro pro Monat. Wem das zu teuer wird und wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, soll nach der Vorstellung der Verkehrsminister von Hamburg und Nordrhein-Westfalen ein bundesweites Digital-Ticket erhalten. Der Clou: Per Smartphone wird jede einzelne Fahrt registriert. Am Monatsende wird dann der günstigste Tarif abgerechnet. In Nordrhein-Westfalen ist ein solches System ( eezy.nrw) bereits im Betrieb: Fährt man wenig, ist es die exakte Summe der Einzelfahrten. Fährt man viel, werden es maximal die 66,80 Euro des Deutschlandtickets.
Thema von der Tagesordnung genommen
Doch aus der Idee, ein solches Ticket auch bundesweit einzuführen, wird vorerst nichts. Wie der Bayerische Rundfunk aus Teilnehmerkreisen der Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau (Bayern) erfahren hat, wurde der Antrag mit dem Namen "Bundesweiter elektronischer Gelegenheitstarif" mit Mehrheitsbeschluss von der Tagesordnung genommen. Dieser sei zu kurzfristig vor der Tagung gestellt worden. Die Landesverkehrsminister wollen sich also vorerst nicht offiziell mit der Idee für ein sogenanntes "Deutschlandticket light" beschäftigen.
Idee wird kontrovers diskutiert
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hatte bereits vor der Sitzung angedeutet, dass für ein "Deutschlandticket light" kein Geld da sei. Schließlich fehlten schon jetzt Milliarden Euro, etwa für die Bestellung der Regionalzüge. Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen lehnte das Vorhaben für ein Gelegenheitsfahrer-Ticket ab. Sozialverbände hingegen hatten die Idee im Sinne günstiger Mobilität auch für ärmere Bürger begrüßt.